Der wichtigste Schritt, bevor Sie ein neues Webseitenprojekt starten, ist die Erstellung eines soliden Webdesign-Briefings, das dafür sorgt, dass Sie und Ihr Designer oder Ihre Agentur dieselbe Sprache sprechen. Viele Projekte scheitern an Budgetüberschreitungen, endlosen Korrekturschleifen und nicht erfüllten Erwartungen. Der Hauptgrund dafür ist selten mangelndes Können des Designers, sondern meist das Fehlen einer klaren Roadmap zu Beginn des Projekts. Ein gut vorbereitetes Briefing spart sowohl Ihnen als auch dem ausführenden Team Zeit, minimiert Missverständnisse und erhöht die Wahrscheinlichkeit erheblich, dass das Endergebnis Ihren Erwartungen entspricht.
Obwohl der Begriff Briefing ursprünglich aus dem Englischen stammt, wird er inzwischen auch im deutschsprachigen Bereich für digitales Marketing und Design ganz selbstverständlich verwendet. Im Kern ist ein Projektbriefing ein Dokument, das zusammenfasst, was Ihr Unternehmen ausmacht, wer Ihre Zielgruppe ist, welche Funktionen die Website erfüllen soll und woran Sie den Erfolg messen. In diesem Artikel gehen wir ausführlich darauf ein, wie Sie von Grund auf ein vollständiges und wirkungsvolles Design-Briefing erstellen, welche Punkte unbedingt enthalten sein sollten und wie Sie typische Fehler vermeiden.
Ein gut erstelltes Briefing gibt nicht nur dem Designer Orientierung, sondern hilft auch Ihnen selbst, Ihre Gedanken zum Projekt zu ordnen. Oft ist es der Prozess der Briefing-Erstellung selbst, der Unternehmern hilft, ihre eigenen Ziele und Prioritäten klarer zu erkennen. Schauen wir uns nun jeden Schritt dieses Prozesses gemeinsam an.
Was ist ein Webdesign-Briefing und warum ist es wichtig?
Ein Webdesign-Briefing ist ein schriftliches Dokument, das den Umfang, die Ziele, die technischen Anforderungen und die gestalterischen Erwartungen eines Webseitenprojekts definiert. Dieses Dokument bildet einen gemeinsamen Bezugspunkt zwischen dem Projektinhaber, dem Designer und gegebenenfalls weiteren Beteiligten. Bei Projekten, die ohne Briefing gestartet werden, treten häufig folgende Probleme auf:
- Der Designer muss die tatsächlichen Bedürfnisse des Kunden erraten.
- Die Anzahl der Korrekturschleifen steigt, weil die Erwartungen unklar sind.
- Die Projektlaufzeit verlängert sich, das Budget gerät außer Kontrolle.
- Es besteht ein höheres Risiko, dass die fertige Website nicht zur Markenidentität passt.
Wird ein Projekt ohne eine fundierte Bedarfsanalyse für die Website begonnen, verläuft der Designprozess meist nach dem Prinzip von Versuch und Irrtum. Das ist sowohl zeit- als auch kostenineffizient. Ein von Anfang an erstelltes Briefing sorgt hingegen dafür, dass alle Beteiligten auf dasselbe Ziel hinarbeiten, und dient während des gesamten Prozesses als Referenzpunkt für Entscheidungen.
Ein Briefing fungiert zudem als eine Art Vertrauensdokument. Wenn Sie Ihre Erwartungen vor Projektbeginn schriftlich festhalten, beugen Sie späteren Diskussionen im Stil von „So habe ich mir das nicht vorgestellt" vor. Deshalb ist die Zeit, die Sie in die Erstellung des Briefings investieren, eine Investition, die im weiteren Projektverlauf Zeit spart.
Vorbereitungen, die Sie vor der Erstellung des Briefings treffen sollten
Bevor Sie sich an die Erstellung des Briefings setzen, wirken sich einige Vorarbeiten direkt auf die Qualität des Dokuments aus. Sich in dieser Phase nicht zu beeilen, sorgt dafür, dass die folgenden Schritte deutlich reibungsloser verlaufen.
Klären Sie Ihre Geschäftsziele
Wozu soll Ihre Website dienen? Ziele wie Umsatzsteigerung, Aufbau von Markenbekanntheit, Leadgenerierung oder Kundensupport erfordern jeweils sehr unterschiedliche Designentscheidungen. Ein Briefing, das ohne klar definiertes Ziel erstellt wird, lässt den Designer im Unklaren.
