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Empty-State- und Fehlermeldungsdesign

Stärken Sie die User Experience mit durchdachtem Empty-State-Design: Erfahren Sie anhand von Beispielen, wie Sie Nutzer mit klaren Fehlermeldungen wirkungsvoll führen.

Haben Sie schon einmal bewusst auf den Bildschirm geachtet, der erscheint, wenn Sie eine App zum ersten Mal öffnen, eine Suche kein Ergebnis liefert oder ein Formular falsch ausgefüllt wurde? Die meisten Designprozesse konzentrieren sich auf die "idealen" Szenarien – Startseite, Produktliste, Checkout. Dabei gehören genau die Momente, in denen keine Daten vorhanden sind, etwas schiefgeht oder das erwartete Ergebnis ausbleibt, zu den häufigsten Erfahrungen im echten Nutzeralltag. Genau hier setzt gutes Empty-State-Design an – eine unsichtbare, aber äußerst wirkungsvolle Schicht, die die Qualität eines Produkts maßgeblich prägt.

Empty-State-Design und Fehlermeldungsdesign gehören zu den am meisten vernachlässigten, aber gleichzeitig am stärksten auf die Nutzerzufriedenheit wirkenden Bestandteilen digitaler Produkte. Ist ein Empty-State-Bildschirm schlecht konzipiert, fühlt sich der Nutzer verwirrt, weiß nicht weiter und ist im schlimmsten Fall kurz davor, das Produkt ganz zu verlassen. In diesem Artikel beleuchten wir eingehend, warum Empty-State- und Fehlermeldungsdesign so wichtig sind, nach welchen Prinzipien sie gestaltet werden sollten und wie sich wirksame Strategien zur Nutzerführung entwickeln lassen.

Nach der Lektüre dieses Leitfadens werden Sie erkennen, dass jeder "leere" oder "fehlerhafte" Bildschirm in Ihrem Produkt eigentlich ein Möglichkeitsfenster ist. Mit der richtigen Botschaft, der passenden visuellen Sprache und einer klaren Führung können diese Bildschirme statt Nutzer zu verlieren, ihnen den Weg weisen.

Was ist Empty-State-Design und warum ist es wichtig?

Ein Empty State ist der Zustand einer Benutzeroberfläche, der angezeigt wird, wenn auf einem Bildschirm kein Inhalt, keine Daten oder kein Ergebnis vorhanden sind. Das kann der erste Moment nach der Kontoerstellung sein, in dem noch keinerlei Inhalte existieren, ebenso wie eine Suchanfrage ohne Treffer, ein Filter, der auf keinen Datensatz zutrifft, oder eine Liste, die der Nutzer vollständig geleert hat. Kurz gesagt: Jeder Bildschirm, der die Botschaft "Hier sollte eigentlich etwas sein, ist es aber nicht" vermittelt, ist ein Empty-State-Szenario.

Die Bedeutung von Empty-State-Design wird häufig unterschätzt, weil es im Produktentwicklungsprozess oft in den Hintergrund gerät. Teams gestalten und testen meist den sogenannten "Happy Path", also das Szenario, in dem alles reibungslos läuft. Betrachtet man jedoch reale Nutzungsdaten, zeigt sich, dass ein erheblicher Teil der Nutzer mindestens einmal auf einen leeren Bildschirm oder eine Fehlermeldung stößt. Bleiben diese Bildschirme ungestaltet, begrüßt den Nutzer eine standardmäßig vom Entwickler erzeugte leere weiße Seite oder eine unverständliche technische Formulierung. Das schadet der Wahrnehmung der Marke als sorgfältig, vertrauenswürdig und nutzerorientiert.

