Eines Morgens erzählt Ihnen ein Kunde am Telefon: „Ich habe Sie bei Google gesucht, aber zuerst kam eine andere Praxis, und da habe ich versehentlich dort angerufen.“ Neugierig geben Sie Ihren eigenen Firmennamen bei Google ein. Ganz oben, in einem Kasten mit dem Wort „Anzeige“, steht der Name Ihres Mitbewerbers. Direkt über Ihrer eigenen Website.
Das ärgert. Ihr Name, die Marke, an der Sie jahrelang gearbeitet haben, scheint dem Konkurrenten Kunden zuzuführen. In diesem Beitrag erkläre ich, warum Werbung auf Ihren Firmennamen durch einen Wettbewerber vorkommt, wie sie sich auf Ihre Kunden wirklich auswirkt und welche Möglichkeiten Sie haben. Wie man Anzeigen einrichtet, erkläre ich nicht, und rechtlich verbindliche Auskünfte gebe ich auch nicht. Das klärt eine Anwältin oder ein Anwalt.
Warum passiert das?
Google-Anzeigen werden anhand der Wörter gezeigt, die Menschen eintippen. Wer wirbt, legt eine Liste fest: „Zeige meine Anzeige, wenn diese Wörter gesucht werden.“ Auf dieser Liste kann auch der Name eines anderen Unternehmens stehen. Wer das tut, hofft, Menschen, die Sie suchen, zur eigenen Tür zu lenken.
Ein Vergleich aus der Fußgängerzone: Sie führen eine Bäckerei, die jeder in der Innenstadt kennt. Der neue Bäcker gegenüber hängt sein Schild direkt neben Ihres und malt einen Pfeil mit „Hier entlang“. Ein Kunde, der Sie sucht, findet Ihren Laden immer noch, aber ein Teil folgt dem Pfeil. Im Netz ist es ganz ähnlich.
Wo eine Anzeige landet, hängt vom Gebot des Werbenden, von der Qualität der Anzeige und einigen weiteren Faktoren ab. Auch wenn Sie nichts falsch gemacht haben, kann die Anzeige eines Mitbewerbers also manchmal über Ihrer Website stehen.
Was bewirkt es bei Ihren Kunden wirklich?
Ich möchte die Wirkung weder übertreiben noch kleinreden.
- Kunden, die Sie schon kennen, finden meist den richtigen Ort. Sie kennen Ihren Namen und erkennen Ihre Website oder Ihr Unternehmensprofil.
- Kunden, die Sie nur halb kennen, können sich vertun. Wer den genauen Namen nicht mehr weiß und in Eile auf dem Handy sucht, tippt womöglich auf das oberste Ergebnis.
- Unentschlossene Kunden lassen sich von einem Angebot oder einem Satz in der Anzeige des Mitbewerbers überzeugen.
Wie viele Kunden Sie verlieren, kann ich nicht sagen, und ich erfinde keine Zahl. Stört es Sie, ist die beste Messung, Kunden zu fragen: „Wie haben Sie uns gefunden?“ Diese eine Frage im Terminformular sagt Ihnen schon viel.
Ihre eigentliche Verteidigung: stark bei Ihrem eigenen Namen
Die Anzeige eines Mitbewerbers können Sie nicht immer verhindern. Aber wie stark Ihr Unternehmen wirkt, wenn jemand Ihren Namen eintippt, haben Sie zu einem guten Teil selbst in der Hand. Sieht die suchende Person Folgendes, wirkt die fremde Anzeige deutlich schwächer:
- Ihre eigene Website ist das erste normale Ergebnis. Steht Ihre Startseite bei Ihrem Namen ganz oben, findet der Kunde leicht den richtigen Ort.
- Ihr Unternehmensprofil ist vollständig und aktuell. Karte und Infokasten zeigen Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten und Fotos.
- Sie haben Bewertungen. Eine gute Bewertung und echte Kundenstimmen lassen Sie real und vertrauenswürdig wirken. Daneben sieht die Anzeige des Mitbewerbers blass aus.
- Seitentitel und Beschreibung sind klar. Im Ergebnis stehen Ihr Name, Ihre Tätigkeit und Ihre Stadt.
Nichts davon garantiert ein Ergebnis, aber zusammen machen diese Punkte Sie zum offensichtlichen Inhaber Ihres Namens. Von der Person, die diese Arbeit macht, können Sie einen Screenshot der Suche nach Ihrem Namen und eine kurze Liste der Lücken verlangen.