Lernen Sie Ihre Zielgruppe kennen
Wer wird Ihre Website besuchen? Details wie Altersspanne, digitale Kompetenz und Geräteverhalten (überwiegend mobil oder Desktop) beeinflussen die Designentscheidungen unmittelbar. Je präziser die Zielgruppendefinition, desto treffsicherer sind die UX-Entscheidungen des Designers.
Analysieren Sie Wettbewerber- und Referenzseiten
Websites, die Ihnen gefallen und die Ihnen nicht gefallen, zu notieren, ist eine weitaus wirksamere Kommunikationsmethode, als sie dem Designer nur mündlich zu beschreiben. Statt „Ich möchte ein modernes Design" zu sagen, ist „Mir gefällt die Menüstruktur dieser Seite und die Farbpalette jener Seite" eine deutlich konkretere Vorgabe.
Abschnitte, die in einem umfassenden Design-Briefing enthalten sein sollten
Bei der Erstellung eines wirkungsvollen Projektbriefings gibt es zentrale Punkte, die Sie nicht auslassen sollten. Nachfolgend finden Sie diese Punkte sowie Hinweise, was Sie jeweils berücksichtigen sollten.
1. Unternehmens- und Projektvorstellung
Beschreiben Sie kurz, wer Sie sind, in welcher Branche Sie tätig sind und was die Mission Ihres Unternehmens ist. Dieser Abschnitt hilft dem Designer, Ihre Marke zu verstehen.
2. Projektziele
Schreiben Sie klar auf, welche Geschäftsergebnisse die Website erzielen soll. Messbare Ziele festzulegen (zum Beispiel die Steigerung der Ausfüllrate des Kontaktformulars) macht Designentscheidungen greifbarer.
3. Definition der Zielgruppe
Demografische Angaben, Verhaltensgewohnheiten und Nutzerbedürfnisse werden hier ausführlich dargestellt.
4. Erforderliche Seiten und Inhalte
Listen Sie auf, welche Seiten es geben soll – Startseite, Über uns, Leistungen, Blog, Kontakt – und welche Inhalte auf jeder Seite erscheinen sollen.
5. Technische Anforderungen
Geben Sie technische Details an, etwa die zu verwendende Infrastruktur, benötigte Integrationen (Zahlungssystem, CRM-Anbindung, E-Mail-Marketing-Tools) und ob Mehrsprachigkeit erforderlich ist.
6. Markenidentität und gestalterische Präferenzen
Teilen Sie in diesem Abschnitt Ihre Vorlieben bezüglich Logo, Farbpalette und Typografie mit. Falls Sie ein Markenhandbuch haben, fügen Sie es unbedingt bei.
7. Zeitplan und Budget
Anzugeben, wann das Projekt abgeschlossen sein soll und welchen Budgetrahmen Sie vorgesehen haben, ermöglicht dem Designer eine realistische Angebots- und Zeitplanung.
Beispiel für ein Design-Briefing: Aufbau einer Musterschablone
Nachfolgend finden Sie eine allgemeine Vorlage für ein Design-Briefing, die Sie für Ihr eigenes Projekt anpassen können. Sie können diese Vorlage in Word oder Ihrer Notiz-App übernehmen und für Ihr Projekt ausfüllen.
- Projektname und Datum
- Unternehmensvorstellung (2-3 Sätze)
- Projektziele (stichpunktartig)
- Zielgruppenprofil
- Links zu Wettbewerber-/Referenzseiten
- Seitenstruktur (Sitemap)
- Status der Inhalte (vorhanden oder noch zu erstellen)
- Technische Integrationsanforderungen
- Markenfarben und Schriftarten
- Zeitplan
- Budgetrahmen
- Kommunikations- und Freigabeprozess
Versuchen Sie beim Ausfüllen dieser Vorlage, zu jedem Punkt zumindest eine kurze Antwort zu formulieren. Leer gelassene Felder zwingen den Designer zu Annahmen, was häufig zu Ergebnissen führt, die nicht Ihren Erwartungen entsprechen.
