UX/UI··15 Min. Lesezeit

Was ist der Unterschied zwischen UX und UI?

Was ist der Unterschied zwischen UX und UI? Lernen Sie die Abgrenzung von User Experience und Interface-Design sowie ihr Zusammenspiel anhand von Beispielen.

Eine der ersten Verwirrungen, mit der fast jeder konfrontiert wird, der die Welt des digitalen Produktdesigns betritt, ist die Frage, was die Begriffe UX und UI eigentlich bedeuten und wie sie sich voneinander unterscheiden. Wenn Sie in Stellenanzeigen die Formulierung "UX/UI-Designer gesucht" lesen, kann es manchmal Jahre dauern, bis man begreift, dass diese beiden Buchstabenkürzel in Wirklichkeit zwei recht unterschiedliche Disziplinen repräsentieren. Genau an diesem Punkt gewinnt die Frage nach dem Unterschied zwischen UX und UI sowohl für Einsteiger als auch für Unternehmer, die ihre Teams richtig aufstellen wollen, eine entscheidende Bedeutung.

UX, also User Experience (Nutzererlebnis), beschreibt das Gesamtgefühl und die Reise, die ein Nutzer bei der Interaktion mit einem Produkt durchlebt. UI steht hingegen für User Interface (Benutzeroberfläche) und umfasst die visuelle und interaktive Ebene, mit der der Nutzer in Berührung kommt. Obwohl diese beiden Begriffe häufig miteinander verschmelzen, suchen sie Antworten auf unterschiedliche Fragen: Während UX fragt "Nützt dieses Produkt dem Nutzer, löst es sein Problem?", konzentriert sich UI auf die Frage "Wie sieht dieses Produkt auf dem Bildschirm aus und wie reagiert es auf Berührung?".

In diesem Beitrag ziehen wir klare Grenzen zwischen Experience-Design und Interface-Design, betrachten Schritt für Schritt, womit sich beide Disziplinen befassen, welche Werkzeuge sie nutzen und wie sie in einem realen Projekt zusammenarbeiten. Unser Ziel ist es nicht, die Begriffe mit akademischen Definitionen zu überfrachten, sondern Ihnen eine konkrete Sichtweise zu vermitteln, die das Thema in Ihrem Kopf klärt und die Sie in Ihren eigenen Projekten anwenden können.

Was ist UX (User Experience)?

Die User Experience ist ein weit gefasster Begriff, der die gesamte Interaktion einer Person mit einem Produkt, System oder Dienst umfasst sowie die daraus entstehende Wahrnehmung, Emotion und das Maß an Zufriedenheit. Wichtig ist dabei folgender Punkt: UX ist nicht auf digitale Produkte beschränkt. Der Bestellvorgang in einem Café, das Warteerlebnis in einer Bank oder die Reise eines Pakets bis in Ihre Hände sind ebenfalls allesamt Nutzererlebnisse. In der digitalen Welt befasst sich UX damit, wie reibungslos, logisch und zufriedenstellend die gesamte Reise ist, die der Nutzer vom Moment des Öffnens einer App oder Website bis zum Erreichen seines Ziels zurücklegt.

Im Kern des UX-Designs liegt die "Nutzerzentrierung". Ein Experience-Designer gestaltet das von ihm entworfene Produkt nicht nach dem eigenen Geschmack, sondern nach den Bedürfnissen, Verhaltensweisen und Einschränkungen der tatsächlichen Nutzer. Aus diesem Grund ist UX eine Disziplin, die maßgeblich auf Forschung, Beobachtung und Daten beruht. Die Frage, die vor allen ästhetischen Erwägungen steht, lautet immer gleich: "Warum ist der Nutzer hierhergekommen und was möchte er tun?"

Womit sich ein UX-Designer beschäftigt

Zu den wichtigsten Themen, die im Arbeitsalltag eines UX-Designers vorkommen, gehören die folgenden:

  • Nutzerforschung: Die tatsächlichen Bedürfnisse der Nutzer durch Umfragen, Interviews und Feldbeobachtungen verstehen.
  • Personas: Fiktive, aber datenbasierte Profile erstellen, die die Zielgruppe repräsentieren.
  • User-Journey-Maps: Die Interaktion des Nutzers mit dem Produkt von Anfang bis Ende Schritt für Schritt abbilden.
  • Informationsarchitektur: Die logische und auffindbare Organisation von Inhalten und Menüs.
  • Wireframes: Strukturelle Skizzen ohne Farben und Bilder, also das nackte Gerüst.
  • Usability-Tests: Das Testen des Produkts mit echten Nutzern und das Aufdecken von Problemen.

