Stellen Sie sich vor, Sie führen eine Zahnarztpraxis. Ein Patient tippt „Zahnarzt Notdienst Samstag“ in sein Handy und schaut auf die Liste. Steht Ihre Website darin? Auf welchem Platz? Wie viele Personen haben geklickt, und wie viele sind stattdessen zur Konkurrenz gegangen? Die meisten Inhaber können das nicht beantworten. Die Website wird gebaut, dann gibt man den eigenen Firmennamen bei Google ein, sieht sich selbst und hält die Sache für erledigt.
Der eigene Name sagt aber nichts über die echte Lage aus. Ihre Kunden kennen Ihren Namen oft noch gar nicht. Sie tippen ein, was sie brauchen. Genau hier hilft ein kostenloses Werkzeug von Google. In diesem Beitrag erkläre ich, was es ist, welche vier Informationen es Ihnen liefert und was Sie die Person fragen sollten, die Ihre Website betreut.
Was ist Google Search Console?
Auf die Frage „Was ist Google Search Console?“ antworte ich kurz: Sie ist ein kostenloses Zeugnis, das Google über Ihre Website ausstellt. Sie zeigt, wie Google Ihre Seite sieht und wie sie Menschen angezeigt wird. Sie kostet nichts, und jeder kann sie öffnen.
Denken Sie an ein Schaufenster. Ein Werbeplakat sagt Ihnen nicht, wie viele Leute vorbeigegangen sind. Dieses Werkzeug schon: „So viele Personen sind an Ihrem Fenster vorbeigekommen, so viele sind hereingekommen, und in der Scheibe ist ein Riss.“ Es ist die einzige offizielle Quelle dafür, wie Ihre Seite bei Google auftritt.
Diese 4 Dinge sollten Sie prüfen
Das Werkzeug hat Dutzende Ansichten, aber als Unternehmer müssen Sie nicht alle kennen. Fünf Minuten im Monat für diese vier Punkte genügen.
- Was tippen Menschen ein, wenn sie Sie finden? Die Suchanfragen werden aufgelistet. Manchmal sehen Sie Begriffe, mit denen Sie nie gerechnet haben, etwa „Zahnarzt am Wochenende“. Das zeigt, wie Ihre Kunden wirklich sprechen.
- Wie viele Personen klicken? Sie sehen, wie oft Ihre Seite in den Ergebnissen erschien und wie oft daraus ein Klick wurde. Erscheinen Sie oft, werden aber selten angeklickt, überzeugen Titel und Beschreibung im Ergebnis vielleicht nicht.
- Welche Ihrer Seiten sind bei Google? Sie sehen, welche Seiten funktionieren und welche nie auftauchen. Ist Ihre Leistungsseite nicht bei Google, kann ein Kunde diese Leistung nicht bei Ihnen finden.
- Meldet Google ein Problem? Wenn sich ein Teil der Seite nicht öffnen lässt, nicht verstanden wird oder auf dem Handy kaputt aussieht, sagt Ihnen das Werkzeug Bescheid. Es ist wie eine Warnleuchte im Auto.
Ein Beispiel: Ein Rechtsanwalt erwartet vielleicht, bei „Scheidungsanwalt“ zu erscheinen. Im Werkzeug sieht er womöglich, dass Menschen eigentlich fragen „Wie lange dauert eine einvernehmliche Scheidung“. Das zeigt, welche Frage Ihre Seite beantworten sollte. Sie raten nicht mehr, sondern entscheiden anhand der Worte Ihrer Kunden.
Welche Entscheidung beeinflusst welche Zahl?
| Was Sie sehen | Was es aussagt | Entscheidung |
|---|---|---|
| Suchanfragen | Mit welchem Bedarf Kunden kommen | Welche Leistung Sie hervorheben |
| Klicks | Ob das Erscheinen genügt | Titel überarbeiten |
| Angezeigte Seiten | Welche Seiten funktionieren | Ob eine neue Seite nötig ist |
| Problemmeldungen | Ob Google Hindernisse findet | Dringende Korrekturen |
Wem sollte das Konto gehören?
Einen Fehler sehe ich sehr oft: Die Person, die die Website baut, richtet das Werkzeug mit ihrem eigenen Konto ein. Endet das Projekt oder gibt es Streit, haben Sie keinen Zugriff mehr. Jahre an Daten liegen im Konto eines anderen.
Das Konto sollte mit dem eigenen Google-Konto Ihres Unternehmens angelegt werden. Sie sind Inhaber und geben der Person, die die Seite betreut, eine Berechtigung. Diese können Sie jederzeit wieder entziehen. Die Einrichtung erledigt die Person, die Ihre Website gebaut hat, problemlos; meist braucht sie nur Zugriff über Ihr Google-Konto. Die technischen Schritte müssen Sie nicht kennen.
