Sie haben den Namen Ihres Betriebs festgelegt, vielleicht sogar das Firmenschild gestalten lassen. Dann haben Sie sich an die Domain für Ihre Website gesetzt und die Meldung gesehen: Dieser Name ist vergeben. Und das, obwohl Sie vielleicht seit Jahren unter diesem Namen arbeiten.
Das passiert weit häufiger, als man denkt. Eine Domain ist die Adresse Ihrer Website im Internet (zum Beispiel ihrefirma.de). Jede Adresse kann weltweit nur einer Person gehören. Wenn mir Unternehmer sagen, ihre Wunschdomain sei vergeben, lautet mein erster Rat: keine Panik. In diesem Beitrag erkläre ich, was Sie zuerst prüfen, welche Möglichkeiten Sie haben und was Sie lieber lassen.
Zuerst den Zustand der Domain prüfen
Dass ein Name vergeben ist, heißt nicht, dass er genutzt wird. Geben Sie die Adresse im Browser ein und sehen Sie, was sich öffnet. Es gibt drei Möglichkeiten:
- Eine funktionierende Website: Ein anderer Betrieb oder eine andere Person nutzt die Adresse. Oft ist es ein ganz anderes Geschäft, das sich nicht mit Ihrem verwechseln lässt.
- Eine leere Seite oder ein Hinweis „zu verkaufen“: Die Adresse ist registriert, wird aber nicht genutzt. Manche Leute sammeln Adressen, um sie weiterzuverkaufen.
- Es öffnet sich nichts: Die Adresse liegt im Konto von jemandem, aber es gibt keine Website. Sie läuft vielleicht bald aus, oder der Inhaber hat sie vergessen.
Diese Prüfung sagt Ihnen zweierlei: ob sich ein Kontakt zum Inhaber lohnt und ob der Inhaber ein Mitbewerber ist. Arbeitet in Ihrer Branche und Stadt jemand unter einem ähnlichen Namen, würde ein Beharren auf der Adresse Kunden verwirren. Dann ist ein anderer Weg klüger.
Möglichkeit 1: Eine andere Endung
Der letzte Teil einer Adresse ist die Endung: .de, .com, .net und so weiter. Die meisten Betriebe in Deutschland nutzen .de, manche .com. Ist der Name mit .de vergeben, ist vielleicht eine andere Endung frei.
Aber Vorsicht: Adressen mit gleichem Namen und anderer Endung können Kunden verwirren. Einer tippt ihrefirma.de, der andere ihrefirma.com. Betreibt ein anderer Betrieb die Variante Ihres Namens, können Nachrichten und Kunden dorthin abwandern. Erwägen Sie diese Möglichkeit nur, wenn Sie sicher sind, dass die andere Adresse nicht in Ihrem Bereich arbeitet.
Möglichkeit 2: Ein kurzer Zusatz
Oft ist das der brauchbarste Weg: dem Namen ein kurzes, sinnvolles Wort hinzufügen. Der Zusatz kann sein:
- Stadt oder Stadtteil: für eine Zahnarztpraxis in Leipzig etwa ihrefirma-leipzig.
- Branche: ihrefirma-zahnarzt oder ihrefirma-recht.
- Name der Leistung: ihrefirma-kuechen, ihrefirma-bau.
Der Zusatz sollte kurz, leicht lesbar und am Telefon gut zu sagen sein. Wenn Sie beim Vorlesen der Adresse von Ihrer Visitenkarte stocken, ist der Zusatz zu viel. Probieren Sie es aus: Sagen Sie einem Bekannten die Adresse vor und bitten Sie ihn, sie aufzuschreiben. Gelingt das richtig, ist sie ein guter Kandidat.
Möglichkeit 3: Ein Bindestrich, aber mit Vorsicht
Der Bindestrich (ihre-firma.de) ist der erste Einfall der meisten Leute, hat aber Nachteile.
| Situation | Problem |
|---|---|
| Laut sagen | Sie müssen „ihre Bindestrich Firma“ sagen |
| Tippen | Der Kunde vergisst den Strich und landet auf einer anderen Seite |
| Ähnlichkeit | Gehört die Variante ohne Strich einem anderen, füttern Sie dessen Besucher |
| Wirkung | Lange Adressen mit Bindestrich wirken auf manche Kunden nachlässig |
Das größte Risiko steckt in der dritten Zeile. Tippt Ihr Kunde die Adresse ohne Strich, landet er auf der Website eines anderen Unternehmens. Erwägen Sie den Bindestrich nur, wenn sonst nichts bleibt und die Variante ohne Strich nicht von jemandem aus Ihrer Branche genutzt wird.