Wie man sieht, baut UX das "Gerüst" und die Logik eines Produkts auf. Schon bevor eine einzige Farbe gewählt oder ein einziger Button gestaltet wurde, kann die UX-Arbeit weitgehend abgeschlossen sein. Denn Experience-Design befasst sich mit der Struktur unterhalb der sichtbaren Oberfläche.

Was ist UI (User Interface)?

Das User-Interface-Design ist die Gestaltung der visuellen und interaktiven Ebene, mit der der Nutzer unmittelbar in Berührung kommt. Anders ausgedrückt ist UI wie die "Haut" und das "Gewand", das über das von UX errichtete Gerüst gezogen wird. Die Farbe der Buttons, die Auswahl der Schriftarten, die Form der Icons, das Gleichgewicht der Abstände, der Fluss der Animationen und die gesamte visuelle Hierarchie fallen vollständig in den Bereich des UI-Designs.

Interface-Design ist eine Kunst, die Ästhetik mit Funktionalität verbindet. Ein gutes UI sieht nicht nur schön aus, sondern vermittelt dem Nutzer auch intuitiv, wo er hindrücken, worauf er klicken und was er erwarten soll. Dass ein Button beispielsweise eine auffällige Farbe besitzt, sein Schatten ihn "klickbar" erscheinen lässt und er bei Berührung leicht reagiert – all das sind UI-Entscheidungen. Auch wenn diese Entscheidungen einzeln betrachtet klein wirken, bestimmen sie in ihrer Summe unmittelbar die Professionalität und das Vertrauensgefühl eines Produkts.

Womit sich ein UI-Designer beschäftigt

Die grundlegenden Elemente, an denen ein UI-Designer arbeitet, lassen sich wie folgt auflisten:

  • Farbpalette und Farbtheorie: Die Auswahl von markenkonformen, kontrastreichen und barrierefreien Farben.
  • Typografie: Schriftarten, Zeilenhöhen, Buchstabenabstände und das Gleichgewicht der Lesbarkeit.
  • Visuelle Hierarchie: Die Festlegung, welches Element zuerst und welches danach wahrgenommen wird.
  • Ikonografie und Bildwelt: Eine konsistente Bildsprache und einen einheitlichen visuellen Stil etablieren.
  • Interaktionszustände: Die Gestaltung von Hover-, Klick- und deaktivierten Zuständen für Buttons und Links.
  • Designsysteme: Den Aufbau einer konsistenten Bibliothek aus wiederverwendbaren Komponenten.

Der Erfolg des UI-Designs liegt oft darin verborgen, dass es nicht bemerkt wird. Wenn der Nutzer beim Verwenden einer Oberfläche nicht denkt "wie schön das gestaltet ist", sondern seine Aufgabe ohne jedes Stocken erledigen kann, dann hat dieses UI seine Aufgabe erfüllt.

Die grundlegenden Unterschiede zwischen UX und UI

Nun kommen wir zum Herzstück des Themas, also zur klarsten Antwort auf die Frage nach dem Unterschied zwischen UX und UI. Auch wenn beide Disziplinen am selben Produkt arbeiten, unterscheiden sich ihr Fokus, die von ihnen eingesetzten Methoden und die von ihnen erzeugten Ergebnisse voneinander. UX befasst sich damit, "wie ein Produkt funktioniert", während UI sich damit beschäftigt, "wie es aussieht und sich anfühlt".

Die folgende Vergleichstabelle ermöglicht es Ihnen, die grundlegenden Unterschiede zwischen den beiden Disziplinen auf einen Blick zu erfassen:

Vergleichspunkt UX (User Experience) UI (User Interface)
Fokus Gesamterlebnis, Fluss und Funktionalität Visuelle Darstellung und Interaktionsebene
Kernfrage Kann der Nutzer sein Problem lösen? Wie sieht das Produkt aus und wie fühlt es sich an?
Ergebnisse Wireframe, Flussdiagramm, Persona Farbpalette, Typografie, finales Design
Ansatz Forschungs- und datengetrieben Ästhetik- und sinnesorientiert
Abstraktion Eher abstrakt und konzeptionell Eher konkret und visuell
Fehlerkosten Eine falsche Struktur betrifft das gesamte Produkt Ein falsches Visual lässt sich leichter korrigieren
Reihenfolge Kommt in der Regel zuerst Baut in der Regel auf der UX auf