Ein gut durchdachter Empty State sagt nicht nur "hier gibt es keinen Inhalt" – er erklärt dem Nutzer, warum er diesen Bildschirm sieht, zeigt klar den nächsten Schritt auf und nutzt möglichst einen Ton, der die Markenpersönlichkeit widerspiegelt. Wenn ein Nutzer beispielsweise ein neues Projektmanagement-Tool öffnet und auf eine leere Aufgabenliste stößt, sollte er neben dem Text "Noch keine Aufgaben vorhanden" die Schaltfläche "Erste Aufgabe erstellen" sehen und spüren, dass ein Klick darauf ihn direkt zum passenden Formular führt. Dieses kleine Detail bestimmt maßgeblich die Qualität der ersten Interaktion des Nutzers mit dem Produkt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Empty-State-Designs ist schließlich, dem Nutzer Sicherheit zu vermitteln. Der Nutzer muss verstehen, dass der leere Bildschirm kein Fehler, sondern ein natürlicher Zustand ist. Andernfalls neigt er dazu, mit der Sorge "Ist vielleicht etwas kaputt?" die Seite neu zu laden, die App zu schließen und wieder zu öffnen oder ganz aufzugeben. Deshalb sollte jeder leere Bildschirm sorgfältig gestaltet sein, um dem Nutzer Ruhe und Orientierung zu vermitteln.

Empty-State-Typen: Nicht jede Leere ist gleich

Der Begriff Empty State bezeichnet kein einzelnes Szenario, sondern setzt sich aus mehreren Untertypen mit ganz unterschiedlichen Beweggründen zusammen. Diese Typen zu unterscheiden, ist entscheidend, um für jeden davon die richtige Botschaft und den passenden visuellen Ansatz zu wählen. Grundsätzlich lassen sich vier Hauptkategorien unterscheiden.

Die erste Kategorie sind Empty States bei der "Erstnutzung" (First Use). Wenn ein Nutzer ein Produkt zum ersten Mal verwendet, hat er noch keinerlei Daten erzeugt – das ist eine natürliche und positive Leere. Ziel dieser Bildschirme ist es, den Nutzer möglichst schnell zum Mehrwert des Produkts zu führen und ihn zur ersten Handlung zu motivieren. Der Ton sollte hier einladend, motivierend und erklärend sein.

Die zweite Kategorie sind Zustände, die "vom Nutzer selbst geleert" wurden. Ein Nutzer, der beispielsweise alle Nachrichten in seinem Posteingang gelesen und archiviert oder alle Aufgaben in einer To-do-Liste abgeschlossen hat, sieht einen leeren Bildschirm. Das ist eigentlich ein Erfolgsmoment, und das Design sollte ihn feiern und dem Nutzer das Gefühl geben: "Du hast es geschafft, gute Arbeit!" Solche Empty States gehören zu den seltenen positiven emotionalen Momenten im Produkterlebnis, und diese Gelegenheit sollte nicht ungenutzt bleiben.

Die dritte Kategorie sind "Keine Ergebnisse gefunden"-Zustände. Diese treten meist nach einer Suche oder Filterung auf. Der Nutzer hat mit bestimmten Kriterien gesucht, aber es gab keine Treffer. Ziel ist es hier, dem Nutzer keine Schuld zuzuweisen (also nicht anzudeuten, sein Suchbegriff sei falsch), sondern alternative Vorschläge zu machen, eine Möglichkeit zum Zurücksetzen der Filter anzubieten oder vorzuschlagen, die Suchkriterien zu erweitern.

Die vierte Kategorie sind Zustände fehlender "Zugriffsrechte oder Berechtigung". Diese treten auf, wenn der Nutzer keine Berechtigung hat, bestimmte Inhalte anzuzeigen, oder wenn eine Funktion an ein Premium-Paket gebunden ist. In diesem Szenario muss die Botschaft sowohl klar als auch führend sein: Dem Nutzer sollte deutlich mitgeteilt werden, warum er keinen Zugriff hat und wie er ihn erhalten kann. Diese vier Typen voneinander zu unterscheiden, ermöglicht es Ihnen, für jeden einen eigenen Textton und eine eigene visuelle Strategie zu entwickeln.

Die Bestandteile eines wirkungsvollen Empty-State-Bildschirms

Ein starkes Empty-State-Design besteht in der Regel aus vier grundlegenden Bestandteilen: einem visuellen Element (Illustration oder Icon), einer Überschrift, einem erklärenden Text und einem Call-to-Action. Jeder dieser Bestandteile erfüllt eine eigene wichtige Aufgabe, und im Zusammenspiel lenken sie den Nutzer in die richtige Richtung.

