Mit dem Designer ist alles abgesprochen. Farben, Schriften, Seiten stehen. Dann kommt die Frage: „Liefern Sie die Fotos?“ Auf Ihrem Handy sind Hunderte Bilder, aber welche gehören auf eine Website und welche wären Ihnen peinlich, wissen Sie nicht genau. Eine innere Stimme sagt, ein professionelles Shooting sei Pflicht. Die andere fragt, wofür man so viel Geld ausgeben soll.
Beide haben ein Stück weit recht. In diesem Beitrag geht es um Fotos für die Website: wann Ihr Smartphone genügt, wann sich ein Fotograf lohnt, warum fertige Bilder Risiken bergen und welche Motive Sie aufnehmen sollten.
Warum sind Fotos so wichtig?
Besucher schauen sich die Bilder an, bevor sie auch nur ein Wort lesen. In einer Sekunde entscheiden sie: Wirkt das hier ordentlich, vertrauenswürdig und echt? Es ist wie beim Blick ins Schaufenster eines Restaurants. Sieht es unordentlich oder vernachlässigt aus, erfahren Sie nie, wie gut das Essen ist.
Fotos erfüllen drei Aufgaben:
- Sie schaffen Vertrauen. Ein echter Ort, echte Menschen, echte Arbeit.
- Sie erklären. Statt „hohe Qualität“ zu behaupten, zeigen sie, wie die Arbeit abläuft.
- Sie heben Sie ab. Dutzende Websites in Ihrer Branche sehen ähnlich aus. Ihre eigenen Bilder tun das nicht.
Reicht ein Smartphone-Foto?
Meistens ja. Die Kameras heutiger Smartphones sind für viele Zwecke mehr als ausreichend. Ein Foto wird selten wegen des Geräts schlecht, sondern wegen der Bedingungen: unscharf, dunkel, unaufgeräumter Hintergrund.
Ihr Smartphone reicht aus für:
- Alltagsaufnahmen Ihres Teams bei der Arbeit
- Die Hände eines Handwerkers bei der Arbeit, Vorher-nachher-Bilder
- Den allgemeinen Eindruck Ihrer Räume, aufgeräumt und gut beleuchtet
- Unterseiten und Blogbeiträge
Wenn Sie mit dem Smartphone fotografieren, beachten Sie Folgendes:
- Licht: Tageslicht ist Ihr bester Freund. Fotografieren Sie am Fenster und möglichst mittags. Verzichten Sie auf den Blitz, er lässt Gesichter und Oberflächen künstlich wirken.
- Linse: Wischen Sie das Kameraglas vorher mit einem weichen Tuch ab. Ein Fingerabdruck macht das Bild trüb.
- Querformat: Websites nutzen meist breite Flächen. Hochformatige Bilder müssen zugeschnitten werden und wirken dann gedrängt.
- Ordnung: Nehmen Sie Kabel, Mülleimer und Privates vor der Aufnahme aus dem Bild.
- Ruhige Hand: Halten Sie das Handy mit beiden Händen oder stützen Sie es ab. Verwackelte Bilder fallen vergrößert sofort auf.
Wann braucht es ein professionelles Shooting?
In manchen Fällen schützt ein Fotograf die Mühe, die Sie in den Rest der Website gesteckt haben. Bei diesen Betrieben würde ich es ernsthaft erwägen:
| Situation | Grund |
|---|---|
| Hotel, Pension, Restaurant, Café | Gäste entscheiden nach Bett, Tisch und Aussicht |
| Praxis, Klinik | Sauberkeit und Ordnung sind das erste Zeichen von Vertrauen |
| Betriebe, die Produkte verkaufen | Details, Farbe und Material müssen klar erkennbar sein |
| Visuelle Berufe wie Architektur, Innenausbau, Hochzeit, Fotografie | Die Bilder sind das Schaufenster |
| Das große Bild oben auf der Startseite | Es sieht jeder Besucher als Erstes |
Sie müssen nicht alles auf einmal machen lassen. Sinnvoll ist: Für das große Startseitenbild, die Porträts des Teams und die Hauptansichten Ihrer Räume holen Sie sich professionelle Hilfe, den Rest ergänzen Sie selbst mit dem Handy. Fragen Sie den Fotografen schriftlich, wie viele Bilder Sie erhalten, wer die Nutzungsrechte für Website und soziale Medien besitzt und in welcher Größe die Dateien geliefert werden.
Warum sind Stockfotos riskant?
Stockfotos sind fertige Bilder, die im Internet verkauft oder verschenkt werden und die jeder nutzen darf. Sie wirken wie eine einfache Lösung, bringen aber drei Probleme mit.