Sie müssen die Punkte beim Ausfüllen nicht der Reihe nach abarbeiten, sondern können auch mit dem Abschnitt beginnen, der Ihnen am leichtesten fällt. So ziehen manche Unternehmer es vor, zuerst die Wettbewerbsanalyse durchzuführen und erst danach zu den Zielen überzugehen. Wichtig ist nur, dass am Ende alle Punkte vollständig ausgefüllt sind. Lesen Sie das ausgefüllte Briefing noch einmal durch, versetzen Sie sich in die Lage des Designers und fragen Sie sich: „Könnte ich mit diesen Informationen eine Website von Grund auf entwerfen?" Falls Ihre Antwort „Nein, ich brauche noch mehr Informationen" lautet, ergänzen Sie die fehlenden Punkte.
Wie unterscheidet sich das Briefing je nach Projekttyp?
Nicht jedes Webseitenprojekt hat dieselben Anforderungen. Die Briefing-Inhalte einer Unternehmenswebsite und einer E-Commerce-Plattform unterscheiden sich erheblich. Diese Unterschiede zu kennen, hilft Ihnen, bei Ihrem eigenen Projekt unnötige Details zu vermeiden und sich auf die wirklich wichtigen Punkte zu konzentrieren.
Unternehmenswebsites
Bei solchen Projekten liegt der Schwerpunkt des Briefings meist auf der Markenkommunikation, der Vorstellung von Dienstleistungen bzw. Produkten und dem Aufbau von Vertrauen. Inhaltsblöcke wie Referenzen, Zertifikate und Team-Vorstellungen stehen im Vordergrund. Die technischen Anforderungen sind vergleichsweise überschaubar; komplexe Integrationen sind meist nicht erforderlich.
E-Commerce-Websites
Bei E-Commerce-Projekten muss das Briefing deutlich mehr technische Details enthalten. Punkte wie Produktanzahl, Kategoriestruktur, bevorzugte Zahlungsinfrastruktur, Versandintegrationen und Anforderungen an die Lagerverwaltung müssen unbedingt enthalten sein. Auch Themen wie Kundenkonto, Warenkorb-Erlebnis und mobiler Zahlungsablauf sollten detailliert beschrieben werden.
Unternehmensblogs oder Content-Plattformen
Bei inhaltsgetriebenen Projekten sollte sich der Fokus des Briefings auf die Benutzerfreundlichkeit des Content-Management-Systems, die Kategorie-/Tag-Struktur, Autorenprofile und Anforderungen an die Suchmaschinenoptimierung richten. Bei solchen Websites sollten auch Details wie eine SEO-freundliche URL-Struktur und die Häufigkeit von Inhaltsaktualisierungen im Briefing festgehalten werden.
Buchungs- oder Terminvereinbarungswebsites
Bei Projekten mit Buchungs- oder Terminsystem sollten Kalenderintegration, Benachrichtigungssysteme (E-Mail/SMS) und Bestätigungsabläufe im Mittelpunkt des Briefings stehen. Bei solchen Websites trägt eine Schritt-für-Schritt-Beschreibung des Nutzererlebnisses erheblich dazu bei, dass der Designer die richtige Oberfläche entwickelt.
Unabhängig davon, um welchen Projekttyp es sich handelt, ist es wichtig, bei der Erstellung Ihres Briefings die branchenspezifischen Anforderungen nicht außer Acht zu lassen. Allgemeine Vorlagen an Ihr eigenes Projekt anzupassen, liefert das solideste Ergebnis.
Zielgruppe und Nutzerreise im Briefing vertiefen
Es reicht nicht aus, die Zielgruppendefinition einfach in das Briefing aufzunehmen; erst die Verknüpfung dieser Definition mit der Nutzerreise sorgt dafür, dass das Design wirklich funktional wird. Über welchen Kanal ein Besucher auf die Website gelangt (Suchmaschine, soziale Medien, direkter Zugriff, Verweislink) beeinflusst die Designentscheidungen unmittelbar. Ein Besucher, der über eine Suchmaschine kommt, benötigt in der Regel eine bestimmte Information und möchte diese schnell finden; ein Besucher aus sozialen Medien kennt die Marke hingegen möglicherweise noch nicht und braucht einen eher einführenden Inhaltsaufbau. Diese Kanalvielfalt im Briefing zu vermerken, hilft dabei, die Seitenstruktur auf unterschiedliche Einstiegspunkte abzustimmen.
