Es kann so wirken, als hätte in Ihrem Umfeld jeder eine App. Der Wettbewerber ruft „Laden Sie unsere App herunter“, ein Bekannter meint, ohne App gehe es heute nicht mehr. Sie fragen sich: Finden meine Kunden mich nicht, oder falle ich zurück?
Viele Unternehmer stellen mir genau diese Frage: App oder Website? Oft steckt dahinter weniger ein echter Bedarf als das Gefühl, dass es alle anderen tun. In diesem Artikel erkläre ich in einfachen Worten, was eine App ist, was eine mobilfreundliche Website ist und welche Möglichkeit dazwischen liegt. Am Ende sollten Sie für Ihr eigenes Unternehmen entscheiden können.
Die eigentliche Frage: Wo suchen Ihre Kunden nach Ihnen?
Was tut ein Patient, der einen Termin möchte? Er nimmt das Handy, tippt „Zahnarzt in meiner Nähe“ bei Google ein und tippt auf eines der Ergebnisse. Er geht nicht in einen App-Store, um Sie zu suchen, weil er Sie noch nicht kennt.
Eine App wird erst sinnvoll, wenn Kunden Sie schon kennen und sie immer wieder nutzen. Um neue Kunden zu gewinnen, müssen Sie bei Google gefunden werden, mit einer Website, die schnell lädt und sich auf dem Handy angenehm bedienen lässt. Eine App ersetzt Ihre Website in den Suchergebnissen nicht. Neue Kunden lernen Sie zuerst über Ihre Seite kennen.
Für die meisten Unternehmen reicht eine gute mobilfreundliche Website
Eine mobilfreundliche Website passt sich dem Handybildschirm an: Der Text ist lesbar, Buttons lassen sich mit dem Finger bequem drücken, die Seiten öffnen schnell. Das genügt in der Regel für:
- Dienstleister, die Termine oder Angebotsanfragen annehmen: Zahnärzte, Anwälte, Architekten, Handwerker, Berater
- Leistungen, bei denen Kunden kommen, wenn sie Bedarf haben, und nicht mehrmals im Monat
- Hotels, Restaurants und Cafés, die Speisekarte, Fotos, Adresse und Reservierungsinfos brauchen
- Jedes kleine Unternehmen, das Kunden aus der lokalen Suche erwartet
Bei diesen Unternehmen liegt der eigentliche Gewinn darin, dass Kunden Sie bei Google finden, Ihnen vertrauen und Sie mit einem Tippen anrufen können. All das leistet die Website. Eine App bauen zu lassen und die Website zu vernachlässigen, ist, als würden Sie ein Geschäft eröffnen und das Schild nicht aufhängen.
Am häufigsten sehe ich, dass die App-Idee aufkommt, weil sie aufregend klingt, während Grundprobleme ungelöst bleiben: Die Website ist auf dem Handy langsam oder die Kontaktdaten sind schwer zu finden. Wer eine App baut, bevor das behoben ist, verlagert das Problem nur an eine teurere Stelle. Ein Blick darauf, wie Ihre bisherige Seite auf dem Handy wirkt, ist sehr oft der richtige erste Schritt.
Wann lohnt sich eine App?
Eine App ist überlegenswert, wenn die meisten dieser Punkte auf Sie zutreffen:
- Häufige, wiederkehrende Nutzung: Kunden öffnen sie mehrmals pro Woche (Bestellverfolgung, Mitgliedschaft, Reservierungsverwaltung).
- Bedarf an Benachrichtigungen: Rechtzeitige Erinnerungen oder Neuigkeiten gehören zu Ihrem Geschäftsmodell.
- Treue Kundschaft: Sie haben bereits Stammkunden und möchten es ihnen leichter machen.
- Handyfunktionen im Kern: Kamera, Standort oder Offline-Nutzung stehen im Mittelpunkt der Leistung.
Für Mitglieder, die dreimal pro Woche trainieren, ist zum Beispiel eine App mit Kursplan und Check-in sinnvoll. Für einen Kunden, der zweimal im Jahr kommt, ist das Herunterladen einer App nur zusätzlicher Aufwand.
Eine App entwickeln zu lassen und aktuell zu halten ist in der Regel aufwendiger als eine Website, denn es geht um zwei Systeme (iPhone und Android), Freigaben in den Stores und regelmäßige Updates. Berücksichtigen Sie bei der Entscheidung also neben der ersten Investition auch die laufende Pflege.
