Sie haben Ihren Shop aufgebaut, jedes Produkt eingetragen und alle Fotos gemacht. Dann haben Sie den Produktnamen bei Google eingegeben und dort Ihre Konkurrenten und die großen Marktplätze gesehen. Ihre Seite fehlt entweder ganz oder steht auf Seite drei. Die meisten Bestellungen kommen über Anzeigen oder soziale Medien, und an dem Tag, an dem Sie die Anzeigen abschalten, wird es still.
Diese Situation kennen viele. Meist liegt es nicht an schlechten Produkten, sondern daran, dass Ihre Seiten Google und den Kunden zu wenig darüber sagen, was Sie verkaufen. Die gute Nachricht: Das meiste lässt sich gut nachvollziehen, und einiges können Sie schon heute selbst verbessern.
Wie sieht Google Ihren Shop?
Wenn Google eine Produktseite ansieht, stellt es eine Frage: Beschreibt diese Seite besser als die anderen, was der Suchende sucht? Verkaufen hundert Shops denselben Artikel und alle verwenden dieselben Sätze, hat Google keinen Grund, ausgerechnet Ihren nach oben zu stellen.
Gute Onlineshop SEO, also die Arbeit, die dafür sorgt, dass Ihr Shop in den Suchergebnissen gefunden wird, beruht deshalb auf zwei Dingen: die Wörter zu verwenden, die Kunden wirklich eintippen, und auf jeder Seite nützliche, eigene Informationen zu liefern.
Warum ist die Herstellerbeschreibung ein Problem?
Ihr Lieferant hat Ihnen eine Produktliste mit fertigen Beschreibungen geschickt. Um Zeit zu sparen, haben Sie alles unverändert eingefügt. Dutzende andere Shops haben genau dasselbe getan.
Sieht Google denselben Text immer wieder, muss es eine Seite auswählen. Meist fällt die Wahl auf große, etablierte Seiten. Ihre wird nicht gezeigt oder landet weit hinten.
Für den Kunden sieht es nicht anders aus. Wer denselben Absatz in drei Shops liest, kauft beim günstigsten.
Das können Sie selbst tun:
- Schreiben Sie pro Produkt mindestens zwei, drei Sätze in eigenen Worten: für wen es passt, wo es benutzt wird, warum gerade dieses.
- Ergänzen Sie die Fragen, die Kunden Ihnen am häufigsten per Telefon oder Nachricht stellen: Größe, Material, Pflege, Lieferzeit.
- Schreiben Sie auf, was Ihnen auffällt, wenn Sie das Produkt selbst in der Hand hatten. Das kann kein Wettbewerber kopieren.
Haben Sie Hunderte Produkte, müssen Sie nicht alles an einem Tag schreiben. Beginnen Sie mit Ihren Bestsellern und den Produkten mit der besten Marge.
Warum sind Kategorieseiten Ihre wertvollsten Seiten?
Viele Inhaber kümmern sich um Produktseiten und lassen Kategorieseiten leer. Dabei suchen Menschen oft nach einer Produktgruppe statt nach einem einzelnen Artikel: „Herren Geldbörse Leder“, „Kinderzimmer Teppich“, „Gartenmöbel“.
Solche Suchen passen zu Kategorieseiten. Da eine Kategorieseite alle Produkte einer Gruppe zeigt, ist sie für Google und Kunden der natürlichste Einstieg.
Eine leere Kategorieseite besteht nur aus Produktkacheln. Eine gute hat eine kurze Einleitung von zwei, drei Sätzen und ein paar Hinweise, die bei der Auswahl helfen: „Worauf Sie beim Kauf einer Lederbörse achten sollten und welche Größe wofür passt.“
Benennen Sie Ihre Kategorien außerdem in der Sprache der Kunden. Interne Codes aus dem Lager oder Modellgruppen des Herstellers sagen einem Käufer womöglich nichts.
Ist der Produktname so geschrieben, wie Kunden suchen?
Der Produktname ist die wichtigste Überschrift der Seite. In vielen Shops stammt er aus dem Warenwirtschaftssystem und sieht etwa so aus: „MDL-4521 Schwarz“. Das tippt kein Kunde bei Google ein. Er schreibt „schwarze Lederbörse Herren“.
Das können Sie auf Ihrer eigenen Seite leicht prüfen: Wählen Sie ein Produkt und überlegen Sie, wie ein Kunde es am Handy eintippen würde. Kommen diese Wörter im Titel Ihrer Seite vor?
Ein guter Produktname sagt, was das Produkt ist, für wen es gedacht ist und, falls vorhanden, was es besonders macht. Den Modellcode müssen Sie nicht löschen, aber setzen Sie die Wörter des Kunden davor.
Was passiert mit ausverkauften oder entfernten Produkten?
