Sie führen ein kleines Hotel an der Ostsee. Eine Website hat Ihnen richtig gut gefallen, doch die Person dahinter sitzt Hunderte Kilometer entfernt. Ein Bekannter sagt: „Mit jemandem, dem man nie die Hand geschüttelt hat, macht man keine Geschäfte.“ Ein Teil von Ihnen stimmt zu. Wie soll das funktionieren, wenn man nie im selben Raum sitzt?
Der Zweifel ist berechtigt. Ich arbeite von Istanbul aus, und viele meiner Kundinnen und Kunden sitzen in anderen Städten. In diesem Beitrag erkläre ich, wie die Zusammenarbeit mit einem Webdesigner in einer anderen Stadt im Alltag abläuft, woran Sie Vertrauen festmachen und wann ein persönliches Treffen wirklich etwas bringt und wann nicht.
Wie sieht Arbeit aus der Ferne im Alltag aus?
Aus der Ferne heißt nicht, dass „gearbeitet wird, aber niemand greifbar ist“. Es ähnelt eher Ihrer Bank: Telefon, App und eine klare Dokumentation. Ein typisches Projekt läuft so:
- Erstes Gespräch: Telefon oder Videoanruf. Sie erzählen, was Sie tun, wer Ihre Kunden sind und was Sie von der Website erwarten.
- Schriftliche Zusammenfassung: Das Besprochene wird in einer E-Mail oder Nachricht festgehalten, damit beide Seiten dasselbe verstanden haben.
- Entwurf ansehen: Der Designer zeigt die Arbeit über einen Link, den Sie auf dem Handy oder am Computer öffnen.
- Feedbackrunden: Änderungswünsche schicken Sie per Nachricht oder in einem kurzen Gespräch.
- Veröffentlichung: Nach Ihrer Freigabe geht die Website online.
Für keinen dieser Schritte brauchen Sie technische Kenntnisse. Sie klicken auf einen Link, schauen hin und schreiben, was Sie denken.
Wie laufen die Gespräche ab?
Ich führe Gespräche meist per Videoanruf. Den Bildschirm zu teilen und eine Seite gemeinsam durchzugehen, ist viel schneller als eine lange E-Mail. Manche Kunden telefonieren lieber, auch das ist in Ordnung. Sagen Sie einfach, was Ihnen lieber ist.
So wird ein Gespräch ergiebig:
- Notieren Sie vorher in drei, vier Sätzen, was Sie wollen.
- Halten Sie zwei, drei Websites bereit, die Ihnen gefallen oder nicht gefallen.
- Fragen Sie am Ende: „Was haben wir heute entschieden?“
- Bitten Sie darum, die Entscheidungen schriftlich zu bekommen.
Die schriftliche Zusammenfassung ist das eigentliche Sicherheitsnetz der Zusammenarbeit aus der Ferne. Monate später gibt es keinen Streit darüber, wer was gesagt hat, denn alle haben dieselbe Notiz.
Wie schicken Sie Logo, Fotos und Texte?
Hier machen sich viele Inhaber mehr Sorgen als nötig. Dateien an einen Webdesigner zu schicken ist nicht schwerer, als ein Foto an Verwandte zu senden.
| Was Sie schicken | Wie |
|---|---|
| Logo | Die beste Datei, die Sie haben, am besten das Original von der Druckerei oder vom früheren Designer, per E-Mail |
| Fotos | Ein Freigabelink oder E-Mail; bei vielen Bildern als Ordner |
| Texte | Ein einfaches Dokument oder eine Nachricht; eine Leistungsliste darf Stichpunkte sein |
| Passwörter und Zugänge | Am besten telefonisch nennen oder einen sicheren Weg erfragen; nicht einfach in normale Nachrichten schreiben |
Ein Tipp zu Fotos: Bilder vom Handy, die über einen Messenger verschickt werden, verlieren oft an Qualität. Fragen Sie Ihren Designer: „Ich möchte die Originale schicken, wie mache ich das?“ Diese Frage beantworte ich gern, denn gute Fotos ergeben eine gute Website.
Auch bei Zugangsdaten ist Vorsicht angebracht. Ihre Domain und Ihr Website-Zugang sind die Schlüssel zu Ihrem Betrieb. Geben Sie sie erst weiter, wenn Vertrauen da ist, und dann kontrolliert. Domain und Website müssen am Ende Ihnen gehören. Sprechen Sie das gleich zu Beginn an.
Wie funktionieren Freigaben?
