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Benutzerfreundliches Navigationsdesign (Menügestaltung)

Mit benutzerfreundlichem Navigationsdesign verlieren Sie keine Besucher mehr. Entdecken Sie praktische Tipps zu Menüstruktur, Mobilität und Conversion.

Wenn Besucher auf eine Website gelangen, stellen sie sich oft schon bevor sie überhaupt mit dem Lesen beginnen unbewusst eine einzige Frage: "Wie finde ich hier, wonach ich suche?" Genau diese Frage beantwortet ein durchdachtes Navigationsdesign. Ihr Website-Menü ist nicht nur eine Liste, die Seiten miteinander verknüpft, sondern zugleich eine Landkarte, die die Architektur Ihrer Marke, Ihre Prioritäten und die Wertschätzung gegenüber Ihren Nutzern abbildet. Wenn ein Besucher die Orientierung verliert, liegt die Schuld meist nicht am Inhalt selbst, sondern an den Wegweisern, die zu diesem Inhalt führen.

Stellen Sie sich vor, Sie betreten einen Laden, in dem es keine Schilder an den Regalen gibt, die Kasse nirgends zu erkennen ist und der Ausgang im Nebel verschwindet. Egal, wie hochwertig die angebotenen Produkte sind, Sie werden sich in diesem Geschäft nicht lange aufhalten. In der digitalen Welt verhält es sich genauso: Ein verwirrendes Menüdesign lässt selbst die schönsten Bilder und die stärksten Texte ins Leere laufen. Nutzer sind ungeduldig, Alternativen sind nur einen Tab entfernt, und das Drücken der Zurück-Taste kostet überhaupt nichts.

In diesem Leitfaden zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie ein intuitives und conversionorientiertes Website-Menü gestalten. Wir bieten Ihnen einen umfassenden Fahrplan, der von den Grundlagen der Informationsarchitektur über das mobile Erlebnis und die Barrierefreiheit bis hin zur messbaren Performance reicht. Unser Ziel ist es, Ihnen dabei zu helfen, eine Struktur aufzubauen, die Ihre Besucher in einem natürlichen Fluss ans Ziel bringt, ohne sie zum Nachdenken zu zwingen.

Warum ist Navigation so wichtig?

Die Navigation ist das Rückgrat der Nutzererfahrung. Egal, über welche Seite ein Besucher Ihre Website betritt, er plant seinen nächsten Schritt über das Menü. Ist diese Struktur nicht eindeutig, ermüdet der Nutzer schnell und verlässt die Seite. Das treibt unmittelbar Ihre Absprungrate in die Höhe, verkürzt die Verweildauer pro Seite und erschwert Ihnen am Ende das Erreichen Ihrer Ziele, sei es ein Verkauf oder das Ausfüllen eines Kontaktformulars.

Die Vorteile eines guten Navigationsdesigns lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

  • Es reduziert die kognitive Belastung: Der Nutzer muss nicht bei jedem Klick überlegen "Was soll ich jetzt tun?"; das Menü weist ihm stattdessen den Weg.
  • Es schafft Vertrauen: Ein geordnetes und konsistentes Menü vermittelt das Gefühl, dass dahinter ein professionelles Team steht.
  • Es beschleunigt die Conversion: Wenn wichtige Seiten direkt zur Hand sind, gelangt der Nutzer schneller zum Kauf- oder Kontaktschritt.
  • Es unterstützt die SEO-Performance: Suchmaschinen verstehen die Struktur Ihrer Website über die Menüverlinkungen; eine gut konzipierte Navigation steigert die Effizienz beim Crawlen und Indexieren.

Ein entscheidender Punkt wird dabei oft übersehen: Die Navigation besteht nicht nur aus dem oberen Menü. Das Footer-Menü, die Seitenleisten, die Verlinkungen innerhalb der Inhalte, die Breadcrumb-Strukturen und sogar das Suchfeld bilden gemeinsam das gesamte Orientierungssystem Ihrer Website. Diese Elemente als Ganzes zu betrachten, ist weitaus wirkungsvoller, als die einzelnen Teile isoliert zu optimieren.

Informationsarchitektur: Das unsichtbare Gerüst des Menüs

Bevor Sie ein ästhetisches Menü gestalten, müssen Sie Ihre Inhalte logisch gruppieren. Diese Aufgabe nennt man Informationsarchitektur, und sie bildet das Fundament einer guten Navigation. Sind die Inhalte ungeordnet, wird das Ergebnis verwirrend bleiben, egal wie elegant das Design ist, das Sie darüberlegen.

