Ihre Website ging vor Jahren online, und seitdem hat sie niemand mehr angefasst. Woher wissen Sie, dass sie noch einwandfrei läuft? Viele Inhaber erfahren es erst, wenn ein Kunde sagt: „Ich komme nicht auf Ihre Seite.“ Eine Website-Wartung soll genau diese Überraschung verhindern: Jemand prüft die Seite nach Plan, hält eine Sicherungskopie bereit und sorgt dafür, dass die Software aktuell bleibt. In diesem Ratgeber erkläre ich, was ein Wartungsvertrag enthalten sollte, wovon die Kosten abhängen und worauf Sie im Vertrag achten. Vorab ehrlich: Mein eigentliches Angebot ist der Website-Relaunch, also die Erneuerung einer bestehenden Seite. Ich behaupte nicht, ein festes monatliches Wartungspaket zu verkaufen. Der Ratgeber soll Ihnen helfen, bei jedem Anbieter die richtigen Fragen zu stellen.
Was kaufen Sie mit einem Wartungsvertrag eigentlich?
Denken Sie an die regelmäßige Inspektion beim Auto. Das Öl wird gewechselt, bevor der Motor Schaden nimmt, die Reifen werden geprüft, ein kleines Problem fällt auf, bevor es groß wird. Auch eine Website braucht Arbeit im Hintergrund, die Sie nie sehen. Die Software, auf der sie läuft, bekommt neue Versionen; bleiben diese aus, entstehen offene Türen. Der Server, auf dem die Seite liegt, macht manchmal Probleme. Der Domainname kann auslaufen. Nichts davon sehen Ihre Besucher, aber alles hält das Sichtbare am Laufen.
Sie kaufen also nicht „jemanden, der nach meiner Seite schaut“. Sie kaufen ein schriftliches Versprechen, dass bestimmte Aufgaben in bestimmten Abständen erledigt werden, und Sie wissen, wen Sie anrufen, wenn etwas schiefgeht. Macht ein Vertrag diese beiden Punkte nicht klar, bezahlen Sie für Hoffnung.
Die meisten Wartungsverträge enthalten die folgenden Bausteine. Nicht jeder Vertrag braucht alle, aber zu jedem sollten Sie im Dokument ein klares Ja oder Nein lesen können.
Updates
Viele Websites laufen auf einem fertigen System mit kleinen Zusatzprogrammen. Die Hersteller dieser Bausteine veröffentlichen immer wieder neue Versionen. Manche beheben Fehler, andere schließen Sicherheitslücken. Eine Seite ohne Updates gleicht einem Haus, dessen Schlossmodell allgemein bekannt ist. Niemand hat es speziell auf Sie abgesehen, aber automatische Programme durchsuchen das Netz und probieren jede offene Tür.
Updates bergen auch ein Risiko, denn eine neue Version kann einen Teil der Seite kaputt machen. Ein guter Wartungsdienstleister spielt Änderungen nicht direkt auf die Live-Seite. Er testet zuerst, installiert dann und macht den Schritt rückgängig, falls etwas bricht. „Updates sind inklusive“ reicht nicht. Fragen Sie, wie sie durchgeführt werden.
Sicherungen
Eine Sicherung ist eine Kopie Ihrer Seite. Geht etwas schief, spielen Sie die Kopie zurück. Drei Fragen sind wichtig: Wie oft wird gesichert, wo liegt die Kopie, und hat sie schon einmal jemand tatsächlich zurückgespielt? Eine Sicherung auf demselben Server wie die Seite schützt kaum, denn fällt der Server aus, ist sie mit weg. Sagt ein Anbieter „wir sichern regelmäßig“, verrät die Rückfrage „Wann haben Sie zuletzt eine Wiederherstellung getestet?“ sehr viel.
Sicherheitsüberwachung
Gemeint ist keine aufwendige Cyberabwehr, sondern Grundlagen: nach Schadcode suchen, auffällige Anmeldeversuche bemerken, alte Konten schließen, die niemand mehr nutzt, und starke Passwörter durchsetzen. Wichtig ist, wer bei einem Angriff eingreift und ob die Bereinigung zum Vertrag gehört oder eine eigene Leistung ist. Die Bereinigung ist oft ausgenommen; fragen Sie das gleich zu Beginn.