Das visuelle Element verhindert, dass der Bildschirm völlig "kaputt" oder "unvollständig" wirkt. Ein einfaches Icon, eine dezente Illustration oder eine zur Markenidentität passende Grafik füllt die Leere und signalisiert, dass der Bildschirm bewusst gestaltet wurde. Man sollte es hier jedoch nicht übertreiben: zu komplexe oder bedeutungslose Illustrationen können vom eigentlichen Anliegen ablenken. Das Bild soll nicht dekorieren, sondern die Kommunikation stärken.

Die Überschrift sollte kurz und präzise sein. Statt allgemeiner Formulierungen wie "Noch nichts vorhanden" empfehlen sich situations- und kontextspezifische Überschriften. In einer Messaging-App ist zum Beispiel "Dein Gesprächsverlauf ist leer" wesentlich aussagekräftiger als das generische "Keine Daten". Die Überschrift sollte dem Nutzer sofort ermöglichen, seinen Kontext wiederzuerkennen.

Der erklärende Text ist ein kurzer Absatz, der die Überschrift unterstützt und dem Nutzer erläutert, warum er diesen Bildschirm sieht und was er als Nächstes tun sollte. Dieser Text sollte frei von technischem Jargon sein und in einer freundlichen, verständlichen Sprache formuliert werden. Der Call-to-Action schließlich ist die Schaltfläche oder der Link, der den Nutzer zum nächsten Schritt führt. Dieser Button sollte so spezifisch wie möglich sein: Statt allgemeiner Formulierungen wie "OK" oder "Weiter" sind handlungsorientierte Formulierungen wie "Erstes Projekt erstellen" oder "Filter zurücksetzen" vorzuziehen.

Der ausgewogene Einsatz dieser vier Bestandteile sorgt dafür, dass das Empty-State-Design sowohl ästhetisch als auch funktional gelingt. Wichtig ist: Nicht jeder Bestandteil ist zwingend erforderlich – in manchen einfachen Oberflächen genügen ein kurzer Text und ein Button. Entscheidend ist, eine dem Kontext angemessene, minimale und wirkungsvolle Komposition zu schaffen.

Grundprinzipien beim Design von Fehlermeldungen

Fehlermeldungsdesign ist eng mit Empty-State-Design verwandt, basiert jedoch auf einer anderen psychologischen Grundlage. Wenn ein Nutzer auf eine Fehlermeldung stößt, empfindet er in der Regel Enttäuschung, Verwirrung oder Sorge. Fehlermeldungen erfüllen daher nicht nur eine informative, sondern auch eine emotional reparierende Aufgabe.

Das erste Prinzip lautet Klarheit und Transparenz. Sie müssen dem Nutzer eindeutig mitteilen, was passiert ist. Vage Formulierungen wie "Ein Fehler ist aufgetreten" lassen den Nutzer ratlos zurück. Stattdessen sorgt eine konkrete, verständliche Erklärung wie "Die Änderungen konnten nicht gespeichert werden, da die Internetverbindung unterbrochen wurde" dafür, dass der Nutzer das Problem versteht. Technische Fehlercodes (z. B. "Error 500") sind nur für Entwickler von Bedeutung; für den durchschnittlichen Nutzer haben sie keine Aussagekraft und untergraben eher das Vertrauen.

Das zweite Prinzip ist, Schuldzuweisungen zu vermeiden. Fehlermeldungen sollten nicht in einem Ton verfasst sein, der den Nutzer beschuldigt. Statt "Sie haben falsche Angaben gemacht" ist eine neutralere, konstruktivere Formulierung wie "Das eingegebene Format ist ungültig, bitte überprüfen Sie Ihre Angaben" vorzuziehen. Dieser kleine sprachliche Unterschied verhindert, dass sich der Nutzer schlecht fühlt, und bewahrt sein Vertrauen in das Produkt.

Das dritte Prinzip ist Lösungsorientierung. Jede Fehlermeldung sollte möglichst einen Lösungsvorschlag enthalten. Es reicht nicht aus, nur das Problem zu benennen – Sie müssen dem Nutzer auch die Antwort auf die Frage "Was mache ich jetzt?" geben. Statt bei einem Fehler beim Hochladen einer Datei nur "Datei zu groß" zu sagen, weist "Datei zu groß, bitte wählen Sie eine Datei unter 10 MB" dem Nutzer einen direkt umsetzbaren Weg.