Die Methode des Card Sorting

Eine der zuverlässigsten Methoden, um Ihre Informationsarchitektur an den Erwartungen der Nutzer auszurichten, ist die Technik des Card Sorting. Bei diesem Verfahren schreiben Sie alle Inhaltsüberschriften Ihrer Website auf einzelne Karten und bitten echte Nutzer, diese nach ihrer eigenen Logik in Gruppen einzuordnen. Die daraus entstehenden Gruppen unterscheiden sich häufig deutlich von Ihrer internen Organisation, denn Nutzer denken über Inhalte nicht in den Kategorien interner Abteilungen, sondern nach ihren eigenen Bedürfnissen.

Die Macht der Bezeichnungen: Sprechen Sie die Sprache der Nutzer

Menübezeichnungen sind kein Wettbewerb im Fachjargon. Verwenden Sie statt unternehmerisch klingender, aber unklarer Begriffe wie "Lösungen", "Ökosystem" oder "Portfolio" lieber die Wörter, die im Kopf des Nutzers vorhanden sind. Wenn Besucher nach "Preisen" suchen, sollte in Ihrem Menü "Preise" stehen und nicht "Investitionspakete". Klare und vertraute Bezeichnungen beseitigen das Zögern vor dem Klick.

Tiefe oder Breite?

Bei der Gestaltung der Menüstruktur stoßen Sie immer wieder auf ein Gleichgewicht: Wie viele Hauptpunkte soll es geben und wie viele Ebenen unter jedem Punkt? Zu viele Hauptpunkte überfordern den Nutzer; eine zu tiefe Hierarchie zwingt ihn dazu, mehrfach zu klicken, um die gewünschte Seite zu erreichen. Allgemein anerkannt ist es, das Hauptmenü auf fünf bis sieben Elemente zu beschränken und die Hierarchie so flach wie möglich zu halten. Dass die meisten Inhalte in höchstens drei Klicks erreichbar sind, ist ein gesundes Ziel.

Navigationsarten und die richtige Wahl

Es gibt nicht für jede Website den einen richtigen Menütyp. Die richtige Wahl hängt von der Größe Ihrer Website, der Anzahl der Inhalte und dem Nutzerverhalten ab. Die folgende Tabelle vergleicht die gängigsten Navigationsarten und die jeweils passenden Einsatzszenarien.

Navigationsart Am besten geeignet für Vorteil Worauf zu achten ist
Horizontales Top-Menü Websites mit wenigen Hauptkategorien Vertraut und schnell zugänglich Bietet nur Platz für wenige Elemente
Dropdown-Menü Websites mit mittlerer Hierarchie Vereinfacht durch das Ausblenden von Unterseiten Auf Mobilgeräten oft umständlich
Mega-Menü Umfangreiche Produkt-/Inhaltskataloge Zeigt alle Optionen auf einen Blick Kann eine Entscheidungslähmung auslösen
Hamburger-Menü Mobile und schlichte Oberflächen Spart Platz Kann die Auffindbarkeit verringern
Seitenmenü (Sidebar) Dashboards und Dokumentationsseiten Geeignet für vielschichtige Strukturen Verkleinert den Inhaltsbereich
Tab-Navigation Bereiche innerhalb einer Seite Erhält den Kontext Zu viele Tabs stiften Verwirrung

Betrachten Sie diese Tabelle nicht als Rezept, sondern als Ausgangspunkt. Die meisten modernen Websites kombinieren mehrere Arten miteinander; so ist beispielsweise ein hybrider Ansatz, bei dem auf dem Desktop ein horizontales Menü erscheint, das sich auf Mobilgeräten in ein Hamburger-Menü verwandelt, äußerst verbreitet.

Die Debatte um das Hamburger-Menü

Das Hamburger-Menü, also jenes berühmte Symbol aus drei Strichen, ist zu einem festen Bestandteil des mobilen Designs geworden. Es verdient jedoch einen Warnhinweis: Da es die Menüinhalte verbirgt, kann es die Auffindbarkeit verringern. Nutzer klicken nicht auf Optionen, die sie nicht sehen. Deshalb ist es vor allem bei E-Commerce- und conversionorientierten Websites klüger, die zwei bis drei wichtigsten Aktionen sichtbar auf dem Bildschirm zu halten, statt sie im Hamburger-Menü zu verstecken. Symbole für Warenkorb, Suche und Konto sollten beispielsweise deutlich neben dem Menüsymbol stehen.