Um sich diese Unterschiede besser einzuprägen, denken wir an einen häufig verwendeten Vergleich. Stellen Sie sich ein Haus vor: UX ist der Bauplan des Hauses; er befasst sich mit der Anordnung der Räume, dem Übergang zwischen Küche und Wohnzimmer, der Frage, woher das Licht kommt, und damit, wie komfortabel der Alltag sein wird. UI hingegen ist die Innenausstattung; die Wandfarben, die Möbelauswahl, die Beleuchtungskörper und die gesamte ästhetische Atmosphäre. So wie es schwierig ist, in einem wunderschön eingerichteten Haus zu leben, dessen Raumaufteilung jedoch katastrophal ist, ermüdet auch eine schicke Oberfläche, die auf einem schlecht konzipierten Erlebnis aufbaut, den Nutzer ebenso sehr.

Ein Produkt braucht sowohl gutes UX als auch gutes UI

Einer der häufigsten Irrtümer besteht darin, zu glauben, eines der beiden sei dem anderen überlegen. In Wirklichkeit sind jedoch beide gleichermaßen notwendig, und ohne das eine bleibt das andere unvollständig. Eine sehr nützliche, aber hässliche und unseriös wirkende Anwendung kann den Nutzer schon ganz am Anfang vertreiben. Umgekehrt enttäuscht auch eine ins Auge fallende, aber unmöglich zu navigierende Website ihre Besucher. Erfolgreiche digitale Produkte sind solche, bei denen die Disziplinen UX und UI im Einklang zusammenarbeiten.

Wie laufen die UX- und UI-Prozesse ab?

Es ist gut, die Unterschiede in der Theorie zu verstehen; doch zu sehen, wie diese beiden Disziplinen in einem realen Projekt nacheinander und gemeinsam voranschreiten, verankert die Begriffe deutlich fester. Im Allgemeinen verläuft der Prozess vom Abstrakten zum Konkreten: Zuerst wird entschieden, was getan werden soll, anschließend wird gestaltet, wie diese Entscheidung aussehen soll.

Ein typischer Produktdesign-Prozess folgt diesen Schritten:

  1. Entdeckung und Forschung (UX): Zielgruppe, Wettbewerber und Geschäftsziele werden untersucht; die Nutzerbedürfnisse werden bestimmt.
  2. Strukturierung (UX): Die Informationsarchitektur wird aufgebaut, User Flows und Wireframes werden erstellt.
  3. Test und Validierung (UX): Anhand der Wireframes werden erste Usability-Tests durchgeführt.
  4. Visuelles Design (UI): Auf die genehmigte Struktur werden Farbe, Typografie und visuelle Identität aufgesetzt.
  5. Prototyping (UX + UI): Ein interaktiver Prototyp wird erstellt und realitätsnah getestet.
  6. Übergabe an die Entwicklung (UI + Entwicklung): Das Designsystem und die Komponenten werden an die Entwickler übergeben.
  7. Messen und Optimieren (UX): Nach dem Launch werden die Daten beobachtet und kontinuierlich Verbesserungen vorgenommen.

Wie aus dieser Reihenfolge ersichtlich wird, ist UX zu Beginn des Prozesses oft dominanter, da hier die grundlegenden Strukturentscheidungen getroffen werden. UI wird dann auf diesem Fundament aufgebaut. Das bedeutet jedoch nicht, dass beide strikt zu getrennten Zeitpunkten arbeiten; in guten Teams stehen UX- und UI-Designer in ständigem Austausch und schreiten voran, indem sie die Entscheidungen des jeweils anderen befruchten.

Die Bedeutung iterativen Arbeitens

Moderne Designprozesse sind nicht linear, sondern zyklisch. Ein Produkt gilt niemals als "fertig"; es wird ständig gemessen, getestet und weiterentwickelt. Eine Erkenntnis aus der UX-Forschung kann das UI-Design verändern; ein im UI-Test bemerktes Stocken kann ein Überdenken des UX-Flusses erforderlich machen. Aus diesem Grund arbeiten Experience-Design und Interface-Design wie zwei Zahnräder, die sich gegenseitig kontinuierlich antreiben.