Ist ein Produkt ausverkauft, ist der erste Reflex vieler, die Seite zu löschen. Doch diese Seite wird vielleicht seit Monaten bei Google angezeigt und bringt Besucher. Löschen Sie sie, sieht der Besucher die Meldung „Seite nicht gefunden“ und kommt vermutlich nie wieder.
Richtig ist je nach Situation etwas anderes:
- Vorübergehend ausverkauft: Lassen Sie die Seite online, schreiben Sie „nicht verfügbar“ und bieten Sie „Benachrichtigung bei Verfügbarkeit“ an.
- Dauerhaft aus dem Sortiment: Leiten Sie Besucher auf ein ähnliches Produkt oder die Kategorie weiter. Dabei wird die alte Seitenadresse auf eine neue umgeleitet, was eine technische Aufgabe ist; lassen Sie das Ihren Dienstleister erledigen.
- Kommt nie zurück und hat keinen Ersatz: Eine Weiterleitung auf die Kategorie richtet den geringsten Schaden an.
Wie verstopfen Filter und Sortierung Google?
Filtern Kunden nach Farbe oder Preis oder sortieren sie nach Neuheiten, kann jede Kombination eine eigene Seitenadresse erzeugen. In einer Kategorie mit hundert Produkten sind das schnell Tausende fast identischer Seiten.
Google durchsucht sie alle und verbraucht seine Zeit dafür. Ihre wichtigen Seiten kommen spät oder gar nicht an die Reihe. Viele Shopbetreiber bemerken das nie, obwohl die Folgen erheblich sind.
Ein Hinweis lässt sich selbst prüfen: In der Google Search Console sehen Sie, welche Seiten Google von Ihrer Website erfasst hat. Sind es weit mehr, als Sie Produkte und Kategorien haben, ist das wahrscheinlich die Ursache. Die Lösung ist Sache des Fachmanns: Er entscheidet, welche Filterseiten bei Google bleiben und welche draußen gehalten werden.
Was bringen Produktfotos und Bewertungen?
Fotos und Bewertungen überzeugen den Kunden und zeigen Google, dass die Seite echt ist.
Das können Sie tun:
- Machen Sie klare Fotos aus mehreren Blickwinkeln und im Einsatz. Ein Handyfoto kann reichen, solange das Licht gut ist.
- Benennen Sie jede Bilddatei und beschreiben Sie das Bild so, dass es das Produkt erklärt. Nicht „IMG_2043“, sondern „schwarze Lederbörse Herren“.
- Bitten Sie Kunden nach dem Kauf um eine Bewertung. Wer bewertet, beschreibt das Produkt mit eigenen Worten, und diese Worte decken sich oft mit den Suchbegriffen.
Ihre Aufgaben und die des Fachmanns
| Das können Sie tun | Das erledigt der Fachmann |
|---|---|
| Produktbeschreibungen in eigenen Worten schreiben | Filter- und Sortierseiten ordnen |
| Fotos machen und benennen | Weiterleitungen für entfernte Produkte |
| Bewertungen sammeln | Geschwindigkeit und Erfassung durch Google prüfen |
| Einleitungen für Kategorien vorbereiten | Aufbau, damit Produkte in Google ansprechend erscheinen |
Fragen Sie den Dienstleister: Welche Seiten priorisieren Sie, wie gehen Sie mit Filterseiten um, was passiert mit den Adressen entfernter Produkte, und wann sind erste Ergebnisse zu erwarten? Bei SEO dauert es in der Regel Monate, nicht Wochen. Seien Sie vorsichtig bei jedem, der einen festen Zeitraum oder einen bestimmten Platz verspricht.
Häufige Fragen
Ich habe Hunderte Produkte. Muss ich für alle eine Beschreibung schreiben?
Nein. Beginnen Sie mit Bestsellern, margenstarken Produkten und den Hauptkategorien. Schon wenige Produkte pro Woche machen nach einigen Monaten einen Unterschied.
Ich verkaufe über einen Marktplatz. Brauche ich trotzdem eine eigene Seite?
Auf dem Marktplatz gehört der Kunde dem Marktplatz, nicht Ihnen. Ihre eigene Seite ermöglicht die direkte Kundenbeziehung und Markenbekanntheit. Beides lässt sich parallel betreiben.
Machen Produktbewertungen wirklich einen Unterschied?
Bewertungen beruhigen unentschlossene Kunden und bringen frische, eigene Inhalte auf die Seite. Verwenden Sie nur Bewertungen echter Kunden.
Wie lange dauert es bis zu Ergebnissen?
Das hängt vom Alter Ihrer Seite und Ihren Wettbewerbern ab. Meist braucht es Monate, und niemand kann ein bestimmtes Ergebnis garantieren.
Ein Shop, der bei Google nicht auftaucht, ist meist ein lösbares Problem. Wenn Sie gemeinsam anschauen möchten, welche Seiten fehlen und wo Sie zuerst ansetzen sollten, erreichen Sie mich über die Seite SEO-Beratung.