Mobile-First-Navigationsdesign

Heute stammt der überwiegende Teil des Webtraffics von Mobilgeräten. Das bedeutet, dass der Ansatz "zuerst der Desktop, danach verkleinern wir" beim Menüdesign nicht mehr gültig ist. Mobile-First zu denken sorgt dafür, dass Sie eine Struktur aufbauen, die selbst auf dem kleinsten Bildschirm funktioniert, und diese von dort aus nach oben hin erweitern.

Die grundlegenden Prinzipien, die Sie beim mobilen Navigationsdesign beachten sollten, sind:

  1. Halten Sie die Touch-Ziele groß. Es wird empfohlen, dass Bereiche, die mit dem Finger berührt werden, mindestens 44 x 44 Pixel groß sind. Kleine Links, die zu dicht beieinander liegen, führen zu Fehlklicks und Frust beim Nutzer.
  2. Denken Sie an den Daumenbereich. Menschen halten ihr Telefon meist mit einer Hand. Häufig genutzte Aktionen im unteren Bildschirmbereich zu platzieren, dort wo der Daumen leicht hinkommt, steigert den Komfort.
  3. Erwägen Sie eine untere Navigationsleiste. Für Websites, die ein app-ähnliches Erlebnis bieten, ist eine fest am unteren Bildschirmrand stehende Leiste mit drei bis fünf Symbolen eine weitaus besser auffindbare Alternative zum Hamburger-Menü.
  4. Gestalten Sie Übergänge sanft. Verwenden Sie beim Öffnen des Menüs kurze, flüssige Animationen statt abrupter Sprünge; das hilft dem Nutzer, dem zu folgen, wohin er blickt.
  5. Erleichtern Sie die Rückkehr. Zum Schließen des geöffneten Menüs sollte stets ein deutliches Kreuzsymbol oder die Möglichkeit, außerhalb des Menüs zu tippen, vorhanden sein.

Ein häufiger Fehler beim mobilen Erlebnis besteht darin, alle Menüelemente des Desktops unverändert auf den kleinen Bildschirm quetschen zu wollen. Setzen Sie stattdessen auf dem Mobilgerät Prioritäten; heben Sie die am häufigsten benötigten Links hervor und verlagern Sie sekundäre Links in Untermenüs oder in den Footer-Bereich.

Ein barrierefreies Menü ist für alle da

Barrierefreiheit ist beim Navigationsdesign oft das, woran zuletzt gedacht wird, obwohl sie eigentlich von Anfang an berücksichtigt werden sollte. Dass Ihr Menü nicht nur mit der Maus, sondern auch mit der Tastatur bedienbar ist, dass sich Besucher, die einen Screenreader nutzen, nicht verirren und dass farbenblinde Nutzer Links unterscheiden können, ist eine grundlegende Voraussetzung. Ein barrierefreies Website-Menü ist sowohl eine ethische Verantwortung als auch eine Möglichkeit, Ihr potenzielles Publikum zu erweitern.

Praktiken, die Sie für eine barrierefreie Navigation umsetzen können:

  • Navigation per Tastatur: Der Nutzer sollte allein mit der Tab-Taste durch alle Menüelemente navigieren und mit Enter eine Auswahl treffen können. Dropdown-Menüs sollten sich auch per Tastatur öffnen und schließen lassen.
  • Sichtbare Fokusanzeige: Ein Nutzer, der mit der Tastatur navigiert, muss klar erkennen, auf welchem Element er sich gerade befindet. Den Fokusrahmen auszublenden, beeinträchtigt die Barrierefreiheit erheblich.
  • Aussagekräftige Linktexte: Verwenden Sie statt unklarer Formulierungen wie "Klicken Sie hier" oder "hier" Texte, die erklären, wohin der Link führt.
  • Ausreichender Farbkontrast: Der Kontrast zwischen Menütext und Hintergrund sollte so hoch sein, dass auch Nutzer mit eingeschränktem Sehvermögen ihn lesen können.
  • Sprunglink zum Inhalt: Einen Link wie "Zum Inhalt springen" ganz oben auf der Seite hinzuzufügen, erspart Screenreader-Nutzern, jedes Mal das gesamte Menü anhören zu müssen.