Das vierte Prinzip ist Konsistenz. Sprache, Ton und visueller Stil der Fehlermeldungen sollten im gesamten Produkt einheitlich sein. Wird auf einem Bildschirm eine freundliche, weiche Sprache verwendet und auf einem anderen eine kühle, technische, weckt das beim Nutzer Zweifel an der Stimmigkeit des Produkts. Konsistenz ist ein wesentlicher Faktor, der die Professionalität und Vertrauenswürdigkeit der Marke unterstreicht.

Strategien zur Nutzerführung

Eine der zentralen Aufgaben von Empty-State- und Fehlermeldungen ist die Nutzerführung. Statt den Nutzer in einer Sackgasse zurückzulassen, sollte man ihm stets einen Schritt nach vorn anbieten. In diesem Abschnitt betrachten wir Strategien zur Nutzerführung anhand mehrerer Kernpunkte.

Zunächst sollte jeder leere oder fehlerhafte Bildschirm mindestens eine primäre Handlungsoption bieten. Diese sollte den Nutzer direkt zu einem Weg führen, der das Problem löst oder die Leere füllt. Wenn eine Suche beispielsweise kein Ergebnis liefert, verhindert eine Schaltfläche wie "Suche zurücksetzen" oder "Beliebte Inhalte ansehen", dass der Nutzer passiv bleibt, und bietet ihm einen aktiven nächsten Schritt.

Die zweite Strategie besteht darin, kontextbezogene Vorschläge zu machen. Personalisierte Empfehlungen, die auf die aktuelle Situation des Nutzers zugeschnitten sind, machen die Erfahrung intelligenter und hilfreicher. Findet eine Suche auf einer E-Commerce-Website beispielsweise kein Ergebnis, verringert das Anbieten von Produktvorschlägen aus ähnlichen Kategorien die Wahrscheinlichkeit, dass der Nutzer die Seite verlässt. Solche Vorschläge verwandeln einen leeren Bildschirm in eine Chance.

Die dritte Strategie besteht darin, Rückwege offen zu halten. Stößt ein Nutzer auf eine Fehlermeldung, sollte er problemlos zum vorherigen Schritt zurückkehren können. Optionen wie "Zurück" oder "Zur Startseite" sollten immer zugänglich sein. Fühlt sich der Nutzer eingesperrt, schadet das dem Vertrauensverhältnis zum Produkt erheblich.

Die vierte Strategie ist der einfache Zugang zu Hilfe- und Support-Kanälen. Bei komplexen oder wiederkehrenden Fehlern ist es hilfreich, dem Nutzer einen Link zum Support-Center oder zum FAQ-Bereich anzubieten. Dieser Link sollte jedoch nicht bei jedem kleinen Fehler eingesetzt werden, sondern nur in Situationen, in denen der Nutzer tatsächlich Hilfe benötigen könnte – andernfalls entsteht unnötige Komplexität.

Die folgende Liste fasst die wichtigsten Punkte für eine wirksame Nutzerführung zusammen:

  • Bieten Sie dem Nutzer auf jedem Bildschirm mindestens einen klaren nächsten Schritt an.
  • Vermeiden Sie technische Sprache und nutzen Sie einen alltagsnahen Ton.
  • Rücken Sie die Lösung in den Vordergrund, nicht den Fehler des Nutzers.
  • Setzen Sie visuelle Elemente ein, um die Botschaft zu unterstützen, nicht um abzulenken.
  • Halten Sie Rückwege und Abbruchoptionen jederzeit zugänglich.
  • Verweisen Sie den Nutzer bei wiederkehrenden Fehlern auf Support-Ressourcen.

