Ein Kunde sieht Ihre Arbeiten auf Instagram und schreibt Ihnen. Er stellt drei Fragen: Was kostet es, wann geht es, und „könnten Sie dieses Motiv stechen?“ Sie tippen dieselben Antworten zwanzigmal pro Woche. Ein anderer schreibt gar nicht erst, weil er nicht erkennen konnte, wo Ihr Studio liegt, wie Sie mit Sauberkeit umgehen oder ob er überhaupt alt genug ist.
Ein Tattoo oder Piercing verändert den Körper dauerhaft. Deshalb möchten Menschen dem Künstler und dem Studio vertrauen, bevor sie sich entscheiden. Soziale Medien zeigen schöne Arbeiten, aber Vertrauen schaffen sie allein nicht. Eine gut geplante Website für ein Tattoostudio beantwortet die meisten wiederkehrenden Fragen für Sie. In diesem Beitrag erkläre ich, was auf die Seite gehört, wo Sie vorsichtig sein sollten und was Sie von der Person verlangen, die sie baut.
Wonach sucht der Kunde?
Bevor Menschen in Ihr Studio kommen, denken sie meist in dieser Reihenfolge:
- Passt der Stil dieses Künstlers zu dem, was ich möchte?
- Wirkt das Studio sauber und sicher?
- Darf ich überhaupt, oder sind mein Alter oder meine Situation ein Hindernis?
- Wie bekomme ich einen Termin, und wie läuft es ab?
Jeder Bereich Ihrer Website sollte eine dieser vier Fragen beantworten. Lange Startanimationen, Dekoration und philosophische Texte, die niemand liest, schrecken eher ab.
Das Künstlerportfolio: das Herz der Seite
Besucher schauen zuerst auf die Arbeiten. Ein paar einfache Regeln helfen.
- Ein eigener Bereich pro Künstler. Arbeiten mehrere Künstler im Studio, bekommt jeder eine kurze Vorstellung und eine eigene Galerie. Wer Realismus in Schwarz-Grau sucht, soll nicht durch feine Linienarbeiten scrollen müssen.
- Nach Stil sortieren. Überschriften wie Fineline (feine Linien), Farbe, Schriftzüge und Cover-ups (alte Tattoos überdecken) helfen beim Finden.
- Scharfe, gut ausgeleuchtete Fotos. Dunkle, unscharfe Bilder lassen gute Arbeit gewöhnlich aussehen. Zeigen Sie nach Möglichkeit auch abgeheilte Ergebnisse, denn Kunden fragen sich, wie ein Motiv mit der Zeit aussieht.
- Lieber wenige, starke Arbeiten. Vierzig starke Fotos sagen mehr als hundert gemischte.
- Einwilligung der Kunden einholen. Bevor Sie ein Foto der Haut eines Kunden veröffentlichen, fragen Sie ihn. Besondere Vorsicht gilt bei Gesichtern und erkennbaren Merkmalen.
Die Fotos müssen schnell laden. Eine Galerie, die auf dem Handy zäh lädt, verliert den Kunden, bevor er Ihr bestes Stück sieht. Sagen Sie das der Person, die die Seite baut, gleich zu Beginn.
Hygiene und Sicherheit: was schreiben, und wie?
Inhaber gehen oft davon aus, dass Besucher diesen Teil überspringen. Dabei fragen sich viele Menschen genau das. Es gibt eine Regel: Schreiben Sie, was Sie wirklich tun, und übertreiben Sie nicht.
Sie können allgemein beschreiben, wie der Arbeitsplatz vorbereitet wird, wie Materialien gehandhabt werden, worauf der Künstler bei der Arbeit achtet und wie das Studio sauber gehalten wird. Echte Fotos Ihres Arbeitsplatzes stützen den Text. Ein Bild eines aufgeräumten, vorbereiteten Arbeitsplatzes sagt mehr als ein langer Absatz.
Vermeiden Sie:
- Sätze mit Gesundheitsversprechen, etwa „Es besteht absolut kein Infektionsrisiko.“
- Eine Praxis zu behaupten, die Sie nicht pflegen, oder ein Zertifikat, das Sie nicht besitzen.
- Medizinische Aussagen. Ihr Fach ist Tätowieren und Piercen, keine ärztliche Beratung.
Zu den Auflagen, Genehmigungen und Kontrollen, die an Ihrem Standort gelten, informieren Sie sich beim zuständigen Gesundheitsamt und in Ihrem Berufsumfeld. Wenn Sie dazu etwas veröffentlichen, muss es richtig und aktuell sein.