Kaufangebot und rechtlicher Weg
Ein Kaufangebot machen
Ist der Inhaber bekannt oder steht die Adresse zum Verkauf, können Sie ein Angebot machen. Dabei gilt:
- Der Inhaber hält die Adresse oft absichtlich, die erste Antwort kann deshalb zurückhaltend ausfallen.
- Es ist klug, in der ersten Nachricht nicht zu verraten, wie dringend Sie die Adresse wollen oder was Sie ausgeben können.
- Ein Vermittler hält Ihre Identität und Ihr Budget aus dem Spiel. Das können Sie einer erfahrenen Person überlassen.
- Sind Sie sich einig, übertragen Sie die Domain auf sicherem Weg. Zwischen Zahlung und Übertragung sollte eine Absicherung stehen. Fragen Sie die Person, die Ihre Website baut, oder eine Anwältin, welcher Weg passt.
Legen Sie Ihre Obergrenze vorher fest. Manchmal ist ein kurzer Zusatz viel sinnvoller als ein Kauf.
Wenn Sie eine Marke haben
Ist der Name Ihre eingetragene Marke und hat ihn jemand anderes in böser Absicht registriert, um Ihre Kunden zu täuschen oder Ihnen den Namen zu verkaufen, ist das eine Rechtsfrage. Ein klares Urteil wäre hier aber nicht seriös: Das Ergebnis hängt von Einzelheiten ab, etwa von Ihrer Eintragung, der Nutzung des Namens und dem Zeitpunkt der Registrierung. Sprechen Sie mit einer Fachanwältin oder einem Fachanwalt für Marken- und Domainrecht. Sie können sagen, wie stark Ihr Fall ist und wie das Verfahren abläuft.
Ein Hinweis: Haben Sie Ihre Marke nicht eintragen lassen, kann Ihre Position schwächer sein. Wenn Sie ein neues Unternehmen gründen, lohnt es sich, Domain und Markeneintragung von Anfang an gemeinsam zu denken.
Namen meiden, die man leicht falsch schreibt
Manche Unternehmer erwägen, einen ähnlichen freien Namen zu nehmen, mit vertauschtem oder fehlendem Buchstaben. Das empfehle ich nicht:
- Kunden vertippen sich und landen irgendwo, nur nicht bei Ihnen.
- Ist der Name ein Tippfehler einer bekannten Marke, können rechtliche Probleme folgen.
- Am Telefon und auf der Visitenkarte müssen Sie jedes Mal sagen: „Das schreibt man mit diesem Buchstaben.“
- Auf lange Sicht ist der Name schwerer zu merken und ihm zu vertrauen.
Eine gute Adresse ist kurz, schlicht, leicht zu tippen und leicht zu sagen.
Häufige Fragen
Ist es automatisch unfair, wenn jemand anderes meinen Namen registriert hat?
Nicht immer. Es kommt darauf an, wie und warum der Name registriert wurde und wie Ihre Markensituation aussieht. Das kann nur eine Anwältin oder ein Anwalt beurteilen.
Sollte ich beim Registrieren auf die Laufzeit achten?
Ja. Domains werden für einen Zeitraum registriert. Läuft er ab, kann die Adresse Ihnen nicht mehr gehören. Tragen Sie das Verlängerungsdatum in Ihren Kalender ein und registrieren Sie die Domain auf Ihren eigenen Namen.
Reicht eine andere Endung?
Das kann helfen, aber wenn jemand die andere Adresse nutzt, entsteht Verwechslung. Prüfen Sie zuerst, wem sie gehört.
Welche Endung soll ich wählen?
Für einen Betrieb mit Kunden in Deutschland ist .de meist vertraut. Wer ins Ausland verkauft, fährt mit .com oft besser. Beschreiben Sie Ihren Betrieb der Person, die Ihre Website baut, und entscheiden Sie gemeinsam.
Fazit
Ist Ihre Wunschdomain vergeben, ist das nicht das Ende. Prüfen Sie zuerst den Zustand der Adresse, dann die einfachsten Lösungen wie einen kurzen Zusatz oder eine andere Endung. Kauf und Rechtsweg sind länger und unsicherer. Wenn Sie eine neue Website planen, wählen wir den Namen gemeinsam aus. Mehr dazu auf meiner Seite Website erstellen.