Funktions- und Tempo-Kontrolle
Öffnet sich die Seite? Kommen Formularnachrichten bei Ihnen an? Startet ein Tipp auf die Telefonnummer einen Anruf? Diese Kontrollen werden selten besprochen und sind teuer, wenn man sie auslässt. Ein Kontaktformular, das vor zwei Monaten ausgefallen ist, hat seitdem still jede Anfrage verschluckt. Eine regelmäßige Prüfung kann das früh bemerken.
Kleine inhaltliche Änderungen
Die Öffnungszeiten haben sich geändert, eine neue Leistung kam dazu, die Telefonnummer wechselte. Manche Verträge decken eine bestimmte Zahl kleiner Änderungen pro Monat ab. Was „klein“ bedeutet, muss definiert sein: ein Satz, eine Seite, ein neuer Abschnitt? Ohne Definition wird jede Anfrage zur Verhandlung.
Was kostet Sie eine Website, um die sich niemand kümmert?
Den Wert der Wartung sehen Sie am besten an den Folgen ihres Fehlens. Eine vernachlässigte Seite bricht nicht über Nacht zusammen. Sie verliert langsam an Wert, und genau deshalb ist sie so leicht zu ignorieren.
Der erste Verlust ist Vertrauen. Trifft ein Browser auf ein abgelaufenes Sicherheitszertifikat, zeigt er dem Besucher eine große Warnseite. Der Besucher kennt Ihr Unternehmen nicht, sieht die Warnung und wechselt zum Mitbewerber. Der zweite Verlust ist Tempo: Eine alte, aufgeblähte Seite wird langsam, und wer mit dem Handy wartet, gibt nach wenigen Sekunden auf. Der dritte ist Ihre Position bei Google, denn auch bei einer Suchmaschine kann eine Seite leiden, die ständig Fehler zeigt oder nicht lädt.
Der vierte Verlust ist der teuerste und unangenehmste: die übernommene Seite. Ohne Ihr Wissen kann Ihre Website fremde Werbung, schädliche Links oder kopierte Seiten ausliefern. Meist erfahren Sie davon durch eine Warnung von Google oder einen Anruf eines Kunden. Die Wiederherstellung dauert dann viel länger, als die laufende Pflege gedauert hätte.
Daraus folgt nicht, dass jede Seite einen Monatsvertrag braucht. Wie ich weiter unten ehrlich schreibe, kommen manche Seiten mit einer jährlichen Prüfung aus. Aber der Unterschied zwischen einem Betrieb, dessen Seite niemand beobachtet, und einem mit festem Ablauf zeigt sich an dem Tag, an dem etwas kaputtgeht. Der eine sagt: „Es gibt eine Sicherung, in einer Stunde sind wir zurück.“ Der andere ruft herum und fragt, wer die Seite damals überhaupt gebaut hat.
Lernen Sie, die Posten einzeln zu lesen
Wartungsangebote sind oft kurz: „Monatliche Wartung, alle Updates und Support inklusive.“ Dieser Satz sagt nichts, weil er nicht nennt, was enthalten ist. Behalten Sie beim Lesen die folgende Tabelle im Kopf. Sie stellt jeden Posten neben seine Bedeutung und die Frage, die Sie dem Anbieter stellen sollten.
Lesen Sie die Tabelle noch unter einem Gesichtspunkt: Jede Antwort gehört schriftlich festgehalten. Eine mündliche Zusage bindet im Streitfall niemanden. „Ja klar, machen wir“ kostet nichts. „Sicherungen laufen täglich und liegen an einem getrennten Ort“ im Vertrag ist eine Verpflichtung.