Die Zwischenlösung: Eine Website, die sich wie eine App aufs Handy legen lässt
Zwischen Website und App gibt es einen Mittelweg. Er heißt PWA, kurz für Progressive Web App, und ermöglicht es, Ihre Website als Symbol auf den Startbildschirm des Handys zu legen. Tippt der Kunde auf das Symbol, öffnet sich die Seite im Vollbild, wie eine App. Aus einem Store muss nichts geladen werden.
Das kann sinnvoll sein, wenn:
- Ihre Kunden regelmäßig zu Ihrer Seite zurückkehren und den Zugriff mit einem Tippen wünschen.
- Sie den Aufwand für Store-Freigaben und zwei getrennte Apps nicht wollen.
- Es hilft, wenn einzelne Bereiche wie Speisekarte oder Kursplan auch bei schwacher Verbindung öffnen.
Auch hier gibt es Grenzen. Auf manchen Handys sind Benachrichtigungen und das Ablegen auf dem Startbildschirm nicht so reibungslos wie bei einer echten App, und viele Kunden kennen die Funktion nicht, Sie müssten sie also erklären. Fragen Sie vor der Entscheidung Ihren Fachmann: „Auf welchen Handys kann es was genau, und was kann es nicht?“
Die drei Möglichkeiten im Vergleich
| Mobilfreundliche Website | Website auf dem Handy abgelegt | Mobile App | |
|---|---|---|---|
| Bei Google auffindbar | Ja | Ja | Nein, Suche im Store |
| Kunde muss herunterladen | Nein | Nein, freiwilliges Ablegen | Ja |
| Benachrichtigungen senden | Nein | Eingeschränkt | Ja |
| Pflegeaufwand | Gering | Mittel | Hoch |
| Am besten geeignet für | Neukunden gewinnen | Wiederkehrende Kunden | Sehr häufig genutzte Leistung |
Fragen, die Sie sich vor der Entscheidung stellen sollten
- Wie oft im Monat wird ein Kunde mich nutzen? Bei wenigen Malen im Jahr reicht eine Website.
- Suche ich neue Kunden oder möchte ich bestehende halten?
- Sind Benachrichtigungen ein echter Teil meines Geschäfts?
- Öffnet meine Seite schon schnell und lässt sich auf dem Handy gut bedienen? Wenn nicht, beheben Sie das zuerst.
- Habe ich Budget und Zeit, eine App aktuell zu halten?
Ihre eigene Seite können Sie leicht prüfen. Öffnen Sie sie auf dem Handy: Erreichen Sie Termin oder Kontaktdaten mit weniger als drei Fingertipps? Sehen Sie sich mit dem kostenlosen Google-Tool PageSpeed Insights die Handygeschwindigkeit an. Sind diese Punkte nicht gut, bringt die Verbesserung der Seite deutlich mehr als eine App.
Fragen an die Person, die die Arbeit übernimmt: Brauche ich für mein Unternehmen wirklich eine App? Würde eine Website nicht reichen? Wer aktualisiert die App? Gibt es einen schriftlichen Wartungsplan?
Häufige Fragen
Wirkt ein Unternehmen ohne App unseriös?
Nein. Vertrauen entsteht durch klare Informationen, echte Fotos, Bewertungen und schnelle Antworten. Eine App allein schafft kein Vertrauen.
Brauche ich keine App, wenn ich eine Website habe?
Für die meisten Unternehmen ja, die Website genügt. Eine App ist zu erwägen, wenn Kunden Sie sehr häufig nutzen oder Benachrichtigungen Teil Ihres Geschäftsmodells sind.
Ersetzt eine auf dem Handy abgelegte Website eine App?
Bei einfachen Anforderungen ja. Auf manchen Handys bietet sie aber weniger Möglichkeiten als eine App. Sie sollten von Anfang an klären, was Sie brauchen.
Erst Website oder erst App?
Fast immer erst die Website. Neue Kunden finden Sie bei Google, während eine App später als Zusatz für treue Kunden folgen kann.
Wie geht es weiter?
Für die meisten Unternehmen ist der richtige Schritt eine Website, die schnell ist, sich auf dem Handy gut bedienen lässt und bei Google gefunden wird. Die App-Entscheidung folgt, wenn ein echter Bedarf entsteht. Wenn Sie Ihre Seite von Grund auf planen möchten, sehen Sie sich meine Seite Website erstellen an.