Sie haben Ihre Website erstellen lassen, die Rechnung bezahlt und dachten, damit sei alles erledigt. Ein paar Monate später kommt eine E-Mail: „Ihre Domain läuft bald ab“ oder „Hosting-Verlängerung“. Sie verstehen die Rechnung nicht ganz, und auf wen sie überhaupt ausgestellt ist, bleibt auch unklar.
Das passiert ständig. Eine Website ist kein Schild, das man einmal aufhängt und vergisst. Sie ähnelt eher einem Ladengeschäft mit Miete, Strom und Reinigung. In diesem Artikel erkläre ich den Unterschied zwischen den einmaligen Baukosten und den Kosten, die jedes Jahr wiederkommen, wofür jeder Posten gut ist und was passiert, wenn er nicht bezahlt wird. Zahlen nenne ich bewusst keine. Es geht darum, dass Sie die richtigen Fragen stellen können.
Einmalige Kosten und laufende Jahreskosten
Die Baukosten sind das, was Sie einmal dafür zahlen, dass die Website gestaltet, die Seiten vorbereitet und alles online gestellt wird. Danach besitzen Sie eine funktionierende Website.
Jährliche Website-Kosten sind die Posten, die die Seite online und sicher halten. Waren sie nicht in den Baukosten enthalten, tauchen sie am Ende des ersten Jahres als Überraschung auf. Das Problem ist nicht, dass es diese Posten gibt, sondern dass niemand sie vorher erwähnt hat.
Die Posten, die jedes Jahr wiederkommen
Die Tabelle zeigt, was bei einer Unternehmens-Website am häufigsten vorkommt. Nicht jede Seite hat alles. Lassen Sie Nicht-Zutreffendes im Angebot ausdrücklich als „entfällt“ vermerken.
| Posten | Wofür er gut ist | Wie oft er anfällt |
|---|---|---|
| Domain | Die Adresse Ihrer Website, also der Teil „ihrefirma.de“ | Meist einmal im Jahr |
| Hosting | Miete für den rund um die Uhr laufenden Rechner (Server), auf dem Ihre Dateien liegen | Monatlich oder jährlich |
| Sicherheitszertifikat | Das Schloss in der Adresszeile; schützt die Daten zwischen Besucher und Seite | Bei manchen Hosting-Paketen inklusive, sonst jährlich |
| Wartung und Updates | Hält die Software aktuell, macht Sicherungen, behebt Störungen | Monatlich oder jährlich |
| Lizenzierte Plugins oder Themes | Kostenpflichtige Fertigbausteine (Terminmodul, Formular-Tool) | Meist einmal im Jahr |
| Inhaltliche Ergänzungen | Neue Seiten, neue Fotos, aktualisierte Preisliste | Nach Bedarf |
| SEO-Arbeit | Laufende Arbeit, damit man Sie bei Google findet | Meist monatlich |
Was passiert, wenn ein Posten nicht bezahlt wird
Daran sehen Sie, welche Posten Sie nicht vernachlässigen dürfen.
- Domain: Läuft sie ab und wird nicht verlängert, wird die Adresse frei. Ein anderer kann sie registrieren, und die Adresse auf Ihrer Visitenkarte und bei Google gehört dann ihm.
- Hosting: Bleibt die Zahlung aus, geht die Seite offline. Ein Kunde, der Ihre Adresse eingibt, sieht eine Fehlerseite.
- Sicherheitszertifikat: Läuft es ab, warnt der Browser Besucher vor einer „nicht sicheren“ Seite. Wer gerade einen Termin buchen wollte, kehrt meist um.
- Wartung und Updates: Anfangs merken Sie nichts, doch mit alternder Software wird die Seite langsamer, geht kaputt und wird leichter zum Ziel von Angreifern.
- Lizenzierte Plugins: Endet die Lizenz, enden Updates und Support, manchmal fällt die Funktion ganz aus.
Domain und Hosting werden oft verwechselt. Die Domain ist Ihre Adresse, das Hosting das Gebäude. Wird eines nicht verlängert, nützt das andere allein nichts.