Wie sehen schlechtes UX und schlechtes UI aus?

Eine der wirksamsten Methoden, die Begriffe zu verstehen, besteht darin, zu sehen, welche Folgen sie nach sich ziehen, wenn sie falsch umgesetzt werden. Denn schlechte Beispiele sind oft lehrreicher als korrekte Definitionen.

Schlechtes UX sind die Probleme, die in der Logik und im Fluss eines Produkts auftreten. Die folgenden Anzeichen deuten auf eine schlechte User Experience hin:

  • Der Nutzer muss mehr Klicks als nötig tätigen, um an die gesuchte Information zu gelangen.
  • Es ist nicht nachvollziehbar, warum die einzelnen Schritte zum Abschluss eines Vorgangs erforderlich sind.
  • Fehlermeldungen erklären nicht, was zu tun ist.
  • Wichtige Buttons befinden sich an unerwarteten Stellen.
  • Formulare sind unnötig lang und ermüdend.

Schlechtes UI zeigt sich hingegen eher auf der visuellen und interaktiven Ebene:

  • Schwer lesbare, kontrastarme Texte.
  • Ineinander verschwimmende Elemente ohne jede Hierarchie.
  • Inkonsistente Verwendung von Farben und Buttons.
  • Klickbare Elemente, die nicht klickbar aussehen.
  • Fehlklicks auf dem Smartphone aufgrund zu kleiner Berührungsflächen.

Interessant ist dabei, dass Nutzer oft nicht unterscheiden können, ob das Problem von UX oder UI herrührt; sie sagen lediglich "diese App ist nervig" oder "diese Website ist unbrauchbar". Genau deshalb müssen Designteams beide Dimensionen bewusst berücksichtigen.

Die Kompetenzen von UX- und UI-Designern

Die unterschiedliche Natur dieser beiden Disziplinen führt auch zu unterschiedlichen erforderlichen Kompetenzen. Auch wenn ein und dieselbe Person beide Rollen übernehmen kann, trennt sich die Spezialisierung auf fortgeschrittenem Niveau in der Regel.

Gefragte Fähigkeiten bei einem UX-Designer

Der Experience-Designer ist ein Profil mit ausgeprägter analytischer Stärke und Empathie. Die Fähigkeit, Nutzerverhalten zu lesen, Daten zu interpretieren, Probleme strukturiert zu lösen und mit verschiedenen Stakeholdern zu kommunizieren, steht im Vordergrund. Ein guter UX-Designer ist jemand, der ein Problem aus der Perspektive des Nutzers betrachten kann, der seine Annahmen ohne Scheu testet und der ständig die Frage nach dem "Warum" stellt. Beherrschung von Bereichen wie Psychologie, Forschungsmethoden und Informationsarchitektur stärkt diese Rolle.

Gefragte Fähigkeiten bei einem UI-Designer

Der Interface-Designer hingegen ist ein Profil mit hoher visueller Sensibilität. Farbe, Typografie, Komposition, das Management von Weißraum und die Sorgfalt im Detail bilden das Fundament dieser Rolle. Ein guter UI-Designer ist jemand, der bemerkt, wie das Gleichgewicht gestört wird, wenn er die Position eines Pixels verändert, der die Markenidentität in eine visuelle Sprache übersetzen kann und der konsistente Designsysteme aufzubauen vermag. Auch die Beherrschung aktueller Designwerkzeuge und Trends ist in dieser Rolle wichtig.

Hybride Rollen und die reale Welt

In der Praxis übernimmt insbesondere in kleinen Teams und Start-ups eine einzige Person sowohl die UX- als auch die UI-Verantwortung. Genau deshalb ist der Titel "UX/UI-Designer" so verbreitet. Auch wenn dieser hybride Ansatz Flexibilität bietet, ist die Trennung der Rollen im Hinblick auf die Qualität meist von Vorteil, je größer und komplexer ein Produkt wird. Wichtig ist, in Kenntnis darüber zu arbeiten, welchen Hut man gerade trägt, und sich bewusst zu sein, nach welcher Frage man in diesem Moment eine Antwort sucht.

Warum sind UX und UI für Unternehmen wichtig?