Auch die Phasen der Nutzerreise (Bewusstsein, Bewertung, Entscheidung) in das Briefing einzubeziehen, ist ein sinnvoller Ansatz. In jeder Phase sucht der Nutzer nach anderen Informationen: In der Bewusstseinsphase stehen allgemeine Informationen und vertrauensbildende Elemente im Vordergrund, während in der Entscheidungsphase Preis, Ablauf und Kontaktinformationen wichtiger werden. Diese Phasen im Briefing zu definieren, stellt sicher, dass Seiteninhalte und Handlungsaufforderungen in der richtigen Reihenfolge platziert werden.
Außerdem wird empfohlen, mögliche Einwände und Bedenken Ihrer Zielgruppe ebenfalls im Briefing festzuhalten. Nutzer haben oft bestimmte Bedenken, bevor sie ein Formular ausfüllen oder einen Kauf tätigen – etwa hinsichtlich Preistransparenz, Vertrauenswürdigkeit oder Lieferzeit. Diese Einwände im Voraus zu notieren, ermöglicht dem Designteam, gezielt Inhaltsblöcke zu planen, die diese Bedenken ausräumen (zum Beispiel FAQ-Bereiche, Referenzen oder Garantieinformationen).
Schließlich sollten Sie, falls Ihre Zielgruppe besondere Bedürfnisse im Hinblick auf Barrierefreiheit hat, auch dies angeben. Besteht Ihre Zielgruppe beispielsweise überwiegend aus älteren Menschen, sollten größere Schriftgrößen und eine einfache Navigationsstruktur Priorität haben. Solche Details finden sich zwar nicht in einer allgemeinen Briefing-Vorlage, verleihen Ihrem Projekt aber einen echten Mehrwert.
Der Zusammenhang zwischen Briefing und Projektmanagement
Ein Briefing prägt nicht nur die Designphase, sondern auch den gesamten Projektmanagementprozess. Ein klar abgegrenztes Briefing hilft dem Projektleiter (sofern vorhanden), Arbeitspakete korrekt zu strukturieren und einen realistischen Zeitplan zu erstellen. Ist der Umfang unklar, muss der Projektmanagementprozess ständig überarbeitet werden, was die Teameffizienz mindert.
Ein Briefing ist auch im Hinblick auf das Risikomanagement wertvoll. Wenn Sie zu Projektbeginn mögliche Risiken absehen können – etwa Verzögerungen bei Inhalten, ein langwieriger Freigabeprozess oder technische Integrationsschwierigkeiten – und diese im Briefing festhalten, reduzieren Sie die Wahrscheinlichkeit unangenehmer Überraschungen im weiteren Verlauf. Wissen Sie beispielsweise, dass die Erstellung Ihrer Inhalte länger dauern könnte, ermöglicht die frühzeitige Angabe dieser Information dem Designteam, den Zeitplan entsprechend anzupassen.
Bei Projekten mit vielen Beteiligten kann ein Briefing zugleich als Kommunikationsprotokoll dienen. Wer in welchen Fragen entscheidungsbefugt ist, wie Feedback gesammelt wird und über welchen Kanal es übermittelt wird, kann im Briefing definiert werden. Das ist besonders bei großen Teams oder in Unternehmensstrukturen eine praktische Methode, um Kommunikationschaos zu vermeiden.
Schließlich sollte man nicht vergessen, dass ein Briefing auch in der Nachprojektbewertung genutzt werden kann. Nach Abschluss des Projekts das Endergebnis mit dem ursprünglichen Briefing zu vergleichen, ermöglicht eine objektive Bewertung, inwieweit die Ziele erreicht wurden. Dieser Vergleich bietet zudem eine wertvolle Lernchance für zukünftige Projekte.
Häufige Fehler und wie man sie vermeidet
Bei der Erstellung eines Briefings tappen Unternehmer häufig in bestimmte Fallen. Diese zu kennen, hilft Ihnen, sie bei Ihrem eigenen Briefing zu vermeiden.
- Zu allgemeine Formulierungen verwenden: Aussagen wie „Ich möchte eine schicke, moderne Website" geben dem Designer keine konkrete Richtung. Nennen Sie stattdessen Referenzbeispiele und spezifische Merkmale.
- Die Zielgruppe nicht definieren: Ein Design, das nicht weiß, an wen es sich richtet, spricht am Ende niemanden wirklich an.
- Die Inhaltsvorbereitung vernachlässigen: Fehlende Texte und Bilder können den Designprozess erheblich verzögern.
- Das Budget nicht mitteilen: Wird der Budgetrahmen nicht genannt, können Lösungen vorgeschlagen werden, die nicht zu Ihnen passen.