Warum inhaltliche Ergänzungen und SEO eigene Posten sind
Mit dem Livegang hört der Bedarf nicht auf. Starten Sie eine neue Leistung, ändern Sie Ihre Öffnungszeiten oder machen Sie eine Aktion, muss die Seite angepasst werden. Wer das zu welchen Bedingungen übernimmt, sollte von Anfang an klar sein. Sonst warten Sie schon für eine Kleinigkeit auf ein neues Angebot.
SEO ist ein eigenes Thema. Eine Website bauen zu lassen und bei Google gefunden zu werden, sind nicht dieselbe Arbeit. Die Baukosten decken meist nur die Grundeinstellungen ab, regelmäßige Inhalte, Verbesserungen und Kontrolle sind zusätzliche Arbeit. Lassen Sie sich die Frage „Ist SEO enthalten?“ deshalb klar beantworten. Wenn ja, halten Sie schriftlich fest, was es umfasst und wie lange es läuft.
Auf wen laufen die Rechnungen?
Das ist für mich das am wenigsten besprochene Thema, das am meisten Ärger verursacht. Domain- und Hosting-Konto werden oft auf den Namen der Person eröffnet, die die Seite gebaut hat. Wenn Sie sich zerstreiten oder diese Person die Arbeit einstellt, haben Sie womöglich keine Kontrolle über Ihre eigene Adresse und Seite.
Was Sie selbst prüfen können:
- Achten Sie darauf, dass bei der Domain Ihr Name oder der Ihrer Firma als Inhaber eingetragen ist.
- Vergewissern Sie sich, dass Sie sich auch selbst ins Hosting-Konto einloggen können.
- Bestätigen Sie, dass Erinnerungsmails zur Verlängerung auch an Ihre Adresse gehen.
- Prüfen Sie, dass die Rechnungen auf Ihre Firma ausgestellt werden.
Sie müssen dafür nicht selbst in den Einstellungen herumsuchen. Es genügt, sich das von der Person, die die Seite gebaut hat, schriftlich bestätigen zu lassen.
Was Sie beim Angebot schriftlich verlangen sollten
Baukosten zu vergleichen ist leicht. Der eigentliche Unterschied zeigt sich in der Antwort auf „Was zahle ich in den Folgejahren?“. Lassen Sie sich Folgendes schriftlich geben:
- Welche jährlichen Posten sind in den Baukosten enthalten, welche nicht?
- Wofür zahle ich nach dem ersten Jahr und wie oft?
- Auf wessen Namen werden Domain und Hosting registriert?
- Was genau umfasst die Wartung, und wie schnell reagieren Sie bei Störungen?
- Erhalte ich bei Vertragsende meine Website-Dateien und Zugangsdaten?
Ein guter Anbieter beantwortet das ohne Umschweife. Wer ausweicht oder „das sehen wir später“ sagt, kündigt womöglich eine Überraschung an.
Häufige Fragen
Wenn ich die Baukosten bezahlt habe, zahle ich danach nichts mehr?
In der Regel doch. Posten wie Domain und Hosting laufen weiter, solange die Seite online bleibt. Fragen Sie im Angebot klar nach, ob deren Kosten in den Baukosten enthalten sind.
Was, wenn die Domain nicht auf meinen Namen läuft?
Wenn Sie nicht der eingetragene Inhaber sind, ist Ihr Anspruch auf die Adresse schwächer. Im Streitfall kann es schwierig werden, sie zurückzubekommen. Am sichersten ist Ihr Name in der Registrierung.
Ist ein Wartungspaket Pflicht?
Es ist keine gesetzliche Pflicht, aber Website-Software braucht mit der Zeit Updates. Ist unklar, wer die Wartung übernimmt, wird aus einer Störung ein dringender, ungeplanter Posten. Ob mit Paket oder nach Bedarf: Der Umfang gehört schriftlich fixiert.
Wie vergesse ich keine Verlängerung?
Tragen Sie die Verlängerungstermine für Domain und Hosting in Ihren Kalender ein und sorgen Sie dafür, dass die Erinnerungsmails auch bei Ihnen ankommen.
Wer die Jahreskosten von Anfang an kennt, macht aus der Website eine planbare Investition statt einer Überraschung. Wenn Sie eine neue Seite planen, klären wir diese Fragen gern gemeinsam beim Angebot. Mehr dazu auf meiner Seite zur Website-Erstellung.