Sie haben Wissen, das andere gern hätten. Vielleicht ist es ein Beruf, den Sie seit Jahren ausüben, vielleicht eine Sprache, ein Instrument, ein Computerprogramm oder die Vorbereitung auf eine Prüfung. Menschen in Ihrem Umfeld stellen Ihnen immer wieder dieselben Fragen, und Sie denken: „Das könnte ich als Kurs aufnehmen.“ Dann kommt die eigentliche Frage: Verkaufen Sie den Kurs auf einer fertigen Plattform wie Udemy, oder wollen Sie eine Online-Kurs Website erstellen lassen und von Ihrer eigenen Seite aus verkaufen? In diesem Artikel erkläre ich in einfachen Worten, worin sich beide Wege wirklich unterscheiden, wann welcher sinnvoll ist und womit Sie rechnen müssen, wenn Sie eine eigene Seite aufbauen. Ich bin Ümit Kırkoç, Webdesigner und arbeite allein von Istanbul aus. Was ich bei solchen Projekten konkret mache, beschreibe ich kurz unter Website erstellen lassen.
Vorab eine Klarstellung: Dieser Artikel will Sie nicht um jeden Preis zur eigenen Seite überreden. Für manche Menschen ist die fertige Plattform der bessere Anfang. Mir geht es darum, dass Sie vor der Entscheidung wissen, worauf Sie schauen müssen.
Der Kernunterschied zwischen Plattform und eigener Seite
Plattformen wie Udemy funktionieren wie ein fertiges Einkaufszentrum für Kurse. Sie laden Ihren Kurs hoch, die Plattform kassiert, gibt den Teilnehmern Zugang und bringt Ihnen über ihre interne Suche und ihre Empfehlungen manchmal sogar Kunden. Dafür behält sie bei jedem Verkauf einen Anteil, wendet bei Preisen und Rabatten ihre eigenen Regeln an und gibt Ihnen die Teilnehmerliste in der Regel nicht heraus. Die Teilnehmer sind im Grunde Kunden der Plattform, nicht Ihre.
Eine eigene Website ist dagegen Ihr eigener Laden. Preis, Gestaltung, Rabatte und Kurspakete bestimmen Sie. Die E-Mail-Adresse der Teilnehmer bleibt bei Ihnen, und wenn Sie einen neuen Kurs veröffentlichen, können Sie diese Menschen direkt anschreiben. Aber damit jemand Ihren Laden betritt, müssen Sie erst einmal bekannt machen, wo er steht. Die fertige Laufkundschaft der Plattform gibt es hier nicht.
Der Vergleich zeigt den Kern: Die Plattform gibt Ihnen Bequemlichkeit und ein fertiges Schaufenster, die eigene Seite gibt Ihnen Kontrolle und langfristigen Besitz. Beides zugleich in voller Stärke bekommen Sie nicht. Sie müssen wissen, was Ihnen gerade wichtiger ist.
Warum Sie eine eigene Seite in Betracht ziehen sollten
Am leichtesten erkennen Sie den Nutzen einer eigenen Seite mit einer Frage: Werde ich diesen Kurs in drei Jahren noch verkaufen, und sollen diese Kunden dann mir gehören?
Wenn Sie über eine Plattform verkaufen, können sich die Regeln eines Tages ändern. Die Höhe der Gebühren, die Rabattpolitik oder die Art, wie Kurse aufgelistet werden, liegen nicht in Ihrer Hand. Auf der Plattform stehen zum selben Thema oft Dutzende Konkurrenzkurse nebeneinander. Der Interessent wählt nicht unbedingt Sie, sondern den Kurs, der an diesem Tag oben steht. Auf Ihrer eigenen Seite sieht der Besucher dagegen nur Ihren Kurs, ohne Konkurrenz direkt daneben.
Der zweite Punkt ist die Marke. Wenn Sie als „der Fotokurs von Herrn Müller“ bekannt werden möchten (der Name ist frei erfunden), soll sich der Teilnehmer an Ihren Namen und Ihre Internetadresse erinnern. Auf einer Plattform sagt er oft nur: „Ich habe einen Fotokurs bei Udemy gemacht.“ Ihren Namen nennt er nicht.
Der dritte Punkt sind die Daten. Menschen, die Ihren Kurs gekauft haben, sind die natürlichsten Kunden für einen zweiten Kurs zum selben Thema. Der Weg zu ihnen führt über eine E-Mail-Liste. Auf Ihrer eigenen Seite gehört diese Liste Ihnen, sofern Sie die Einwilligung der Teilnehmer korrekt einholen. Auf einer Plattform hängt es meist von deren Bedingungen ab. Schauen Sie sich die aktuellen Bedingungen der Plattform selbst an, denn solche Regeln ändern sich mit der Zeit.