Altersgrenze und Studioregeln
Altersgrenzen, Einverständnis der Eltern und Ausweiskontrolle bei Tattoos und Piercings unterscheiden sich je nach Ort und Studiopolitik. Wenn Sie Ihre Regeln auf der Seite kurz und klar nennen, sparen Sie sich unnötige Nachrichten und legen die Erwartung von Anfang an fest.
Mögliche Themen:
- Die Altersvoraussetzung und die Ausweisregel Ihres Studios.
- Was zum Termin mitzubringen ist.
- Ihr Recht, einen Auftrag in bestimmten Fällen abzulehnen.
- Regeln zu Absage und Terminverschiebung.
Für den Regeltext fragen Sie bei Rechtsfragen eine Juristin oder Ihren Berufsverband. Ich nenne hier keine konkrete Altersgrenze, weil sie je nach Ort verschieden ist und sich ändern kann.
Termin und Vorgespräch
Ein guter Terminablauf bringt den Kunden ohne Zögern zu Ihnen. Halten Sie das Formular schlicht.
| Fragen nach | Warum es wichtig ist |
|---|---|
| Was gewünscht ist (Tattoo, Piercing, Cover-up) | Um zum richtigen Künstler zu leiten |
| Körperstelle und ungefähre Größe | Für Zeit und Vorbereitung |
| Referenzbild oder Idee | Damit der Künstler sie vorab sieht |
| Wunschkünstler | Um den Kalender zu planen |
| Kontaktdaten | Für die Rückmeldung |
Ein Satz am Ende wie „Wir beginnen mit einem Vorgespräch, danach entscheiden wir gemeinsam“ beruhigt. Schreiben Sie, ob das Gespräch vor Ort, am Telefon oder per Nachricht stattfindet. Eine schnelle Antwort auf jede Anfrage ist ein großer Teil des Vertrauens.
Pflegehinweise allgemein halten
Eine Seite zur Nachsorge ist eine gute Idee, muss aber sorgfältig geschrieben sein. Geben Sie keine Gesundheitsversprechen. Statt „Dieses Produkt verhindert jede Entzündung“ zeichnen Sie einen allgemeinen Rahmen: Ihr Künstler gibt am Ende des Termins schriftliche Pflegehinweise, jede Haut ist anders, und bei Unsicherheit oder Beschwerden sollte man eine medizinische Fachperson aufsuchen.
Eine herunterladbare Pflegekarte hilft Kunden, zu Hause nachzulesen. Schreiben Sie ihren Inhalt nach Ihrer eigenen Praxis. Medizinische Informationen gebe ich hier nicht.
Was Sie von der Person verlangen, die Ihre Seite baut
- Eine Galerie, die auf dem Handy schnell öffnet.
- Eine eigene Seite pro Künstler und Stilbereiche.
- Alters- und Regelhinweise sichtbar vor dem Terminformular.
- Adresse, Karte, Öffnungszeiten und eine Anfahrtsbeschreibung.
- Die Möglichkeit, Fotos und Videos selbst zu aktualisieren.
- Seitentitel mit Ihrem Stadtteil oder Ihrer Stadt, damit lokale Suchen Sie finden.
Häufige Fragen
Brauche ich noch Instagram, wenn ich eine Website habe?
Ja, beides ergänzt sich. Instagram zeigt neue Arbeiten, die Website bündelt Vertrauen, Regeln und Termin an einem Ort. Wer bei Google sucht, landet zuerst auf der Seite.
Soll ich Preise auf die Seite schreiben?
Der Preis hängt von Größe, Detail und Zeit ab, deshalb klären ihn die meisten Studios im Vorgespräch. „Der Preis wird nach dem Vorgespräch festgelegt“ reicht.
Darf ich Kundenfotos auf der Seite verwenden?
Nicht ohne die klare Einwilligung der Person. Bei Gesichtern oder erkennbaren Merkmalen ist besondere Sorgfalt nötig. Im Zweifel fragen Sie eine Juristin.
Soll ich Hygienenachweise zeigen?
Sie können Nachweise zeigen, die Sie wirklich besitzen und die aktuell sind. Führen Sie keine auf, die Sie nicht haben, und stellen Sie keine alten Unterlagen als aktuell dar.
Fazit
Die Website eines Tattoo- und Piercingstudios sollte neben schönen Arbeiten auch Vertrauen zeigen: ein klares Portfolio, ehrliche Hygieneangaben, offene Regeln und ein einfaches Vorgespräch. Wenn Sie für Ihr Studio eine solche Seite möchten, erreichen Sie mich über die Seite Website erstellen.