Visuelles Design und Ton: Die Markenpersönlichkeit widerspiegeln

Empty-State- und Fehlermeldungsdesign sind nicht nur eine funktionale Aufgabe, sondern auch besondere Momente, in denen sich die Persönlichkeit einer Marke ausdrücken lässt. Trifft der Nutzer auf diese Bildschirme, spürt er, wie sorgfältig, durchdacht und menschenorientiert die Marke ist. Deshalb sollten visuelle Sprache und Textton konsequent mit der Markenidentität übereinstimmen.

Die Farbgebung spielt dabei eine wichtige Rolle. Ein übermäßiger Einsatz von Rot in Fehlermeldungen kann beim Nutzer ein unnötiges Alarmgefühl auslösen. Bei kleineren, nicht kritischen Fehlern können sanftere Töne (Warnfarben wie Orange oder Gelb) gewählt werden, während bei kritischen Fehlern mit Risiko von Datenverlust deutlichere Farben zum Einsatz kommen sollten. So kann der Nutzer den Schweregrad eines Fehlers auch aus visuellen Hinweisen ablesen.

Auch Typografie und Textlänge verdienen Aufmerksamkeit. Texte in Empty-State- und Fehlermeldungen sollten kurz, prägnant und überfliegbar sein. Lange Absätze lenken den Nutzer ab und lassen die eigentliche Botschaft untergehen. Die Überschrift sollte auf einen Blick verständlich sein, und der erklärende Text sollte nicht mehr als zwei bis drei kurze Sätze umfassen.

Beim Einsatz von Illustrationen gilt es, ein Gleichgewicht zu finden. Zu verspielte oder karikaturhafte Illustrationen passen möglicherweise nicht zu einem seriösen oder unternehmensorientierten Produkt. Andererseits kann eine völlig kühle und mechanische Bildsprache den Nutzer davon abhalten, eine emotionale Verbindung zum Produkt aufzubauen. Der konsistente Einsatz eines zur Markenidentität passenden Illustrations- oder Icon-Sets über alle Empty-State- und Fehlerbildschirme hinweg sorgt für ein stimmiges Gesamterlebnis.

Schließlich ist das Schreiben von Microcopy vielleicht der subtilste Teil dieses Prozesses. Die verwendeten Wörter, Satzstrukturen und sogar die Satzzeichen beeinflussen die Wahrnehmung des Nutzers. Einen Ton zu finden, der freundlich, aber professionell und hilfsbereit, aber nicht übertrieben ist, erfordert langwierige Erfahrung und laufendes Testen. Es empfiehlt sich daher, Microcopy nicht ein einziges Mal zu schreiben und dann liegen zu lassen, sondern sie fortlaufend anhand von Nutzerfeedback zu verbessern.

Vergleich zwischen Empty State und Fehlermeldung

Empty State und Fehlermeldung werden oft miteinander verwechselt, obwohl sie tatsächlich zwei unterschiedliche Designprobleme mit unterschiedlichen Zielen darstellen. Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Unterschiede und Gemeinsamkeiten dieser beiden Konzepte zusammen.

Merkmal Empty State Fehlermeldung
Auslöser Fehlende Daten oder Inhalte Unerwartetes Problem oder fehlgeschlagener Vorgang
Emotion des Nutzers Neugier, manchmal neutral oder positiv Enttäuschung, Sorge, Frustration
Hauptziel Führung und Motivation Information und Lösungsangebot
Ton Einladend, ermutigend Beruhigend, lösungsorientiert
Visuelle Intensität Meist reichhaltigere Illustration Meist schlichter, auffälliges Warnelement
Call-to-Action Inhalt erstellen, entdecken Erneut versuchen, korrigieren, Hilfe suchen

Wie dieser Vergleich zeigt, verfolgen beide Szenarien das Ziel, den Nutzer zum nächsten Schritt zu führen – die emotionale Grundlage und der Ton müssen jedoch unterschiedlich sein. Bei Empty-State-Bildschirmen soll der Nutzer zum Entdecken und zum ersten Schritt ermutigt werden, während bei Fehlermeldungen die Sorge des Nutzers zerstreut und eine klare Lösung angeboten werden soll. Interfaces, die diese Unterscheidung berücksichtigen, schaffen ein konsistenteres und vertrauenswürdigeres Nutzererlebnis insgesamt.