Investitionen in Barrierefreiheit haben einen schönen Nebeneffekt: Ein barrierefreies Design ist fast immer auch ein klareres, logischeres und für alle praktischeres Design. Diese Bemühungen kommen also nicht nur einer bestimmten Nutzergruppe zugute, sondern all Ihren Besuchern.

Visuelle Hierarchie und Konsistenz

Ein Menü kann sich nicht damit begnügen, dass seine Inhalte richtig sind; wie diese Inhalte präsentiert werden, ist mindestens ebenso wichtig. Die visuelle Hierarchie ist die Kunst, den Blick des Nutzers an die richtige Stelle zu lenken. Ein gutes Menüdesign macht das wichtigste Element auf einen Blick deutlich und positioniert die übrigen entsprechend.

Die Logik von Position und Reihenfolge

Nutzer erinnern sich am besten an das erste und das letzte Element eines Menüs. Deshalb ist es sinnvoll, Ihre wichtigsten Links an diese Positionen zu setzen. Bestimmen Sie die Reihenfolge nicht zufällig, sondern entlang der Nutzerreise; so können beispielsweise Vorstellungsseiten am Anfang und der Schritt zur Kontaktaufnahme oder zum Kauf am Ende stehen.

Anzeige des aktiven Zustands

Während der Nutzer Ihre Website durchstöbert, sollte er am Menü ablesen können, auf welcher Seite er sich befindet. Das Menüelement der aktuellen Seite durch eine Unterscheidung in Farbe, Unterstrich oder Schriftstärke hervorzuheben, beantwortet die Frage "Wo bin ich?" still und leise. Dieses kleine Detail stärkt das Orientierungsgefühl und sorgt dafür, dass sich der Nutzer sicher fühlt.

Konsistenz ist alles

Ihr Menü sollte auf jeder Seite an derselben Stelle, in derselben Reihenfolge und im selben Erscheinungsbild auftauchen. Ein Menü, das auf einer Seite oben und auf einer anderen seitlich erscheint, zerstört die mentale Landkarte des Nutzers. Konsistenz ermöglicht es dem Nutzer, Ihre Website zu erlernen; hat er einmal verstanden, wie sie funktioniert, läuft seine gesamte weitere Navigation automatisch ab. Standardisieren Sie deshalb alle Details wie Breadcrumb-Strukturen, den Stil der Symbole und Hover-Effekte über die gesamte Website hinweg.

Inhaltsinterne und sekundäre Navigation

Das obere Menü ist nur das sichtbare Gesicht der Navigation. Das eigentliche Erlebnis prägt sich daran, wie leicht der Nutzer den nächsten Schritt findet, während er sich innerhalb einer Seite befindet. Sekundäre Navigationselemente bewahren den Nutzer davor, sich in den Tiefen der Website zu verlieren.

  • Breadcrumbs: Besonders bei vielschichtigen Websites zeigen sie dem Nutzer, wo er sich in der Hierarchie befindet, und ermöglichen ihm, mit einem Klick zur übergeordneten Kategorie zurückzukehren.
  • Links zu verwandten Inhalten: Verwandte Empfehlungen am Ende eines Blogbeitrags oder einer Produktseite halten den Nutzer auf der Website und erzeugen einen natürlichen Entdeckungsfluss.
  • Footer-Menü: Es ist ein idealer Bereich für rechtliche Seiten, Kontaktinformationen und sekundäre Links. Wenn ein Nutzer eine Information oben nicht findet, blickt er instinktiv ans untere Ende der Seite.
  • Interne Suche: Mit zunehmender Inhaltsmenge wird das Suchfeld vom Luxus zur Notwendigkeit. Eine gute Suche ist der letzte Rettungsanker des Nutzers, wenn die Navigation versagt.

Inhaltsinterne Links sind zugleich aus SEO-Sicht wertvoll. Sinnvolle interne Verlinkungen zwischen Seiten leiten nicht nur den Nutzer, sondern helfen auch den Suchmaschinen, die Beziehung zwischen Ihren Seiten zu verstehen. Eine gute interne Navigationsstrategie spricht also sowohl Menschen als auch Algorithmen an.

Häufige Navigationsfehler

Selbst erfahrene Teams tappen gelegentlich in dieselben Fallen. Im Folgenden finden Sie die häufigsten Fehler beim Menüdesign und wie Sie sie vermeiden.

Zu viele Menüelemente

Jede Seite in das obere Menü aufzunehmen, gibt dem Nutzer keine Auswahlfreiheit, sondern lähmt ihn. Zu viele Optionen erschweren die Entscheidung und führen dazu, dass auf keine davon geklickt wird. Überprüfen Sie Ihr Menü regelmäßig und verlagern Sie nicht wirklich notwendige Elemente in den Footer oder in Untermenüs.