Was Sie selbst prüfen können und was die Fachperson erledigt
Eine klare Rollenverteilung macht es einfach.
Was Sie selbst prüfen können:
- Sicherstellen, dass das Konto zu Ihrem eigenen Google-Konto gehört.
- Einmal im Monat das Werkzeug öffnen und einen Blick auf Suchanfragen und Klicks werfen.
- Wenn eine Problemmeldung kommt, im Posteingang nachsehen; Google schickt diese auch per E-Mail an den Kontoinhaber.
- Ihre Webbetreuung fragen: „Was hat sich diesen Monat verändert?“
Was die Fachperson erledigt:
- Das Werkzeug einrichten und Google bestätigen, dass die Website Ihnen gehört.
- Dafür sorgen, dass Ihre Seiten Google sauber vorgestellt werden.
- Eingehende Problemmeldungen lesen, die Ursache finden und beheben.
- Anhand der Daten empfehlen, welche Seite verbessert werden sollte.
Diese Trennung ist wichtig. Eine Meldung wie „Seite nicht indexiert“ (Google hat die Seite nicht in seine Liste aufgenommen) sollte Sie nicht in Panik versetzen. Nicht jede Meldung ist dringend, aber zu erkennen, welche es ist, ist Aufgabe der Fachperson.
Der Unterschied zwischen Search Console und Analytics
Beide werden oft verwechselt. Die Search Console beschreibt, was passiert, bevor jemand auf Ihre Seite kommt: wie sichtbar Sie bei Google sind. Google Analytics zeigt, was Besucher tun, nachdem sie angekommen sind. Das eine zählt die Menge vor dem Schaufenster, das andere, was die Leute im Laden machen. Keines ersetzt das andere; zusammen ergeben sie das ganze Bild. Analytics behandle ich in einem eigenen Beitrag.
Was Sie die Fachperson fragen sollten
Fragen Sie Ihre Webbetreuung oder Ihren SEO-Dienstleister:
- Liegt das Search-Console-Konto unter meinem Google-Konto, und bin ich Inhaber?
- Bei welchen Suchanfragen erscheinen wir seit drei Monaten neu?
- Welche Seiten werden angezeigt, aber nicht angeklickt, und was tun wir dagegen?
- Meldet Google aktuell ein Problem auf unserer Website?
- Was unternehmen wir auf Grundlage dieser Daten im nächsten Monat?
Eine gute Fachperson antwortet in einfachen Worten. „Das ist technisch, das verstehen Sie nicht“ ist kein gutes Zeichen. Zur Dauer: Die Einrichtung ist meist schnell erledigt, aber Daten sammeln sich erst danach. Ein erstes aussagekräftiges Bild sehen Sie nach einigen Wochen, ein verlässliches nach einigen Monaten.
Häufige Fragen
Kostet die Search Console Geld?
Nein. Sie ist ein kostenloses Google-Werkzeug. Wer Geld verlangt, verkauft sein Fachwissen und seine Zeit, nicht das Werkzeug. Das ist normal, fragen Sie aber, wofür Sie genau bezahlen.
Was, wenn der Ersteller meiner Website es mit seinem Konto eingerichtet hat?
Sie können Google zeigen, dass die Website Ihnen gehört, und Ihr eigenes Konto hinzufügen lassen. Frühere Daten bleiben unter Umständen im alten Konto. Deshalb ist es besser, es von Anfang an mit Ihrem Konto einzurichten.
Sehe ich sofort Ergebnisse?
Nein. Google braucht Zeit, um eine neue Seite zu bemerken und zu bewerten. Ein genauer Zeitplan oder ein Ergebnisversprechen wäre unseriös. Entscheidend ist, ob die Richtung im Zeitverlauf nach oben oder nach unten zeigt. Der Fehler, den ich am häufigsten sehe: Das Werkzeug wird in der ersten Woche aufgegeben, weil die Zahlen niedrig sind. Das Bild wird erst nach einigen Monaten aussagekräftig.
Sollte ich das selbst lernen?
Die Einzelheiten müssen Sie nicht lernen. Es genügt, die vier Punkte zu kennen und die richtigen Fragen zu stellen.
Der nächste Schritt
Die Search Console ist der ehrlichste Weg zu sehen, wo Ihre Website bei Google steht. Wenn Sie kein Konto haben oder nicht wissen, wer es besitzt, ist das herauszufinden vermutlich der nützlichste erste Schritt für heute. Wenn ich die Daten mit Ihnen gemeinsam lesen und erklären soll, was zu tun ist, schauen Sie sich meine Seite zur SEO-Beratung an.