Was meist nicht enthalten ist, aber wichtig bleibt
Zu den Leistungen, die üblicherweise außerhalb eines Wartungsvertrags liegen, zählen neue Seiten oder Funktionen, ein neues Design, die Bereinigung einer gehackten Seite, die Verbesserung der Suchposition, Anzeigenbetreuung und das Schreiben von Texten. Das ist nichts Schlechtes, nur eine andere Arbeit. Problematisch wird es, wenn diese Grenze nicht zu Beginn gezogen wird. Das Angebot sollte festhalten, dass Leistungen außerhalb des Umfangs gesondert angeboten werden und wie das abläuft: Werden Sie vorher informiert, und beginnt die Arbeit erst nach Ihrer Freigabe?
Wovon die Kosten abhängen
Ich nenne hier keine Zahlen, weil keine Seite der anderen gleicht und eine Zahl ohne Zusammenhang in die Irre führt. Wenn Sie aber wissen, was die Kosten formt, können Sie Angebote selbst einschätzen.
Aufbau der Seite. Eine schlichte Visitenkarten-Seite mit wenigen Unterseiten und eine Seite mit Hunderten Unterseiten, Mitgliederbereich, Buchungsmodul oder Onlineshop verlangen nicht denselben Aufwand. Je mehr bewegliche Teile, desto mehr kann brechen und desto mehr muss geprüft werden.
Das zugrunde liegende System. Manche Systeme brauchen häufige Updates, andere sind ruhiger. Für eine individuell programmierte oder selten genutzte Lösung gibt es weniger Fachleute, die sie warten können, und das spiegelt sich im Preis.
Breite des Umfangs. Ein Vertrag nur mit Sicherung und Updates ist etwas anderes als einer mit Sicherung, Updates, Sicherheitsprüfung, Tempo-Bericht und monatlichem Änderungskontingent. Vergleichen Sie Angebote Posten für Posten, nicht nach der Summe.
Erwartete Reaktionszeit. Wer eine Antwort noch am selben Tag verlangt, bekommt eine andere Leistung als jemand, der einige Werktage akzeptiert. Verkaufen Sie direkt über die Seite, ist schnelle Hilfe viel wert. Dient die Seite nur der Information, brauchen Sie die Eile womöglich nicht.
Änderungshäufigkeit. Ein Betrieb, der seine Seite wöchentlich ändert, hat andere Bedürfnisse als einer, der zweimal im Jahr etwas anpasst. Je größer das Monatskontingent, desto mehr Arbeit steckt dahinter.
Bedeutung der Seite für Ihr Geschäft. Kommen fast alle Kunden über die Seite, ist ein Ausfall teuer, und es ist sinnvoll, für Sicherheit mehr auszugeben. Dient die Seite nur als Visitenkarte, ist dieselbe Absicherung unter Umständen mehr, als Sie brauchen.
Vertragslaufzeit. Eine längere Bindung kann manchmal eine bessere Regelung ermöglichen, bindet aber auch Sie. Dazu mehr im Abschnitt über den Vertrag.
Der versteckte Preis des „günstigen“ Angebots
Ein sehr niedriger Wartungspreis bedeutet häufig wenig Arbeit. Entweder wird nicht gesichert, nicht aktualisiert, oder die Antwort lässt bei einer Störung Tage auf sich warten. Ein günstiges Angebot ist nicht automatisch schlecht. Bleibt aber die Antwort auf „Was genau tun Sie?“ vage, hat auch der niedrige Preis keine Erklärung. Umgekehrt gilt: Ein hoher Preis beweist keine Qualität. In beiden Fällen fragen Sie nach den Posten.
Wie Betriebe danach suchen und worauf Sie achten sollten
Viele Inhaber beginnen die Recherche plötzlich. Ein Kunde, der die Seite nicht öffnen kann, ein Bekannter mit einer roten Warnung im Browser oder die Steuerberaterin, die fragt: „Wissen Sie noch, wer Ihre Website gebaut hat?“ löst die Suche aus. Gesucht wird dann „Website Wartung Kosten“, „Wartungsvertrag Website“, „Website Wartung beauftragen“ und, verzweifelter, „meine Website ist down, wer hilft“.
Achten Sie beim Lesen der Treffer darauf: Eine gute Seite erklärt den Umfang, statt mit einer Zahl zu winken. Sie sagt, was enthalten ist, was nicht, wie der Ablauf aussieht und welche Vertragsbedingungen gelten. Eine Seite, die nur „günstige Wartung“ verspricht und nie sagt, was sie tut, liefert Ihnen im Angebot dieselbe Unschärfe.