Unklare und kreative Bezeichnungen

Poetische, aber unklare Bezeichnungen wie "Ihre Reise", "Unsere Welt" oder "Unsere Geschichte" mögen den Eindruck erwecken, dass sie Ihrer Marke Persönlichkeit verleihen; da der Nutzer jedoch nicht abschätzen kann, was sich dahinter verbirgt, zögert er zu klicken. Klarheit geht immer vor Kreativität.

Inkonsistenz zwischen Mobil und Desktop

Wenn ein Element auf dem Desktop im Menü vorhanden ist, auf dem Mobilgerät jedoch verschwindet, verwirrt das den Nutzer. Beide Erlebnisse sollten Zugang zu denselben Inhalten bieten; lediglich die Art der Präsentation darf sich je nach Gerät unterscheiden.

Die Performance vergessen

Ein visuell beeindruckendes Mega-Menü bringt mehr Verlust als Gewinn, wenn es sich langsam öffnet oder das Laden der Seite verzögert. Halten Sie Menüanimationen und -bilder schlank; die Navigation sollte den Nutzer nicht ermüden, sondern ihm Zeit sparen.

Ohne Test veröffentlichen

Der größte Fehler ist, ein Menü mit der Begründung "uns kam es logisch vor" ohne Test zu veröffentlichen. Eine Struktur, die für Sie intuitiv ist, kann für jemanden von außen völlig fremd sein. Bestätigen Sie sie immer mit echten Nutzern.

Navigation messen und verbessern

Ein gutes Navigationsdesign ist keine Aufgabe, die man einmal erledigt und dann vergisst. Das Nutzerverhalten ändert sich mit der Zeit, die Inhalte wachsen, und auch Ihr Menü muss mit diesem Wandel Schritt halten. Zum Glück stehen Ihnen konkrete Werkzeuge zur Verfügung, um zu messen, wie gut Ihr Menü funktioniert.

Einige wichtige Signale, die Sie verfolgen sollten:

  • Heatmaps: Sie visualisieren, wohin Nutzer im Menü klicken und was sie ignorieren. Ein Element, das nie angeklickt wird, ist entweder überflüssig oder falsch bezeichnet.
  • Pfadanalyse: Indem Sie die Routen untersuchen, die Nutzer auf der Website nehmen, können Sie unerwartete Abbruchstellen aufspüren.
  • Interne Suchanfragen: Welche Wörter Menschen in die Suche eingeben, offenbart Inhalte, die in Ihrem Menü fehlen oder falsch benannt sind.
  • A/B-Tests: Indem Sie zwei verschiedene Menülayouts vergleichen, können Sie mit Daten belegen, welches die bessere Conversion erzielt.

Überprüfen Sie diese Daten in regelmäßigen Abständen und machen Sie kleine Verbesserungen zu einer ständigen Gewohnheit. Kleine Eingriffe wie das Ändern einer Bezeichnung, das Vorziehen eines Elements oder das Vereinfachen eines Untermenüs verwandeln sich im Laufe der Zeit in große Gewinne. Denken Sie daran: Ein benutzerfreundliches Website-Menü ist kein statisches Gebilde, sondern ein lebendiges System, das fortlaufend weiterentwickelt wird.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Elemente sollte das Hauptmenü haben?

Allgemein anerkannt ist es, im Hauptmenü fünf bis sieben Elemente zu führen. Dieser Bereich ermöglicht es dem Nutzer, die Optionen auf einen Blick zu erfassen, und verhindert eine Entscheidungsmüdigkeit. Haben Sie mehr Kategorien, können Sie diese unter logischen Gruppen zusammenfassen und mit Dropdown-Menüs oder einer Mega-Menü-Struktur ordnen. Wichtig ist nicht die Zahl an sich, sondern dass der Nutzer seinen Weg findet, ohne überfordert zu werden.

Ist es richtig, ein Hamburger-Menü zu verwenden?

Das Hamburger-Menü ist vor allem auf Mobilgeräten in puncto Platzersparnis äußerst praktisch. Da es jedoch Inhalte verbirgt, kann es die Auffindbarkeit verringern. Wenn Sie conversionorientierte, kritische Aktionen haben, ist es empfehlenswert, diese sichtbar auf dem Bildschirm zu halten, statt sie im Hamburger-Menü zu verstecken. Das Hamburger-Menü ist also keine schlechte Wahl; doch allein und ohne Überlegung eingesetzt, kann es zu Performance-Einbußen führen.