UX und UI sind keine technischen Begriffe, die nur Designer betreffen; sie sind strategische Faktoren, die sich unmittelbar auf die Geschäftsergebnisse auswirken. Ob ein Nutzer auf einer Website bleibt oder nicht, ob er einen Einkauf abschließt oder nicht und ob er eine App löscht oder nicht, hängt zu einem großen Teil von dem Erlebnis ab, das er durchlebt.

Wenn ein gut gestaltetes Interface-Design mit einer soliden Erlebniskonzeption zusammenkommt, ergeben sich für Unternehmen die folgenden konkreten Vorteile:

  • Höhere Konversionsraten: Ein reibungsloses Erlebnis erleichtert es dem Nutzer, sein Ziel zu erreichen.
  • Niedrigere Absprungraten: Je weniger Verwirrung und Stocken es gibt, desto länger bleiben die Nutzer.
  • Steigende Kundenzufriedenheit und Loyalität: Ein gutes Erlebnis schafft Vertrauen in die Marke und Bindung.
  • Weniger Support-Anfragen: Intuitive Oberflächen sorgen dafür, dass Nutzer seltener Hilfe benötigen.
  • Gestärkte Markenwahrnehmung: Ein professionelles und konsistentes Design spiegelt die Seriosität der Marke wider.

Die Investition in Design ist oft kein Kostenfaktor, sondern eine Investition, die sich selbst amortisiert. Die Kosten verlorener Nutzer und nicht abgeschlossener Vorgänge, die aus einem schlechten Erlebnis resultieren, übersteigen das für gutes Design ausgegebene Budget meist bei Weitem.

Wie bringen Sie UX und UI in Ihrem eigenen Projekt ins Gleichgewicht?

Zu Beginn eines Projekts zu wissen, wie Sie diese beiden Disziplinen ausbalancieren, ermöglicht es Ihnen, Ihre Ressourcen richtig zu lenken. Hier sind einige praktische Empfehlungen:

Validieren Sie zuerst die Struktur, verschönern Sie sie erst danach. Stunden für Farben und visuelle Details aufzuwenden, während Sie noch nicht sicher sind, ob der Fluss überhaupt stimmt, kann später zu umfangreichen Nacharbeiten führen. Etablieren Sie die Logik zunächst auf Papier oder mit einfachen Wireframes.

Testen Sie mit echten Nutzern. Da Sie Ihrem eigenen Produkt zu nahe stehen, bemerken Sie die Stolperstellen womöglich nicht. Wenn Sie das Produkt einigen Personen geben, die es noch nie zuvor gesehen haben, treten Dutzende von Problemen zutage, die Sie übersehen haben. Das ist ein unbezahlbares Feedback, sowohl im Hinblick auf das Experience-Design als auch auf die visuelle Klarheit.

Stellen Sie Konsistenz über alles. Ob Sie auf der UX- oder der UI-Seite arbeiten – Konsistenz verringert die Lernlast, die das Produkt dem Nutzer abverlangt. Dass dieselbe Funktion überall gleich aussieht und sich gleich verhält, gibt sowohl Vertrauen als auch reduziert die Fehlerwahrscheinlichkeit. Der Aufbau eines Designsystems ist die wirksamste Methode, um diese Konsistenz aufrechtzuerhalten.

Denken Sie von Anfang an an Barrierefreiheit. Ein gutes UX und UI spricht das größtmögliche Publikum an. Ausreichende Kontrastverhältnisse, lesbare Schriftgrößen, Unterstützung der Tastaturnavigation und Kompatibilität mit Screenreadern sollten keine nachträglich hinzugefügten, sondern von Anfang an geplante Elemente sein.

Häufig gestellte Fragen

Werden UX und UI von ein und derselben Person gemacht?

Das kann sein, ist aber keine Voraussetzung. In kleinen Teams und vielen Freelance-Projekten übernimmt ein einzelner Designer beide Rollen; diese Personen werden in der Regel als "UX/UI-Designer" bezeichnet. In großen Teams hingegen trennen sich die Rollen: UX-Researcher und UX-Designer bauen die Struktur und den Fluss auf, während UI-Designer die visuelle Ebene erstellen. Welches Modell geeignet ist, hängt von der Größe und Komplexität des Projekts ab.

Was ist wichtiger, UX oder UI?