Warum Sie die Plattform nicht unterschätzen sollten
Der Fairness halber auch die Gegenseite. Wenn Sie keine Follower, keine E-Mail-Liste und keinen bekannten Namen haben, ist Ihre eigene Seite am Tag der Veröffentlichung genauso leer. Eine Website bringt Ihnen kein Publikum. Sie gibt dem Publikum nur einen Ort, an dem es Sie findet. In dieser Lage kann der fertige Suchverkehr einer Plattform helfen, die ersten Teilnehmer und die ersten Bewertungen zu sammeln.
Ein weiterer Vorteil der Plattform: Sie nimmt Ihnen die Technik ab. Videohosting, sichere Zahlung, Teilnehmer-Login und Zertifikate erledigt sie für Sie. Auf Ihrer eigenen Seite müssen Sie das entweder selbst einrichten, oder jemand richtet es für Sie ein und kümmert sich später um die Pflege.
Auf die Frage „Was ist besser?“ gibt es also keine einzige Antwort. Was für Sie stimmt, hängt von Ihrem vorhandenen Publikum ab und davon, wie Sie den Kurs weiterentwickeln wollen.
Womit sollten Sie beginnen?
Eine praktische Unterscheidung hilft. Wenn Sie bereits eine Gemeinschaft haben, die Ihnen folgt, etwa ein Konto in sozialen Medien, einen Newsletter, einen Berufsverband oder einen Vereinskreis, bringt die eigene Seite deutlich mehr. Die Menschen, die zum Kauf kommen, vertrauen Ihnen schon, und Sie verkaufen ohne Provision an eine Plattform. Haben Sie noch kein Publikum, ist es weniger riskant, zuerst auf einer Plattform ein kleines Schaufenster zu eröffnen und zu sehen, wie die Menschen auf den Kurs reagieren.
Das Schema wirkt eindeutig, aber in der Praxis stehen die meisten irgendwo dazwischen. Sie haben ein kleines Publikum, aber kein großes. Dann kommt ein dritter Weg ins Spiel.
Der dritte Weg: beides zusammen nutzen
Viele Kursanbieter landen irgendwann bei diesem Aufbau: Die eigene Seite ist die Zentrale, und der Kurs auf der Plattform dient als Schaufenster. Der Plattformkurs ist ein günstiges oder kurzes Einstiegsprodukt, die umfassende Ausbildung verkaufen sie auf der eigenen Seite. Teilnehmer von der Plattform werden nach einiger Zeit in die eigene Welt eingeladen.
Voraussetzung ist, dass Sie die Regeln der Plattform lesen und nicht dagegen verstoßen. Jede Plattform setzt eigene Grenzen, wenn es darum geht, Teilnehmer nach außen zu leiten. Diese Grenzen müssen Sie selbst prüfen.
Wie die Tabelle zeigt, verlangt die Kombination mittleren Aufwand, hält die Kontrolle aber hoch. Deshalb stelle ich bei kleinem Publikum und Wachstumswunsch in der Regel zuerst diese Variante vor.
Welche Seiten braucht eine Online-Kurs-Website?
Eine Kursseite unterscheidet sich von einer normalen Firmenwebsite. Der Besucher kennt Sie nicht, und Sie möchten, dass er Geld für etwas ausgibt, das er noch nie gesehen hat. Um diese Vertrauensschwelle zu überwinden, müssen die Seiten in einer bestimmten Reihenfolge zusammenwirken.
Startseite: Sie sagt in wenigen Sätzen, wer Sie sind, zu welchem Thema Sie unterrichten und wen Sie ansprechen. Bevor sie alle Kurse auflistet, führt sie zu dem Kurs, den Sie am liebsten verkaufen möchten.
Eine eigene Verkaufsseite für jeden Kurs: Das ist die wichtigste Seite der ganzen Website. Details dazu folgen weiter unten.
Dozentenseite („Über mich“): Menschen wollen glauben, dass Sie Ihr Thema beherrschen. Hier gehören richtige, überprüfbare Angaben hin: Ihre Erfahrung, Ihre Stationen, die Zahl der Menschen, die Sie bereits unterrichtet haben. Übertreibungen und aufgeblasene Titel erhöhen das Vertrauen nicht, sie senken es.
Blog oder Ratgeberartikel: Bei Google tippen Menschen meistens keinen Kursnamen ein, sondern eine Frage: „Wie benutze ich die WENN-Funktion in Excel?“ oder „Wie verbessere ich meine englische Aussprache?“ Artikel, die solche Fragen beantworten, bringen Ihrer Kursseite kostenlose Besucher. Für jemanden ohne Publikum ist das der tragfähigste Weg, auch ohne Plattform voranzukommen.
FAQ, Widerrufsbelehrung und Kontakt: Fragen, die vor dem Kauf auftauchen, etwa „Wie lange habe ich Zugang?“ oder „Was, wenn es mir nicht gefällt?“, dürfen nicht unbeantwortet bleiben. Sonst schließt der Besucher die Seite.
Teilnehmerbereich: In diesem Bereich melden sich Käufer an und sehen die Lektionen. Wie er aufgebaut ist, hängt vom gewählten Kursverwaltungssystem ab.
