Eine Patientin sitzt abends auf dem Sofa und sucht auf dem Handy eine Zahnarztpraxis. Sie landet auf Ihrer Website und sieht eine winzige Kopie einer Computerseite. Der Text ist nicht lesbar, das Menü passt nicht auf den Bildschirm, und sie muss die Seite ständig zur Seite ziehen. Drei Sekunden später tippt sie auf „Zurück“ und geht zum nächsten Ergebnis.
Das sehen Sie nie, denn Sie öffnen Ihre Website auf einem großen Bildschirm am eigenen Computer. Die meisten Ihrer Kunden schauen aber mit dem Handy auf Ihre Seite. Nicht zu wissen, wie Ihre Website auf dem Handy aussieht, ist so, als hätten Sie nie von außen in Ihr eigenes Schaufenster geschaut.
Was bedeutet eine mobilfreundliche Website eigentlich?
Eine mobilfreundliche Website ordnet sich auf dem Handy passend zum Bildschirm neu an. Drei Kästen, die am Computer nebeneinanderstehen, rutschen auf dem Handy untereinander. Die Schrift wird lesbar groß. Das Menü wird so vereinfacht, dass man es mit dem Finger treffen kann. Fachleute nennen das „Responsive Design“: Die Seite reagiert auf das Gerät, auf dem sie geöffnet wird.
Eine nicht mobilfreundliche Seite ist dagegen nur die verkleinerte Computerversion. Sie passt auf den Bildschirm, ist aber nicht nutzbar. Der Besucher zoomt, wischt zur Seite und tippt daneben. Die meisten machen sich diese Mühe nicht.
Ein häufiges Missverständnis: „Meine Seite öffnet sich auf dem Handy, also ist sie in Ordnung.“ Öffnen und mobilfreundlich sein sind nicht dasselbe. Mobilfreundlich heißt, dass sich die Seite auf dem Handy bequem lesen und bedienen lässt.
Wie schadet eine nicht mobilfreundliche Seite Ihrem Geschäft?
Der Schaden zeigt sich an drei Stellen.
- Verlorene Kunden: Wer einen Termin buchen, nach einem Preis fragen oder Ihre Adresse finden will, gibt bei Schwierigkeiten auf und geht zur Konkurrenz.
- Verlorenes Vertrauen: Eine chaotische Seite auf dem Handy erweckt den Eindruck, auch der Betrieb selbst arbeite nachlässig. Das überlegt sich niemand bewusst, aber man spürt es.
- Sichtbarkeit bei Google: Google bewertet Websites anhand der Handyversion. Eine Seite, die auf dem Handy schlecht funktioniert, kann in den Suchergebnissen weiter hinten landen. Ich behaupte keine garantierte Platzierung oder Strafe, aber mit einer schwachen Handyversion ist es schwerer, bei Google aufzufallen.
Der 2-Minuten-Check am eigenen Handy
Sie brauchen nichts außer Ihrem Smartphone. Öffnen Sie Ihre Website im Browser des Handys und achten Sie auf Folgendes.
- Passt sie auf den Bildschirm? Wenn die Seite seitlich wegrutscht oder rechts etwas abgeschnitten ist, gibt es ein Problem.
- Lässt sie sich ohne Zoomen lesen? Wenn Sie den Text vergrößern müssen, wurde die Seite nicht für Handys vorbereitet.
- Funktioniert das Menü? Auf dem Handy erscheint meist ein Symbol mit drei Strichen. Beim Antippen sollte sich das Menü öffnen, und die Punkte sollten sich gut treffen lassen.
- Sitzen die Bilder richtig? Fotos, die überstehen, abgeschnitten werden oder über dem Text liegen, zeigen, dass die Anpassung nur halb gelungen ist.
- Drehen Sie das Handy quer. Ordnet sich die Seite für den neuen Bildschirm neu an, ist das gut. Wenn sie kaputtgeht, notieren Sie es sich.
- Probieren Sie ein anderes Handy. Das Gerät Ihres Partners, Ihrer Mitarbeiter oder eines Freundes hat vielleicht eine andere Größe. Was bei Ihnen gut aussieht, kann dort zerfallen.
- Sind alle Inhalte vom Computer auch auf dem Handy da? Manche Seiten blenden auf dem Handy wichtige Bereiche aus. Fehlen Telefonnummer oder Adresse, ist das eine ernste Lücke.
Sie können außerdem die Adresse Ihrer Website in Googles kostenloses Tool PageSpeed Insights eingeben. Auf der Ergebnisseite gibt es einen eigenen Bereich für Handys. Die Hinweise dort geben Ihnen eine konkrete Liste für das Gespräch mit einer Fachperson.
Wenn zwei oder mehr der Punkte Probleme gemacht haben, ist Ihre Website sehr wahrscheinlich nicht mobilfreundlich.