In welchem Verhältnis steht das Navigationsdesign zur SEO?

Das Website-Menü spielt eine unmittelbare Rolle dabei, dass Suchmaschinen die Struktur Ihrer Website verstehen. Eine gut konzipierte Navigation sorgt dafür, dass wichtige Seiten leicht gecrawlt und indexiert werden, und hilft, den Linkwert auf die Seiten zu verteilen. Außerdem verbessern aussagekräftige Linktexte und eine logische Hierarchie gleichzeitig die Nutzererfahrung und die Sichtbarkeit in den Suchergebnissen.

Wann sollte man ein Mega-Menü bevorzugen?

Ein Mega-Menü ist ideal für Websites mit umfangreichem Katalog, die zahlreiche Kategorien und Unterkategorien haben. Indem es alle Optionen in einem einzigen Dropdown-Panel visuell gruppiert präsentiert, ermöglicht es dem Nutzer, ohne tiefe Klicks ans Ziel zu gelangen. Auf einer Website mit wenigen Seiten erzeugt ein Mega-Menü jedoch unnötige Verwirrung und ermüdet den Nutzer mit einer Fülle von Optionen. Sie sollten also entsprechend dem Bedarfsumfang entscheiden.

Wie oft sollte ich das Menüdesign überprüfen?

Die Navigation ist eine Struktur, die mit Ihrer Website mitlebt. Sie sollten Ihr Menü überprüfen, wenn Sie neue Inhalte hinzufügen, sich Ihr Produktsortiment ändert oder Sie eine deutliche Verschiebung im Nutzerverhalten beobachten. Darüber hinaus verhindern Sie ein Veralten Ihres Menüs, indem Sie mindestens alle paar Monate Ihre Klickdaten und Suchanfragen prüfen und kleine Verbesserungen vornehmen.

Warum bereiten Dropdown-Menüs auf Mobilgeräten Probleme?

Dropdown-Menüs funktionieren auf dem Desktop intuitiv, weil sie sich öffnen, wenn man mit der Maus darüberfährt (Hover). Auf Mobilgeräten gibt es jedoch kein Hover-Konzept; alles geschieht durch Berührung. Deshalb kann das Antippen eines aufklappbaren Elements Unklarheiten erzeugen, etwa ob man zur übergeordneten Kategorie gelangen oder das Untermenü öffnen möchte. Dropdown-Menüs auf dem Mobilgerät mit einem separaten Aufklapp-Symbol oder einem völlig anderen Muster zu behandeln, verhindert diese Verwirrung.

Fazit

Ein benutzerfreundliches Navigationsdesign ist der stille, aber wirkungsvollste Mitarbeiter Ihrer Website. Richtig konzipiert nehmen Ihre Besucher seine Existenz nicht einmal wahr; denn alles läuft so, wie es sein soll, in einem natürlichen Fluss ab. Erst wenn das Menü kompliziert wird, die Bezeichnungen unklar werden oder das mobile Erlebnis hakt, spürt der Nutzer die Existenz des Menüs schmerzlich und verlässt meist die Seite.

Erinnern Sie sich an die Prinzipien, die wir in diesem Leitfaden behandelt haben: Bauen Sie zuerst eine solide Informationsarchitektur auf, wählen Sie klare Bezeichnungen, die die Sprache des Nutzers sprechen, denken Sie Mobile-First, planen Sie die Barrierefreiheit von Anfang an mit und brechen Sie niemals mit der Konsistenz. Am wichtigsten ist: Stützen Sie Ihr Design nicht auf Annahmen, sondern auf echte Nutzerdaten, und betrachten Sie Ihr Menü als ein lebendiges System, das fortlaufend verbessert wird.

Denken Sie daran, dass das beste Website-Menü jenes ist, über das der Nutzer nicht nachdenken muss. Wenn Ihre Besucher mühelos finden, wonach sie suchen, sind Sie auf dem richtigen Weg. Öffnen Sie heute das Menü Ihrer eigenen Website mit den Augen eines Besuchers, versuchen Sie, drei gesuchte Informationen zu finden, und beurteilen Sie ehrlich, wie leicht oder schwer das ist. Diese einfache Übung wird Ihnen den ersten Schritt, den Sie gehen müssen, klar vor Augen führen.

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