Barrierefreiheit und inklusives Design

Beim Design von Empty States und Fehlermeldungen wird die Dimension der Barrierefreiheit häufig übersehen. Dabei müssen diese Bildschirme auch für Nutzer verständlich sein, die Screenreader verwenden, farbenblind sind oder kognitive Einschränkungen haben. Damit Strategien zur Nutzerführung wirklich als erfolgreich gelten können, müssen sie alle Nutzer einbeziehen.

Für farbenblinde Nutzer reicht es nicht aus, Fehlerzustände ausschließlich über Farbe darzustellen. Ein roter Rahmen oder eine rote Textfarbe wird von Nutzern mit abweichender Farbwahrnehmung möglicherweise nicht erkannt. Deshalb sollten in Fehlermeldungen Icon, Text und Farbe gemeinsam eingesetzt werden – ein "Fehler"-Zustand sollte nicht nur durch einen visuellen Hinweis, sondern auch durch klaren Text vermittelt werden.

Für Screenreader-Nutzer ist die korrekte Kennzeichnung von Empty-State- und Fehlermeldungen entscheidend. Ein visuell dargestelltes Icon oder eine Illustration sollte entweder sinnvoll vom Screenreader vorgelesen oder als dekorativ markiert und übersprungen werden. Zudem sorgt die automatische Ankündigung dynamisch erscheinender Fehlermeldungen im Fokusbereich des Nutzers (z. B. über Live-Region-Ankündigungen) dafür, dass sehbehinderte Nutzer über den Fehler informiert werden.

Im Hinblick auf kognitive Barrierefreiheit steht die sprachliche Einfachheit im Vordergrund. Komplexe Satzstrukturen, zu viele Fachbegriffe oder vage Formulierungen stellen für Nutzer mit kognitiven Einschränkungen eine zusätzliche Belastung dar. Kurze Sätze, klare Handlungsaufforderungen und eine konsistente Terminologie erleichtern die Erfahrung für alle Nutzergruppen. Dieser Ansatz steigert zugleich die allgemeine Benutzerfreundlichkeit, denn einfache Sprache ist für alle verständlicher.

Schließlich darf auch die Unterstützung der Tastaturnavigation nicht vergessen werden. Aktionsschaltflächen auf Empty-State- oder Fehlerbildschirmen sollten auch ohne Maus, allein mit der Tastatur, erreichbar und auslösbar sein. Dieses Detail wirkt sich direkt auf die Nutzbarkeit des Produkts für Menschen mit eingeschränkten motorischen Fähigkeiten aus. Barrierefreiheit sollte nicht als optionales Zusatzfeature, sondern als Grundvoraussetzung des Empty-State-Designs betrachtet werden.

Häufige Fehler und was Sie vermeiden sollten

Beim Design von Empty States und Fehlermeldungen tappen Teams häufig in bestimmte Fallen. Sich dieser Fehler bewusst zu sein, hilft dabei, solidere und nutzerfreundlichere Bildschirme zu gestalten.

Einer der häufigsten Fehler ist, Empty States im Designprozess komplett zu übergehen. Da sich Teams meist auf inhaltsreiche Szenarien konzentrieren, wird in der Entwicklungsphase kein Design für leere Zustände erstellt, sodass am Ende nur ein leerer Bereich oder eine generische Systemmeldung angezeigt wird. Das vermittelt dem Nutzer den Eindruck: "Das Produkt ist unvollständig" oder "Etwas ist kaputt".

Der zweite häufige Fehler ist der Einsatz übermäßig technischer Sprache in Fehlermeldungen. Fehlercodes oder Fachbegriffe, die für Entwickler nachvollziehbar sind, haben für den durchschnittlichen Nutzer keine Bedeutung und verwirren ihn zusätzlich. Solche Meldungen können für das technische Team protokolliert werden, aber der dem Nutzer angezeigte Text muss immer einfach und verständlich sein.

Der dritte Fehler besteht darin, alle Empty States nach derselben Vorlage zu behandeln. Wie bereits erwähnt, erfordern unterschiedliche Szenarien wie Erstnutzung, vom Nutzer geleerte Listen, keine Suchergebnisse oder fehlende Berechtigung jeweils einen eigenen Ton. Alle mit der gleichen generischen Meldung "Keine Daten gefunden" abzuhandeln, macht die Erfahrung oberflächlich und lieblos.