Wen beauftragen: Agentur, Freelancer oder den Ersteller der Seite
Wartung können Sie an drei Stellen einkaufen, jede mit eigener Abwägung.
Wer die Seite gebaut hat, kennt sie am besten. Der Einstieg geht schnell, Überraschungen sind weniger wahrscheinlich. Der Nachteil: Wird diese Person unerreichbar, steht auch die Wartung still. Deshalb müssen alle Zugänge bei Ihnen liegen.
Eine größere Agentur kann die Arbeit auf mehrere Personen verteilen, und bei Krankheit eines Einzelnen steht nichts still. Im Gegenzug wechselt unter Umständen die Ansprechperson, und eine kleine Seite rutscht neben einem Großkunden nach hinten.
Mit einem Freelancer sprechen Sie direkt mit der Person, die entscheidet und arbeitet. Fragen Sie aber vorab, was bei Urlaub, Krankheit oder voller Auslastung dieser einen Person geschieht. Ich arbeite allein und sage das deshalb über mich selbst: In einem Ein-Personen-Betrieb entsteht Kontinuität durch schriftliche Unterlagen und übergebbare Zugänge, nicht durch „das bleibt bei mir“.
Klauseln, die Sie suchen sollten, und Muster, die Sie meiden
Ein Wartungsvertrag lässt sich für beide Seiten einfach halten. Eine Seite in verständlicher Sprache leistet oft mehr als ein langer Rechtstext. Entscheidend ist nicht die Seitenzahl, sondern dass die folgenden Fragen darin beantwortet sind.
Zugang und Eigentum. Ist die Domain auf Ihren Namen registriert? Gehören Hosting-Konto, Verwaltungsbereich und Sicherungen Ihnen? Das sollte nicht einmal verhandelbar sein. Läuft die Domain auf den Dienstleister, haben Sie beim Wechsel keinen Hebel.
Leistungsliste. Welche Aufgaben in welchem Abstand, Posten für Posten. Ein weiter Begriff wie „allgemeine Wartung“ kann die Gegenseite zu nichts Konkretem verpflichten.
Reaktionszeit. Wie schnell bekommen Sie eine erste Antwort, wenn Sie ein Problem melden? Achten Sie auf den Unterschied zwischen erster Reaktion und Behebung. Die erste lässt sich zusagen, die zweite hängt vom Problem ab. Ein realistischer Vertrag verpflichtet zur ersten.
Berichte. Wie erfahren Sie, was getan wurde? Schon eine kurze monatliche Notiz zeigt, dass die Leistung tatsächlich erbracht wird. Wer nichts schickt, arbeitet vielleicht, vielleicht auch nicht, und Sie können es nicht beurteilen.
Arbeit außerhalb des Umfangs. Wie Anfragen außerhalb des Vertrags angeboten werden und dass ohne Ihre Freigabe nichts begonnen wird.
Laufzeit und Ausstieg. Wie lange läuft der Vertrag, wie wird er beendet, und wie erhalten Sie nach dem Ende Zugänge und Sicherungen zurück? Hier bereuen viele später, nicht gefragt zu haben. Eine hohe Strafe für den Ausstieg oder eine Gebühr allein für die Übergabe Ihrer eigenen Zugänge ist unangenehm. Fragen Sie von Anfang an.
Datenschutz. Sammelt Ihre Seite Angaben von Kunden, sollten Sie wissen, wer darauf zugreifen kann und wie sie geschützt sind. Ich gebe hier keine Rechtsberatung. Ich empfehle, die Frage zu stellen und bei Bedarf eine Fachperson für Datenschutz hinzuzuziehen.
Eine einfache Methode zum Angebotsvergleich
Haben Sie zwei oder drei Angebote, vergleichen Sie so: Schreiben Sie die obigen Posten auf ein Blatt und markieren Sie für jedes Angebot „schriftlich“, „nur mündlich“ oder „fehlt“. Den Preis schauen Sie zuletzt an. Oft zeigt sich, dass das günstigste Angebot die wenigsten Posten schriftlich enthält und dass auch das teuerste nicht alles aufschreibt.