Sie wirken unecht. Ein makelloses Team in Krawatten, alle lächeln, und Sie haben diese Leute nie gesehen. Besucher lesen daraus: „Das ist nicht Ihr Team.“ Kommt ein Kunde zum Termin und trifft andere Menschen, leidet das Vertrauen.
Sie tauchen womöglich auf anderen Websites auf. Ihr Wettbewerber verwendet vielleicht genau dasselbe Bild. Auch ein Betrieb in einer anderen Stadt kann seine Seite damit schmücken.
Nutzungsrechte können Ärger machen. Nicht jedes fertige Bild darf für jeden Zweck genutzt werden. Manche schließen die gewerbliche Nutzung aus, andere verlangen eine Quellenangabe. Wer die Bedingungen nicht liest, riskiert später eine Abmahnung oder Forderung. Eine verbindliche Aussage zum Urheberrecht kann ich Ihnen nicht geben; bei Unsicherheit fragen Sie bitte eine Anwältin oder einen Anwalt.
Ich lehne Stockfotos nicht grundsätzlich ab. Für abstrakte Hintergründe, Strukturen und Symbolbilder taugen sie. Aber überall dort, wo Sie „unser Team“, „unsere Räume“ oder „unsere Arbeit“ zeigen, verwenden Sie echte Bilder.
Welche Motive sollten Sie aufnehmen?
Eine Liste, damit Sie sich nicht verzetteln:
Räumlichkeiten
Schild und Eingang von außen, Wartebereich, Arbeitsbereich, die am meisten genutzten Räume. Kunden möchten den Weg und die Tür schon vor dem Besuch wiedererkennen.
Team
Ein Porträt jeder Person bei gutem Licht vor schlichtem Hintergrund. Dazu ein paar natürliche Aufnahmen: im Gespräch, beim gegenseitigen Helfen. Wenn Sie allein arbeiten, genügen ein Porträt von Ihnen und ein Bild bei der Arbeit.
Bei der Arbeit
Eine Wand, die gestrichen wird, eine Friseurin beim Schneiden, ein Schreibtisch mit einer Akte. Gesichter sind hier nicht nötig, Hände und Material reichen. Ein Foto der laufenden Arbeit überzeugt weit mehr als die Worte „hohe Qualität“.
Produkt oder Ergebnis
Nahaufnahmen dessen, was Sie verkaufen, und Vorher-nachher-Bilder Ihrer Arbeit. Fotografieren Sie Vorher und Nachher aus demselben Winkel und bei gleichem Licht, sonst wirkt der Vergleich unglaubwürdig.
Was Sie vermeiden sollten
- Gesichter von Kundinnen und Kunden ohne deren Einverständnis
- Bildschirme, auf denen persönliche Daten zu sehen sind
- Unordentliche oder vernachlässigte Ecken
Wenn Sie Kunden oder Mitarbeitende zeigen möchten, holen Sie vorher deren schriftliche Einwilligung ein. Für Einzelheiten zum Datenschutz wenden Sie sich an eine fachkundige Stelle.
Häufige Fragen
Kann ich meine alten Fotos verwenden?
Wenn sie Sie so zeigen, wie Sie heute sind, ja. Sind Sie umgezogen, hat sich das Team verändert oder wirken die Bilder veraltet, sind neue Aufnahmen ehrlicher und wirkungsvoller.
Sieht die Website billig aus, wenn ich selbst fotografiere?
Nicht, wenn Sie auf Licht und Ordnung achten. Unscharfe, dunkle Bilder ziehen eine Seite herunter, saubere und natürliche schaffen Vertrauen.
Wie viele Fotos genügen?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Ein paar starke Bilder auf der Startseite und ein bis zwei passende je Leistungsseite reichen meist. Lieber wenige gute als viele mittelmäßige.
Was frage ich, bevor ich einen Fotografen beauftrage?
Fragen Sie nach der Anzahl der gelieferten Bilder, den Nutzungsrechten, der Lieferzeit und ob die Bildbearbeitung enthalten ist. Lassen Sie sich alles schriftlich geben.
Fazit
Bei Fotos für die Website gilt eine einfache Regel: echt sein, ordentlich sein, das Licht nicht vernachlässigen. Für die meisten Aufgaben genügt das Smartphone. Beim großen Startseitenbild und bei den Teamporträts hebt professionelle Hilfe den Eindruck der ganzen Website. Wenn Sie den Bildplan Ihrer Website gemeinsam erarbeiten möchten, erreichen Sie mich über meine Seite zum Thema Website erstellen.