Der vierte Fehler sind Bildschirme ohne Call-to-Action. Den Nutzer lediglich über den Zustand zu informieren, ohne einen nächsten Schritt anzubieten, lässt ihn in einer passiven Position zurück. Jeder leere oder fehlerhafte Bildschirm sollte mindestens einen Vorschlag oder Button enthalten, der dem Nutzer hilft, weiterzukommen. Diese vier Fehler zu vermeiden, wird die Qualität Ihres Empty-State- und Fehlermeldungsdesigns erheblich verbessern.

Testen und kontinuierliche Verbesserung

Empty-State- und Fehlermeldungsdesign ist keine einmalige Aufgabe, die man erledigt und dann vergisst – es ist ein lebendiger Prozess, der ständig getestet und verbessert werden muss. Da sich Nutzerverhalten, verwendete Geräte und das Produkt selbst im Laufe der Zeit verändern, müssen auch diese Bildschirme regelmäßig aktualisiert werden.

Nutzertests sind der zuverlässigste Weg, um die tatsächliche Wirkung von Empty States und Fehlermeldungen zu messen. In beobachteten Tests mit echten Nutzern lässt sich direkt beobachten, wie sich Teilnehmer beim Lesen einer Fehlermeldung fühlen, welchen Schritt sie unternehmen oder wo sie zögern. Diese Beobachtungen zeigen, welche kleinen, aber wirkungsvollen Änderungen an Text und Design vorgenommen werden sollten.

Auch Analysedaten sind in diesem Prozess eine wertvolle Ressource. Daten darüber, wie oft Nutzer die App in Sitzungen verlassen, in denen eine bestimmte Fehlermeldung angezeigt wurde, welchen Button sie anklicken oder wie lange sie eine Seite betrachten, zeigen, welche Bildschirme verbessert werden müssen. Ein Fehlerbildschirm mit hoher Abbruchrate sollte vorrangig überarbeitet werden.

A/B-Tests lassen sich einsetzen, um die Wirkung unterschiedlicher Textformulierungen oder visueller Ansätze zu vergleichen. Zu messen, wie sich die Klickrate ändert, wenn man den Text eines Buttons von "Erneut versuchen" zu "Jetzt neu laden" ändert, ermöglicht datenbasierte Entscheidungen. Solche kleinen Änderungen können in der Summe deutliche Unterschiede in der Nutzerzufriedenheit bewirken.

Schließlich sollten auch Rückmeldungen aus dem Support-Team nicht ignoriert werden. Zu welchen Fehlermeldungen Nutzer am häufigsten Fragen stellen oder sich beschweren, liefert konkrete Hinweise darauf, welche Bildschirme neu formuliert werden müssen. Empty-State- und Fehlermeldungsdesign als festen Bestandteil der allgemeinen Qualitätssicherung eines Produkts zu betrachten, schafft langfristig eine solidere und vertrauenswürdigere Nutzererfahrung.

Häufig gestellte Fragen

Ist Empty-State-Design nur ein visuelles Detail oder eine funktionale Notwendigkeit?

Empty-State-Design ist sowohl ein visuelles als auch ein funktionales Erfordernis. Visuell verhindert es, dass der Bildschirm kaputt oder unvollständig wirkt; funktional bietet es dem Nutzer einen klaren nächsten Schritt. Wegen dieser doppelten Aufgabe sind Empty-State-Bildschirme kein Detail, das man dem Zufall überlassen kann, sondern ein grundlegender Bestandteil, der geplant werden muss.

Sollten technische Fehlercodes in Fehlermeldungen ganz vermieden werden?

Technische Fehlercodes müssen nicht vollständig entfernt werden, sollten aber nicht im Mittelpunkt der dem Nutzer angezeigten Hauptbotschaft stehen. Der Code kann bei Bedarf als kleine, sekundäre Information unterhalb der Meldung erscheinen – das kann bei der Kommunikation mit dem Support hilfreich sein. Die primäre Botschaft sollte jedoch immer einfach, verständlich und lösungsorientiert sein.