Fragen Sie außerdem: „Was würden Sie bei meiner Seite als Erstes beheben?“ Ein ehrlicher Gesprächspartner antwortet zum Beispiel: „Dieses Zusatzprogramm ist veraltet und sollte ersetzt werden.“ Wer bei jeder Seite „nichts, alles bestens“ sagt, hat entweder nicht hingesehen oder will Ihnen etwas verkaufen.
Nicht jeder Betrieb braucht einen Wartungsvertrag
Das muss deutlich gesagt werden: Für manche Seiten ist ein Monatsvertrag eine unnötige Ausgabe. Eine Seite mit vier, fünf Unterseiten, ohne Formulare und ohne Verkauf, die sich ein- bis zweimal im Jahr ändert, braucht vielleicht keine monatliche Kontrolle. Für sie genügt oft folgende Routine: ein- bis zweimal jährlich eine Durchsicht, eine verlässliche Sicherung, die Verlängerungstermine von Domain und Hosting im Kalender und ein klarer Ansprechpartner für den Störfall.
Ein Monatsvertrag lohnt sich eher, wenn Termine, Bestellungen oder Anfragen direkt über die Seite kommen, wenn sich Inhalte häufig ändern, wenn es einen Mitgliederbereich, einen Zahlungsschritt oder Kundendaten gibt, oder wenn niemand im Haus die Seite betreut und schnelle Hilfe zählt.
Selbst machen oder an eine Fachperson geben
Einen Teil der Wartung können Sie problemlos selbst übernehmen. Die Verlängerungstermine für Domain und Hosting im Blick behalten, Passwörter stark halten, das eigene Formular einmal im Monat testen und prüfen, ob die Nachricht ankommt, sowie Öffnungszeiten und Telefonnummer aktuell halten, liegt in Ihrer Hand. Dafür braucht es kein technisches Wissen, nur eine feste Gewohnheit.
An eine Fachperson gehören Updates, Sicherung und Wiederherstellung, Sicherheitsprüfung und die Diagnose, wenn etwas kaputtgegangen ist. Ein falsches Update kann die Seite lahmlegen, und wer den Rückweg nicht kennt, verliert Stunden. Es gibt auch einen Mittelweg: Viele kleine Betriebe ändern kleine Inhalte selbst und überlassen die Technik jemand anderem. Für viele kleine Unternehmen ist das eine ausgewogene Lösung.
Wartung und Relaunch nicht verwechseln
Diese beiden Leistungen werden oft vermischt, weil beide nach „sich um die Website kümmern“ klingen. Wartung hält die bestehende Seite so, wie sie ist, gesund. Ein Relaunch denkt die Seite neu. Ist das Design veraltet, wirkt die Seite auf dem Handy schlecht oder kommen Besucher, aber keine Anfragen, löst Wartung das nicht. Eine veraltete, schwache Struktur monatelang zu warten, gleicht dem monatlichen Neulackieren der Tür eines alten Autos.
Meine Arbeit liegt auf der Relaunch-Seite. Ich schaue mir zuerst Ihre bestehende Seite, die Besucherdaten und Ihre Lage bei Google an. Dann lege ich schriftlich vor, was bleibt, was sich ändert und wie der Zeitplan aussieht. Die neue Seite entsteht an einer getrennten Adresse, während die alte online bleibt. Beim Umzug werden alte Seitenadressen auf die neuen weitergeleitet, damit möglichst wenig von Ihrer Position bei Google und Ihren Besuchern verloren geht. Nach dem Start beobachte ich in den ersten Wochen Ihre Lage bei Google genau und behebe Probleme zügig. Dieser letzte Schritt ist das erste Glied der Wartung, soll aber nur den Umzug absichern und ist kein laufendes Monatsprogramm.