Sollten Sie selbst werben?
Manche Betriebe schalten zur Verteidigung auch Werbung auf den eigenen Namen. Wer dann den Namen tippt, sieht die eigene Anzeige statt der des Mitbewerbers. Das kann sinnvoll sein oder überflüssig. Entscheidend sind diese Fragen:
| Frage | Antwort, die für Werbung spricht |
|---|---|
| Steht Ihre Website bei Ihrem Namen ohnehin ganz oben? | Wenn ja, sinkt der Bedarf |
| Zieht die Anzeige des Mitbewerbers tatsächlich Kunden? | Wenn ja, lohnt das Nachdenken |
| Wie wertvoll ist Ihr Markenname für Sie? | Wenn sehr, ist Schutz sinnvoll |
Ich schaue in meiner Arbeit zuerst auf die normalen Suchergebnisse und Ihr Profil, denn Anzeigen wirken nur, solange man für sie zahlt.
Markenanmeldung und Beschwerde
Hier kommt das Recht ins Spiel, das sage ich gleich. Verbindliche Auskunft gibt eine Fachanwältin oder ein Fachanwalt für Marken- und Wettbewerbsrecht, nicht ich. Allgemein sollten Sie Folgendes wissen:
- Eine Markenanmeldung ist eine Möglichkeit, Ihren Namen offiziell zu schützen. Ist Ihr Name eingetragen, können Sie bei manchen Anzeigenplattformen eine stärkere Position haben, wenn ein Mitbewerber ihn im Anzeigentext verwendet.
- Eine Beschwerde bei der Anzeigenplattform ist möglich. Plattformen haben Verfahren für Einwände wegen Markenrechten. Was dabei herauskommt, hängt von den Regeln der Plattform und Ihrem Fall ab.
- Direkter Kontakt zum Mitbewerber hilft manchmal.
- Rechtliche Schritte sind ernster und sollten immer mit fachlicher Begleitung erfolgen.
Keiner dieser Wege garantiert ein Ergebnis. Manche Plattformen geben einer Beschwerde statt, andere nicht, und auch die Art, wie der Mitbewerber Ihren Namen in der Anzeige nutzt, spielt eine Rolle. Sprechen Sie deshalb mit einer Fachperson, bevor Sie auf eigene Faust forsch vorgehen.
Was Sie jetzt tun können
- Machen Sie einen Screenshot mit Datum von dem, was Sie bei der Suche nach Ihrem Namen sehen.
- Prüfen Sie Ihr Unternehmensprofil und ergänzen Sie fehlende Fotos oder Zeiten.
- Bitten Sie zufriedene Kunden um Bewertungen.
- Klären Sie, ob Ihre Marke eingetragen ist. Wenn nicht, fragen Sie eine Fachperson.
- Fügen Sie Ihrem Kontakt- oder Terminformular die Frage „Wie haben Sie von uns erfahren?“ hinzu.
Häufige Fragen
Verliere ich Kunden, wenn der Mitbewerber weiter auf meinen Namen wirbt?
Wer Sie schon kennt, findet meist den richtigen Ort. Wer es eilig hat, kann sich aber verwählen. Eine genaue Quote kann ich nicht nennen. Am besten fragen Sie Kunden, wie sie Sie gefunden haben.
Ist das erlaubt?
Die Antwort hängt von Ihrem Land, dem Anzeigentext und Ihrem Fall ab. Ich urteile nicht, sondern empfehle, sich rechtlich beraten zu lassen.
Kann man die Anzeige entfernen lassen?
In manchen Fällen können Sie bei der Anzeigenplattform Einspruch einlegen. Das Ergebnis hängt von Ihrem Fall und den Regeln der Plattform ab und ist nicht sicher.
Fazit
Die Anzeige eines Mitbewerbers bei der Suche nach dem eigenen Namen zu sehen ist ärgerlich, aber die Antwort ist nicht Panik, sondern ein starker Auftritt bei Ihrem Namen: eine solide Website, ein vollständiges Unternehmensprofil und echte Bewertungen. Für rechtliche Optionen fragen Sie eine Fachperson. Wenn Sie gemeinsam ansehen möchten, wie Ihre Suchergebnisse heute aussehen, erreichen Sie mich über die Seite SEO-Beratung.