Wie viel Zeit sollte man bei kleineren Projekten in Empty-State- und Fehlermeldungsdesign investieren?

Unabhängig vom Projektumfang sollten zumindest für die grundlegenden Szenarien (Erstnutzung, keine Ergebnisse, allgemeiner Fehler) kurze, präzise Meldungen vorbereitet werden. Aufwendige Illustrationen oder Animationen können bei zeitkritischen Projekten zurückgestellt werden, aber klare und führende Texte sollten in Projekten jeder Größenordnung priorisiert werden. Es handelt sich um eine Investition mit geringen Kosten und hoher Wirkung.

Ist der Einsatz von Humor in Empty-State-Bildschirmen angemessen?

Humor kann wirkungsvoll sein, solange er zur Markenpersönlichkeit passt und dem Kontext des Nutzers nicht widerspricht. Bei einem kritischen Fehler (etwa bei drohendem Datenverlust) kann ein humorvoller Ton jedoch den Eindruck erwecken, die Ernsthaftigkeit der Situation werde nicht genügend ernst genommen. Humor eignet sich daher eher für risikoarme, positive Empty-State-Szenarien, etwa wenn eine Liste vollständig abgearbeitet wurde.

Ist es sinnvoll, für die Nutzerführung mehrere Buttons einzusetzen?

Die allgemeine Regel lautet, sich auf einen primären Call-to-Action zu konzentrieren. Zu viele Optionen können es dem Nutzer erschweren, sich zu entscheiden. Bei Bedarf kann eine sekundäre Option (z. B. "Zurück") hinzugefügt werden, wichtig ist jedoch, dass die primäre Handlung visuell hervorgehoben und klar betont wird.

Muss Empty-State-Design auf Mobil- und Desktop-Oberflächen unterschiedlich behandelt werden?

Die grundlegenden Prinzipien bleiben auf beiden Plattformen gleich, aber auf Mobilgeräten sollten Texte aufgrund des begrenzten Bildschirmplatzes kürzer gehalten und Bilder kompakter dimensioniert werden. Auf dem Desktop lassen sich dank des größeren verfügbaren Platzes zusätzliche Erklärungen oder Vorschläge anbieten. In beiden Fällen sollten die Klarheit der Botschaft und die Eindeutigkeit des Call-to-Action Priorität haben.

Fazit

Empty-State-Design und Fehlermeldungsdesign gehören zu den unsichtbaren, aber äußerst wirkungsvollen Eckpfeilern digitaler Produkte. Die tatsächliche Erfahrung der Nutzer wird nicht nur in Momenten geprägt, in denen alles reibungslos läuft, sondern auch dann, wenn keine Daten vorhanden sind, eine Suche kein Ergebnis liefert oder ein Vorgang fehlschlägt. Diese Momente sorgfältig zu gestalten, ist eine wirkungsvolle Gelegenheit, dem Nutzer das Gefühl zu geben, dass er geschätzt wird, Vertrauen aufzubauen und die Qualität Ihrer Marke widerzuspiegeln.

Wie in diesem Artikel dargelegt, sind die korrekte Klassifizierung von Empty-State-Szenarien, die Festlegung eines passenden Tons und einer passenden visuellen Sprache für jedes davon, die klare und lösungsorientierte Gestaltung von Fehlermeldungen, die konsistente Umsetzung von Strategien zur Nutzerführung sowie die durchgängige Berücksichtigung von Barrierefreiheit die grundlegenden Bausteine einer soliden User Experience. Kommen diese Elemente zusammen, fühlt sich der Nutzer bei jedem Bildschirm, auf den er trifft, nicht verloren, sondern geführt.

Falls Sie sich mit den Empty-State- und Fehlermeldungsbildschirmen Ihres Produkts bislang noch nicht in dieser Tiefe befasst haben, kann eine professionelle Neubewertung dieses Bereichs langfristig erhebliche Vorteile für Nutzerzufriedenheit und Markenwahrnehmung bringen. Diese scheinbar kleinen Details haben tatsächlich das Potenzial, das gesamte Nutzererlebnis maßgeblich zu beeinflussen.

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