- Den Freigabeprozess nicht klären: Wird nicht von Anfang an festgelegt, wer im Projekt die endgültige Freigabebefugnis hat, kann es am Ende zu Verwirrung kommen.
Methoden zur Briefing-Erstellung im Vergleich
Bei der Erstellung eines Briefings können unterschiedliche Ansätze gewählt werden. Die folgende Tabelle vergleicht die drei gängigsten Methoden.
| Methode | Vorteil | Nachteil | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Schriftliches Dokument (Word/PDF) | Bietet eine detaillierte und dauerhafte Dokumentation | Erstellung ist zeitaufwendig | Unternehmen, Projekte mit vielen Beteiligten |
| Besprechungs-/Gesprächsnotizen | Schnell und interaktiv | Details können in Vergessenheit geraten | Kleine, schnelle Projekte |
| Fertiges Briefing-Formular/Fragebogen | Standardisiert und vollständig | Wenig individuelle Flexibilität | Wer zum ersten Mal ein Projektbriefing erstellt |
Unabhängig davon, welche Methode Sie wählen, ist entscheidend, dass am Ende des Prozesses ein schriftliches, teilbares Dokument entsteht. Mündliche Absprachen können mit der Zeit vergessen oder unterschiedlich erinnert werden; ein schriftliches Briefing beseitigt dieses Risiko.
Wie führt man eine Bedarfsanalyse für eine Website durch?
Einer der wichtigsten Schritte bei der Briefing-Vorbereitung ist die Durchführung einer umfassenden Bedarfsanalyse für die Website. Diese Analyse stellt sicher, dass Ihre Website nicht nur optisch, sondern auch funktional korrekt aufgebaut wird. Bei der Bedarfsanalyse ist es hilfreich, sich folgende Fragen zu stellen:
- Falls Sie bereits eine Website haben: Welche Aspekte funktionieren dort nicht gut?
- Welche zentrale Handlung soll ein Besucher auf der Website ausführen (Formular ausfüllen, kaufen, Kontakt aufnehmen)?
- Wer wird die Website verwalten? Sollten Inhaltsaktualisierungen einfach möglich sein?
- Wie wichtig ist Ihnen die Sichtbarkeit in Suchmaschinen?
- Welche Priorität hat die mobile Nutzererfahrung in Ihrem Projekt?
Die Antworten auf diese Fragen prägen den Abschnitt zu den technischen Anforderungen in Ihrem Briefing. Möchten Sie beispielsweise Inhaltsaktualisierungen selbst vornehmen, sollten Sie die Anforderung eines benutzerfreundlichen Content-Management-Panels ins Briefing aufnehmen. Ist die Suchmaschinensichtbarkeit für Sie besonders wichtig, sorgt die frühzeitige Angabe dieser Erwartung dafür, dass die Website technisch korrekt für SEO aufgebaut wird.
Der Prozess nach der Weitergabe des Briefings an den Designer
Es reicht nicht aus, Ihr Briefing lediglich mit dem Designer oder der Agentur zu teilen. Eine aktive Kommunikation während des gesamten Prozesses ist entscheidend für einen reibungslosen Projektverlauf.
Planen Sie ein Feedback-Gespräch
Ein Gespräch zu planen, in dem Sie die Fragen des Designers nach der Übergabe des Briefings beantworten, hilft, mögliche Unklarheiten von Anfang an zu beseitigen.
Klären Sie den Korrekturprozess
Von Anfang an zu besprechen, wie viele Korrekturschleifen vorgesehen sind, wie Feedback übermittelt wird und wie der Freigabeprozess abläuft, beugt späteren Meinungsverschiedenheiten vor.
Bleiben Sie flexibel, aber entschlossen
Es ist normal, dass sich manche Ihrer Vorstellungen im Laufe des Designprozesses ändern. Ständiges Ändern der Richtung kann das Projekt jedoch verzögern und die Kosten erhöhen. An den im Briefing festgelegten Grundzielen festzuhalten, hilft, das Projekt termingerecht und im Budgetrahmen abzuschließen.
Ein Briefing, das mit professioneller Unterstützung erstellt oder zumindest von einem Experten geprüft wurde, erhöht die Erfolgswahrscheinlichkeit Ihres Projekts erheblich. Die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Designteam kann auch dabei helfen, Punkte zu erkennen, die Sie im Briefing übersehen haben.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Seiten sollte ein Webdesign-Briefing umfassen?
