Wissen Sie, wie viele Seiten Ihre Website hat? Die meisten Inhaber können nur ungefähr antworten. Im Lauf der Jahre kommen Leistungsseiten, ein paar Blogbeiträge, eine alte Aktionsseite und ein halbfertiger „Über uns“-Text dazu. Welche davon Kunden bringen und welche nur herumstehen, weiß niemand.
Ein Content-Audit für Ihre Website beantwortet genau diese Frage: Jede Seite wird einzeln angesehen und bekommt die Entscheidung „behalten, verbessern, zusammenlegen oder entfernen“. In diesem Beitrag erkläre ich, was ein Audit ist, was Sie selbst prüfen können und welchen Bericht Sie von der ausführenden Person verlangen sollten.
Was bedeutet Content-Audit?
Ein Content-Audit ist eine Inventur Ihrer Website. Stellen Sie sich ein Geschäft vor, das Regal für Regal zählt, was sich verkauft und was verstaubt. Am Ende haben Sie eine Liste, die diese Fragen beantwortet: Welche Seiten gibt es? Welche haben Besucher? Welche bringen Anrufe oder Anfragen? Welche enthalten falsche oder alte Angaben?
Das ist nicht dasselbe wie eine „Website-Analyse“ oder ein „technischer SEO-Scan“. Ein technischer Scan sucht Fehler im Unterbau der Seite. Ein Content-Audit betrachtet, was die Seiten sagen und wie sehr sie Ihrem Geschäft nützen.
Warum ist das wichtig?
Schwache Seiten schaden unbemerkt. Wer auf veraltete Angaben stößt, vertraut Ihnen weniger. Erklären drei verschiedene Seiten dieselbe Leistung, weiß Google nicht, welche es zeigen soll. Dutzende Beiträge, die niemand liest, erschweren es dem Rest der Website, aufzufallen. Andererseits gibt es Seiten, die gut arbeiten, und ohne sie zu kennen, wissen Sie nicht, wovon Sie mehr brauchen.
Ein Audit bringt zwei Vorteile: Sie wissen, was funktioniert, und Sie setzen Ihren Aufwand (oder Ihr Budget) an der richtigen Stelle ein.
Woran erkennen Sie, ob Ihre Website ein Problem hat?
Vor dem Gespräch mit einem Fachmann können Sie diesen einfachen Check machen:
- Geben Sie bei Google „site:ihrewebsite.de“ ein. Weicht die Zahl der Seiten stark von Ihrer Vorstellung ab?
- Gibt es mehrere Seiten, die dieselbe Leistung beschreiben?
- Gibt es Beiträge ohne Besucher oder mit sehr altem Datum?
- Sagt jede Seite dem Besucher, was er als Nächstes tun soll (anrufen, Formular ausfüllen)?
- Sind die Seiten über das Menü leicht erreichbar, oder sind manche von nirgends verlinkt?
Wenn Sie bei zwei, drei Punkten „ja, da ist ein Problem“ sagen, lohnt sich ein Audit wahrscheinlich. Um zu sehen, welche Seiten Besuche bekommen, werden kostenlose Google-Werkzeuge wie die Search Console und Google Analytics genutzt; Ihr Fachmann wertet sie für Sie aus.
Wie läuft ein Audit Schritt für Schritt ab?
Die Arbeit übernimmt ein Fachmann, aber wenn Sie den Ablauf kennen, behalten Sie die Kontrolle.
- Seiten auflisten: Alle Seiten der Website kommen in eine Tabelle.
- Daten ergänzen: Pro Seite werden Besucherzahl, Sichtbarkeit bei Google und mögliche Anfragen notiert.
- Qualitätsblick: Sind die Angaben richtig und aktuell, beantwortet die Seite die Frage des Besuchers?
- Entscheidung: Jede Seite erhält ein Label.
- Reihenfolge: Die Aufgaben mit dem größten Nutzen kommen zuerst.
Die Labels sehen meist so aus:
| Entscheidung | Bedeutung |
|---|---|
| Behalten | Funktioniert gut, bleibt unberührt |
| Verbessern | Thema stimmt, aber der Text ist alt, schwach oder unvollständig |
| Zusammenlegen | Mehrere Seiten zu einem Thema werden eine stärkere Seite |
| Entfernen | Nicht mehr gültig oder ohne Nutzen |
Wie sollte der Bericht aussehen?
Ein guter Audit-Bericht ist keine lange Datei voller Fachbegriffe. Er ist ein Dokument, das auch Sie lesen und verstehen können, und enthält:
- Die Gesamtzahl der Seiten Ihrer Website und ihre Aufteilung in Gruppen.
- Eine kurze Liste der Seiten, die am meisten nützen, und derer, die am meisten schaden.
- Zu jeder Entscheidung eine kurze Begründung („Diese Seite hat seit zwei Jahren keine Besucher, ihr Thema gilt nicht mehr“).
- Die empfohlenen Aufgaben nach Priorität mit grober Aufwandsschätzung.
Fragen Sie bei zu entfernenden Seiten nach: Bevor eine Seite gelöscht wird, sollte geprüft werden, ob sie noch Besucher oder Links von anderen Websites hat, und sie gegebenenfalls auf eine passende Seite weitergeleitet werden.
Wie lange dauert es, und wer macht es?
Bei einer kleinen Unternehmens-Website dauert ein Audit meist einige Tage bis einige Wochen, bei größeren Seiten länger. SEO-Berater, Content-Berater oder die Agentur, die Ihre Website betreut, können es durchführen. Wichtig ist, dass die Person nicht nur Seiten zählt, sondern Ihr Geschäftsziel berücksichtigt. Für eine Zahnarztpraxis zählt zum Beispiel nicht die Seite mit den meisten Besuchen, sondern die mit den meisten Terminanfragen.
Was sollten Sie die Person fragen, die das Audit macht?
- Anhand welcher Daten beurteilen Sie die Seiten?
- Erhalte ich den Bericht in verständlicher Sprache und mit Beispielen?
- Gibt es einen Weiterleitungsplan für entfernte Seiten?
- Wann und wie messen wir die Ergebnisse?
Vorsicht bei dem Satz „Nach dem Audit steigen Sie garantiert im Ranking“. Ein Audit ist eine Landkarte; das Ergebnis hängt von der Umsetzung und vom Wettbewerb ab.
Häufige Fragen
Braucht auch eine kleine Website ein Content-Audit?
Bei wenigen Seiten ist ein Audit schnell erledigt und lässt sich oft in einem Termin zusammenfassen. Zu wissen, welche Seite funktioniert, lohnt sich auch für kleine Websites.
Muss ich nach dem Audit sofort alles korrigieren?
Nein. Die Aufgaben werden priorisiert, und es genügt, mit den wenigen Korrekturen zu beginnen, die am meisten bringen.
Wie oft sollte ein Audit stattfinden?
Einmal im Jahr, wenn ständig Seiten und Beiträge hinzukommen, sonst alle zwei bis drei Jahre.
Kann ich das selbst machen?
Sie können die Seiten auflisten und per Augenschein prüfen. Besucherdaten zu deuten und die richtigen Entscheidungen zu treffen, gelingt mit Fachhilfe meist sicherer.
Ein Content-Audit ist die Inventur Ihrer Website: Er zeigt, was funktioniert, was überflüssig ist und wo Sie Ihren Aufwand einsetzen sollten. Wenn Sie gemeinsam anschauen möchten, wo Ihre Website bei Inhalten und Sichtbarkeit bei Google steht, besuchen Sie meine Seite zur SEO-Beratung.