Ob Ihre Seite Wartung oder einen Relaunch braucht, erkennen Sie praktisch so: Öffnen Sie sie auf dem Handy und gehen Sie wie ein Kunde durch. Ist sie langsam, ist die Schrift klein, finden Sie das Gesuchte in zwei Fingertipps? Geht es darum, die Seite am Laufen zu halten, sprechen Sie über Wartung. Geht es darum, sie für Kunden nützlich zu machen, sprechen Sie über einen Relaunch.
Zwei hypothetische Szenarien
Die beiden Beispiele sind keine echten Kunden. Sie sind Annahmen, die das Thema greifbar machen sollen.
Nehmen wir an, Sie führen eine kleine Schreinerei, und ein Bekannter hat Ihre Website vor sieben Jahren gebaut. Die Seite zeigt Produktfotos und ein Kontaktformular; Aufträge kommen über das Formular und werden zu Telefonaten. Eines Tages sagt eine Kundin, sie habe das Formular ausgefüllt, aber niemand habe sich gemeldet. Sie prüfen und stellen fest, dass Formularnachrichten seit zwei Monaten nicht mehr in Ihrem Postfach landen. Eine Servereinstellung hat sich geändert, niemand hat es bemerkt. Eine regelmäßige Kontrolle hätte den Ausfall sehr wahrscheinlich viel früher entdeckt. Für einen solchen Betrieb sollte der Vertrag „monatliche Prüfung des Kontaktformulars“ und „erste Reaktionszeit“ enthalten. Sicherung und Updates gehören dazu, aber der eigentliche Wert liegt darin, verlorene Anfragen zu vermeiden.
Nehmen wir nun an, Sie sind Unternehmensberaterin mit einer Seite aus fünf Unterseiten: Startseite, Leistungen, Über mich, Kontakt und ein Fachartikel. Sie ändern die Inhalte zweimal im Jahr, und die meisten Mandate kommen durch Empfehlung. Ein Monatsvertrag ist hier womöglich zu viel. Sinnvoller ist eine jährliche Prüfung, eine Sicherung, der Verlängerungstermin der Domain im Kalender und das Wissen, wen Sie im Störfall anrufen. Sagt Ihnen jemand „Sie brauchen unbedingt das Monatspaket“, fragen Sie nach dem Grund. Beruht die Antwort nicht auf den Eigenschaften Ihrer Seite, ist es ein Verkaufssatz und keine Bedarfsermittlung.
Häufige Fehler beim Einkauf von Wartung
Der erste Fehler ist, nur auf den Preis zu schauen. Preise ohne Kenntnis des Umfangs zu vergleichen heißt, Äpfel mit Birnen zu vergleichen.
Der zweite ist, die Zugänge beim Dienstleister zu lassen. Domain, Hosting und Verwaltungsbereich sollten auf Ihren Namen laufen. Dem Wartenden geben Sie eine Berechtigung, kein Eigentum. Der Unterschied zeigt sich, wenn die Zusammenarbeit endet.
Der dritte ist, auf eine vorhandene Sicherung zu vertrauen und nie eine Wiederherstellung zu testen. Eine ungetestete Sicherung ist guter Wille, keine Garantie.
Der vierte ist der Gedanke: „Es läuft doch, also braucht es keine Wartung.“ Eine Seite, die funktioniert, ist nicht zwangsläufig sicher oder aktuell. Die Probleme sind meist unsichtbar.
Der fünfte ist, nicht nach Leistungen außerhalb des Umfangs zu fragen. Ein Aufpreis für eine neue Seite kann völlig normal sein, aber das sollten Sie am Tag der Unterschrift erfahren, nicht erst an dem Tag, an dem Sie die Änderung brauchen.
Der sechste ist, Wartung und Verbesserung der Suchposition gleichzusetzen. Wartung hält die Seite gesund. Der Aufstieg in den Suchergebnissen ist eine eigene Aufgabe, die kein Wartungsvertrag garantieren kann. Verspricht Ihnen jemand zur Wartung auch Rankings, seien Sie vorsichtig.