Es gibt keine feste Regel, aber für eine kleine Unternehmenswebsite reicht in der Regel ein Briefing von 2 bis 4 Seiten aus. Bei größeren, funktional umfangreicheren Projekten kann das Dokument auf 6 bis 10 Seiten anwachsen. Entscheidend ist nicht die Seitenanzahl, sondern dass alle erforderlichen Informationen vollständig enthalten sind.
Sollte ich das Briefing selbst erstellen oder der Designer?
Idealerweise wird der Prozess gemeinsam durchgeführt. Sie definieren Ihre Geschäftsziele und Inhaltsanforderungen, während der Designer Ihnen die richtigen Fragen stellt, um sicherzustellen, dass das Briefing sowohl technisch als auch gestalterisch vollständig ist. Viele professionelle Teams stellen ihren Kunden ein fertiges Briefing-Formular zum Ausfüllen zur Verfügung.
Müssen meine Inhalte bei der Erstellung des Briefings bereits fertig sein?
Das ist keine zwingende Voraussetzung, wird aber dringend empfohlen. Auch wenn Ihre Inhalte noch nicht fertig sind, hilft es dem Designer, das Seitenlayout korrekt zu gestalten, wenn Sie zumindest skizzenhaft angeben, welche Art von Inhalten auf welchen Seiten vorgesehen ist. Fehlende Inhalte gehören zu den häufigsten Ursachen für Verzögerungen im Designprozess.
Kann ich meine Meinung nach der Erstellung des Briefings noch ändern?
Selbstverständlich – im Laufe des Prozesses können sich manche Ihrer Entscheidungen ändern. Häufige und grundlegende Änderungen verlängern jedoch die Projektlaufzeit und können die Kosten erhöhen. Deshalb ist es sinnvoll, Ihre Entscheidungen so weit wie möglich bereits in der Briefing-Phase zu klären, damit der Prozess reibungsloser verläuft.
Ist ein Briefing auch bei Projekten mit kleinem Budget erforderlich?
Definitiv ja. Unabhängig von der Projektgröße spart ein klares Briefing Zeit und Kosten. Bei kleineren Projekten kann das Briefing kürzer und einfacher ausfallen, dennoch sollten die grundlegenden Punkte (Ziel, Zielgruppe, Seitenstruktur, Budget, Zeitplan) weiterhin enthalten sein.
Was ist der Unterschied zwischen einem Briefing und einem Angebot (Proposal)?
Das Briefing ist das Dokument, in dem der Kunde seine Bedürfnisse und Erwartungen definiert. Das Angebot hingegen ist der Vorschlag des Designers oder der Agentur zu Umfang, Zeitplan und Preisgestaltung, der auf diesem Briefing basiert. Das Briefing kommt also zu Beginn des Prozesses vom Kunden, während das Angebot als Antwort darauf vom Designer erstellt wird.
Fazit
Ein wirkungsvolles Webdesign-Briefing zu erstellen, ist ein scheinbar kleiner, aber wirkungsstarker Schritt. Die wenigen Stunden Vorbereitungszeit, die Sie zu Beginn Ihres Projekts investieren, können wochenlange Missverständnisse, unnötige Korrekturschleifen und Budgetüberschreitungen in späteren Phasen verhindern. Ein gutes Projektbriefing ist eine Roadmap, die Ihre Ziele, Ihre Zielgruppe, Ihre technischen Anforderungen und Ihre Markenidentität klar darstellt und dafür sorgt, dass sowohl Sie als auch das Designteam dieselbe Vision teilen.
Sie können die in diesem Leitfaden behandelten Punkte als Checkliste für Ihr eigenes Projekt verwenden und je nach Bedarf erweitern. Denken Sie daran: Ein Briefing ist kein statisches Dokument – es kann im Laufe des Projekts aktualisiert werden. Entscheidend ist jedoch, dass die grundlegenden Ziele von Anfang an klar definiert sind, damit das Projekt reibungslos voranschreiten kann. Ein Briefing, das im Rahmen einer umfassenden Bedarfsanalyse für die Website erstellt wird, spart Ihnen Zeit und erhöht die Wahrscheinlichkeit erheblich, dass das Endergebnis Ihren Erwartungen entspricht. Einen solchen Vorbereitungsprozess gemeinsam mit einem Experten zu durchlaufen, trägt dazu bei, dass Ihr Projekt auf einem besonders soliden Fundament steht.