Bei Problemen gibt es zwei Wege: reparieren oder neu aufbauen?
Nicht jede durchgefallene Seite gehört weggeworfen. Die Entscheidung hängt vom Alter der Seite und davon ab, wie sie gebaut wurde. Ein grober Rahmen:
| Situation | Meist die sinnvollere Wahl |
|---|---|
| Die Seite ist wenige Jahre alt, nur ein, zwei Bereiche sind kaputt | Reparieren |
| Die Seite ist sehr alt und wurde für Computer gestaltet | Neu aufbauen |
| Auf dem Handy ist sie kaputt und langsam | Neu aufbauen |
| Die Seite hat auch andere Probleme (wird nicht aktualisiert, Sicherheitswarnung) | Neu aufbauen |
| Inhalt und Struktur sind gut, nur das Aussehen stimmt nicht | Reparieren |
Eine Reparatur geht schneller, bedeutet aber Flickwerk auf einer alten Struktur. Je mehr Flicken, desto anfälliger wird die Seite. Ein Neuaufbau ist mehr Arbeit; dafür bekommen Sie eine Seite, die von Anfang an zum Handy passt, schnell ist und Ihnen auch in den nächsten Jahren nützt. Welche Variante zu Ihnen passt, kann eine Fachperson sagen, die sich Ihre Seite ansieht.
Was die Fachperson erledigt
Das ist nicht Ihre Aufgabe, aber zu wissen, was gemacht wird, gibt Ihnen Sicherheit. Wer sich um Ihre Website kümmert, wird in der Regel:
- prüfen, wie die Seite auf echten Handys, Tablets und Bildschirmen unterschiedlicher Größe aussieht.
- neu aufbauen, wie sich die Seiten je nach Bildschirm anordnen.
- Menüs, Schaltflächen und Formulare fingerfreundlich machen.
- Bilder auf eine für Handybildschirme passende Größe bringen.
- am Ende auf verschiedenen Handys und in verschiedenen Browsern einzeln testen.
Was sollten Sie die Fachperson fragen?
Wenn Sie mit der Person sprechen, die Ihre Seite baut oder erneuert, fragen Sie:
- „Zeigen Sie mir den Entwurf zuerst auf dem Handy, oder wird nur die Computeransicht vorbereitet?“
- „Auf welchen Handys testen Sie, wenn die Seite fertig ist?“
- „Erscheinen meine Telefonnummer und Adresse auf dem Handy vollständig?“
- „Lässt sich meine bestehende Seite reparieren, oder ist ein Neuaufbau sinnvoller? Können Sie erklären, warum?“
- „Kann ich die Handyversion auf meinem eigenen Handy sehen, bevor sie online geht?“
Wenn Sie auf diese Fragen keine klaren Antworten bekommen, seien Sie vorsichtig.
Wie lange dauert das?
Das hängt von der Größe der Seite ab. Bei einer kleinen Firmenseite mit wenigen Unterseiten kann eine Reparatur schnell gehen; bei einer Seite mit vielen Unterseiten oder einer sehr alten Seite dauert ein Neuaufbau länger. Für einen verlässlichen Zeitrahmen muss eine Fachperson die Seite zuerst sehen. Auch einen Preis zu nennen, ohne sie zu kennen, wäre nicht seriös.
Häufig gestellte Fragen
Brauche ich eine separate Handyseite?
Nein. Heute wird eine einzige Seite gebaut, die sich allen Bildschirmen anpasst. Eine separate Handyseite erschwert die Pflege und wird in der Regel nicht empfohlen.
Am Computer sieht alles gut aus. Was ist mit dem Handy?
Dass es am Computer gut aussieht, heißt nicht, dass es auch am Handy gut aussieht. Deshalb müssen Sie am Handy nachsehen. Dafür ist die Checkliste oben gedacht.
Lande ich bei Google auf Platz eins, wenn die Seite mobilfreundlich ist?
Nein, das kann niemand garantieren. Mobilfreundlichkeit ist einer von vielen Faktoren, die die Platzierung beeinflussen. Sie ist aber eine Grundvoraussetzung, wenn Sie Besucher vom Handy nicht verlieren wollen.
Kann ich das selbst beheben?
Prüfen ja. Beheben hängt vom Aufbau der Seite und ihrem Verwaltungsbereich ab und erfordert oft technisches Wissen. Stellen Sie die Lage fest und überlassen Sie die Korrektur einer Fachperson.
Wenn Sie Ihre Seite am Handy geöffnet haben und schon auf den ersten Blick unzufrieden waren, geht es Ihren Besuchern vermutlich genauso. Wenn Sie gemeinsam klären möchten, ob eine Reparatur oder ein Neuaufbau der bessere Weg ist, schauen Sie sich meine Seite zum Website-Relaunch an.