Diese Frage ist eigentlich falsch gestellt, denn beide sind einander ergänzende, gleichermaßen notwendige Faktoren. Ein perfektes visuelles Design kann ein schlecht konzipiertes Erlebnis nicht retten; ebenso geht ein großartiger Erlebnisfluss unter einer unseriösen und chaotisch wirkenden Oberfläche unter. Erfolgreiche Produkte sind solche, bei denen die Disziplinen UX und UI im Einklang zusammenarbeiten.

Wo soll ich anfangen, UX und UI zu lernen?

In der Regel ist es sinnvoll, zuerst die UX-Grundlagen zu lernen; denn nutzerzentriertes Denken sowie die Fähigkeiten zur Forschung und zum Strukturaufbau bilden das Rückgrat des gesamten Designprozesses. Sobald dieses Fundament steht, können Sie zu UI-Themen wie Farbtheorie, Typografie und visueller Hierarchie übergehen. Beides gemeinsam zu lernen, hilft Ihnen, besser zu erfassen, welche Entscheidung zu welcher Disziplin gehört.

Unterscheidet sich Webdesign von UX und UI?

Webdesign ist ein weiteres Feld, das UX und UI zwar einschließt, sich aber nicht darauf beschränkt. Beim Entwerfen einer Website behandeln Sie sowohl die Erlebniskonzeption (UX) als auch die visuelle Oberfläche (UI); darüber hinaus kommen jedoch weitere Dimensionen wie Content-Strategie, technische Performance und Entwicklung ins Spiel. UX und UI sind also kritische Bestandteile des Webdesigns, aber nicht das Ganze.

Lässt sich ein gutes Interface-Design ohne UX-Forschung erstellen?

Eine visuell ansprechende Oberfläche kann auch ohne Forschung entstehen; wie sehr diese jedoch den tatsächlichen Bedürfnissen des Nutzers entspricht, ist ein großes Fragezeichen. Ein Design, das nicht auf Forschung beruht, basiert auf den Annahmen des Designers, und wenn diese Annahmen falsch sind, entsteht ein Produkt, das schön aussieht, aber nicht funktioniert. Für nachhaltigen Erfolg sorgt die UX-Forschung daher dafür, dass das visuelle Design auf einem soliden Fundament steht.

Ist ein Prototyp Teil von UX oder UI?

Ein Prototyp ist eigentlich ein Punkt, an dem sich beide überschneiden. Niedrigauflösende Wireframe-Prototypen, die nur den Fluss zeigen, sind überwiegend ein Produkt der UX-Arbeit. Hochauflösende Prototypen mit echten Farben und Interaktionen umfassen hingegen auch das UI-Design. Prototypen sind die schnellste und günstigste Möglichkeit, Ideen zu testen, bevor Code geschrieben wird; deshalb werden sie zur Validierung sowohl von Experience- als auch von Interface-Entscheidungen eingesetzt.

Fazit

UX und UI sind die beiden einander ergänzenden Hälften des digitalen Produktdesigns. Während UX das Gesamterlebnis des Nutzers mit dem Produkt, die Logik des Flusses und die Frage behandelt, ob das Problem tatsächlich gelöst wird, bestimmt UI, wie dieses Erlebnis visuell und interaktiv zum Leben erweckt wird. Den Unterschied zwischen UX und UI klar zu erfassen, hilft Ihnen, die richtigen Entscheidungen zu treffen – ob Sie nun ein Produkt gestalten oder ein Team aufbauen.

Vergessen Sie nicht, dass Nutzer diese beiden Begriffe niemals getrennt voneinander bewerten; sie erleben lediglich das Produkt und entwickeln ein Gefühl darüber, ob dieses Erlebnis gut oder schlecht ist. Genau deshalb ist das harmonische Zusammenspiel von Experience-Design und Interface-Design das unsichtbare, aber unverzichtbare Fundament jedes erfolgreichen digitalen Produkts. Wenn Sie beide Disziplinen bewusst behandeln, erleichtern Sie sowohl das Leben Ihrer Nutzer als auch steigern Sie den Wert Ihrer Marke auf konkrete Weise.

Nun können Sie Ihr eigenes Projekt mit einem bewussteren Blick betrachten: Erleichtert Ihr Fluss dem Nutzer wirklich seine Aufgabe? Unterstützt Ihre Oberfläche diese Erleichterung visuell ausreichend? Wenn Sie diese beiden Fragen gemeinsam beantworten können, sind Sie einem wirklich wertschöpfenden Produkt schon sehr nahe gekommen.

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