Damit es nicht zu der Frage „Habe ich das nun freigegeben oder nicht?“ kommt, hilft eine einfache Regel: Schreiben Sie in jeder Phase einen klaren Satz. Zum Beispiel: „Ich gebe den Entwurf der Startseite frei. Auf der Kontaktseite möchte ich diese drei Änderungen.“
Prüfen Sie vor der Veröffentlichung selbst:
- Öffnen Sie die Website auf Ihrem eigenen Handy und gehen Sie durch die Seiten.
- Kontrollieren Sie Telefonnummer, Adresse und Öffnungszeiten mit eigenen Augen.
- Lesen Sie Ihre Texte auf Namens- und Tippfehler durch.
- Zeigen Sie die Seite jemandem aus Ihrem Umfeld und fragen Sie nach dem ersten Eindruck.
Diese Prüfung kann niemand vollständig für Sie übernehmen, denn Ihren Betrieb kennen Sie am besten.
Woran erkennen Sie vertrauenswürdige Zusammenarbeit?
Vertrauen ohne persönliches Treffen ist möglich, wenn Sie die richtigen Zeichen kennen.
- Frühere Arbeiten: Sehen Sie sich echte Websites an, die der Designer gebaut hat. Fragen Sie wenn möglich nach einer Referenz, die Sie kontaktieren dürfen.
- Umgang mit Ihren Fragen: Antwortet er klar und geduldig? Das Auftreten im ersten Gespräch sagt viel über den Rest.
- Schriftliches Angebot und Leistungsumfang: Was enthalten ist, was nicht, wie der Ablauf aussieht und wie die Übergabe erfolgt, gehört schriftlich festgehalten.
- Eigentum: Bleiben Domain und Inhalte nach Fertigstellung bei Ihnen?
- Erreichbarkeit nach dem Start: Sie sollten wissen, an wen Sie sich wenden, wenn etwas nicht stimmt.
- Kein Druck: Wer Sie zu einer schnellen Entscheidung drängt, ist ein Warnzeichen, egal ob nah oder fern.
Ob ein Designer ein Büro hat, sagt wenig über die Qualität aus. Wichtiger ist jemand, der transparent ist, Dinge schriftlich festhält und erreichbar bleibt.
Wann bringt ein persönliches Treffen wirklich etwas?
Nötig ist es nicht, in manchen Fällen aber hilfreich:
- Sie möchten die Atmosphäre Ihres Hauses im Design spüren lassen (Hotel, Restaurant, Praxis). Wenn der Designer den Ort sieht, sind seine Vorschläge zu Fotos und Tonalität treffender.
- Foto- oder Videoaufnahmen werden gemeinsam geplant.
- Mehrere Entscheider wollen in einem Termin zusammen arbeiten.
- Sie erklären im persönlichen Gespräch einfach besser und gewinnen dadurch Sicherheit.
Nicht nötig ist es meist, wenn die Leistung leicht zu beschreiben ist, Texte und Fotos bereitliegen und Sie mit schriftlichem Austausch und Videoanrufen gut zurechtkommen. Wohnen Sie zufällig in der Nähe, ist ein einzelnes Kennenlerntreffen schön, aber keine Pflicht.
Häufige Fragen
Versteht ein Designer aus einer anderen Stadt meinen lokalen Markt?
Ortskenntnis ist wichtig, lässt sich aber im ersten Gespräch vermitteln. Erzählen Sie, wer Ihre Kunden sind, woher sie kommen und wie sie suchen. Ein guter Designer stellt diese Fragen von selbst.
Und wenn etwas schiefläuft, ist dann niemand greifbar?
Deshalb sind ein schriftlicher Leistungsumfang und ein klarer Kommunikationsweg von Anfang an so wichtig. Eine schriftliche Vereinbarung ist ein stabileres Sicherheitsnetz als ein Handschlag. Sind Website und Domain auf Ihren Namen registriert, sinkt Ihr Risiko weiter.
Ist es anders, wenn der Designer im Ausland sitzt?
Der Ablauf ist im Kern derselbe, doch Zeitzone, Sprache und Vertragsfragen brauchen zusätzliche Aufmerksamkeit. Bei Zahlung und Steuern sprechen Sie mit Ihrer Steuerberatung.
Was, wenn ich die Fachsprache nicht verstehe?
Sagen Sie es. Ein guter Designer muss verständlich erklären. Geben Sie nie etwas frei, was Sie nicht verstanden haben.
Fazit
Entfernung lässt sich mit einem guten Ablauf leicht überbrücken. Entscheidend ist nicht die Stadt, sondern klare Kommunikation, ein schriftlicher Leistungsumfang und dass die Website Ihnen gehört. Wenn Sie besprechen möchten, wie das für Ihren Betrieb aussehen könnte, erreichen Sie mich über meine Seite zum Thema Website erstellen.