Was Sie vor der Angebotsanfrage vorbereiten sollten
Wer vorbereitet ins Gespräch geht, erhält das bessere Angebot und spart Zeit. Sammeln Sie: die Adresse der Seite, wer sie gebaut hat und auf welchem System sie läuft, falls bekannt, auf wen Domain und Hosting registriert sind, wann die letzte Sicherung entstand, welche Formulare und Sonderbereiche es gibt, wie oft Sie pro Monat Inhalte ändern und welches Problem zuletzt auftrat. Manches wissen Sie vielleicht nicht. Das ist normal, und zu sagen, dass Sie es nicht wissen, ist ebenfalls eine nützliche Information.
Schreiben Sie auch eine kurze Notiz: Was würden Sie am meisten verlieren, wenn die Seite einen Tag lang ausfiele? Anrufe von Kunden, Onlinebestellungen oder nur Ihren Ruf? Diese Antwort zeigt am besten, wie viel Wartung Sie wirklich wollen.
Häufige Fragen
Was umfasst eine Website-Wartung genau?
Meist Updates, Sicherungen, Sicherheitsprüfung, eine Funktionskontrolle der Seite und eine bestimmte Zahl kleiner inhaltlicher Änderungen. Der Umfang unterscheidet sich je nach Vertrag, deshalb zählt, dass jeder enthaltene Posten schriftlich steht.
Wovon hängen die Kosten der Website-Wartung ab?
Von Größe und Aufbau der Seite, dem zugrunde liegenden System, der Breite des Umfangs, der gewünschten Reaktionszeit und davon, wie viel Sie monatlich ändern lassen. Kommen Termine oder Verkäufe direkt über die Seite, kann das Ausfallrisiko einen umfassenderen Vertrag rechtfertigen.
Ist eine monatliche Website-Pflege Pflicht?
Nicht für jede Seite. Eine schlichte, selten geänderte Visitenkarten-Seite kommt oft mit ein oder zwei Prüfungen im Jahr und einer verlässlichen Sicherung aus. Kommen Anfragen, Bestellungen oder Buchungen über die Seite, ist ein monatlicher Ablauf sinnvoller.
Soll ich die Wartung beim Ersteller der Seite beauftragen?
Oft ist das der einfachste Weg, weil er die Seite kennt. Wichtig ist, dass die Zugänge bei Ihnen liegen und der Umfang schriftlich feststeht. Ist der Ersteller nicht erreichbar, kann auch jemand anderes übernehmen, braucht dafür aber Zugang zu Domain und Hosting.
Was passiert, wenn ich den Vertrag beenden möchte?
Klären Sie das vor der Unterschrift. Fragen Sie nach Kündigungsfrist, nach einer möglichen Strafe und danach, wie Zugänge und Sicherungen an Sie übergeben werden. Unterschreiben Sie nicht, ohne diese Klauseln gelesen zu haben.
Rettet mich ein Wartungsvertrag, wenn meine Seite gehackt wird?
Sicherung und Sicherheitsprüfung verringern den Schaden, ob aber die Bereinigung enthalten ist, hängt vom Vertrag ab. Oft wird sie gesondert berechnet. Wer vorher fragt, erlebt keine unangenehme Überraschung.
Verbessert Wartung mein Google-Ranking?
Nein, Wartung allein hebt die Position nicht. Sie hält die Seite gesund, schnell und erreichbar, das ist ein gutes Fundament, aber für das Ranking braucht es eine eigene Arbeit. Niemand sollte eine Platzierung garantieren.
Meine Seite ist alt. Wartung oder Relaunch?
Funktioniert die Seite und erklärt sie Ihr Geschäft gut genug, reicht Wartung. Wirkt sie auf dem Handy schlecht, ist sie langsam oder kommen Besucher ohne Anfragen, liegt das Problem in der Struktur und nicht in der Pflege. Dann lohnt sich ein Relaunch.
Wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihre Seite Wartung oder einen Relaunch braucht, sehen wir uns Ihre bestehende Seite gemeinsam an. Ich erkläre Ihnen schriftlich, was bleiben sollte, was sich ändern muss und wie der Umzug ablaufen würde. Über die Seite Website-Relaunch können Sie mir schreiben; nennen Sie mir in zwei Sätzen die Adresse Ihrer Seite und Ihr Anliegen.