Warum die Verkaufsseite die wichtigste Seite ist
Wer auf die Verkaufsseite eines Kurses kommt, sucht Antworten auf diese Fragen: Was bringt mir dieser Kurs genau bei? Passt er zu mir? Wer unterrichtet? Waren frühere Teilnehmer zufrieden? Was passiert, wenn ich bezahle und es Probleme gibt?
Eine gute Verkaufsseite beantwortet diese Fragen der Reihe nach. In der Überschrift sagen Sie, was man nach dem Kurs können wird. Darunter steht, für wen der Kurs geeignet ist und welche Vorkenntnisse nötig sind. Dann zeigen Sie den Lehrplan, Modul für Modul. Danach folgt eine kurze Probelektion, die man ohne Kauf ansehen kann, denn niemand vertraut einem Dozenten, dessen Vortragsstil er nie gesehen hat. Es folgen die Vorstellung des Dozenten und echte Teilnehmerstimmen, ganz am Ende ein klarer Preis, die Zahlungsarten und die Rückgabebedingungen.
Behalten Sie dieses Schema im Kopf. Wenn ich eine Kursseite gestalte, ordne ich jede Kursseite ungefähr in dieses Gerüst ein und fülle es mit dem Inhalt Ihres Kurses. Seiten, die den Lehrplan verstecken und nur „eine wirklich tolle Schulung“ versprechen, überzeugen Besucher nur schwer.
Wie suchen Ihre künftigen Teilnehmer nach einem Kurs?
Kursanbieter ohne technischen Hintergrund denken oft: „Die Leute googeln einfach den Namen meines Kurses.“ In Wirklichkeit kennt jemand, der Ihren Kurs noch nicht kennt, auch seinen Namen nicht. Menschen suchen auf drei Arten.
Erstens wollen sie ein Problem lösen: „Wie schalte ich Werbung auf Instagram?“ Diese Person sucht noch keinen Kurs, sondern eine Antwort. Wenn Sie diese Frage mit einem guten Artikel oder einer kostenlosen Lektion beantworten, findet die erste Begegnung mit Ihrem Kurs genau dort statt.
Zweitens suchen sie eine Art von Ausbildung: „Gitarre online lernen“ oder „Python für Anfänger“. Hier sind Ihre Konkurrenten meist die großen Plattformen. Bei solchen Suchen überholt Ihre eigene Seite die Plattformen nicht so leicht. Deshalb ist es sinnvoll, dort sichtbar zu werden, wo die Suche enger und spezieller ist, zum Beispiel bei einer bestimmten Branche, einer bestimmten Altersgruppe oder einer bestimmten Prüfung.
Drittens suchen sie Sie oder Ihre Marke. Wer Sie in einem Video, einem Podcast oder durch eine Empfehlung kennengelernt hat, tippt Ihren Namen ein. Dass Ihre Seite bei dieser Suche an erster Stelle erscheint, ist für das Vertrauen sehr wichtig. Wer einen KI-Assistenten fragt, bekommt ähnliche Antworten. Deshalb helfen klare und korrekte Angaben auf den Seiten, die Sie vorstellen, sowohl bei Google als auch bei KI-Suchen.
Die Beispielantwort zeigt, wie Menschen diese Entscheidung abfragen. Wenn auf Ihrer Website eine Seite steht, die diese Frage ehrlich und klar beantwortet, bemerken das Leser und Suchmaschinen gleichermaßen.
Beispielszenario 1: Ein Musikdozent mit Publikum
Das Folgende ist ein rein erfundenes Beispiel. Es handelt sich weder um eine echte Person noch um eine echte Firma.
Stellen Sie sich einen Musiklehrer vor. Seit Jahren teilt er in sozialen Medien Gitarrenvideos und verschickt einen E-Mail-Newsletter. Seine Follower schreiben ihm immer wieder: „Machst du nicht mal einen Kurs?“ Eröffnet er den Kurs auf einer fertigen Plattform, lenkt er seine Follower dorthin, zahlt bei jedem Verkauf einen Anteil und erreicht die E-Mail-Adressen der Käufer nicht wie seine eigene Liste.
Für diesen Lehrer ist die eigene Seite sinnvoller. Das Publikum ist schon da, die schwerste Arbeit, nämlich Besucher zu gewinnen, ist größtenteils getan. Auf der Seite genügen die Verkaufsseite des Kurses, ein paar kostenlose Probelektionen, ein Teilnehmerbereich und ein E-Mail-Formular. Kommen später ein zweiter und ein dritter Kurs, erreicht er dieselben Teilnehmer direkt. Die eigentliche Aufgabe besteht hier darin, die Seite schlicht zu halten und den Kaufprozess reibungslos zu gestalten.
Beispielszenario 2: Eine Buchhalterin ohne Publikum
Auch das ist ein erfundenes Beispiel. Eine Buchhalterin möchte für kleine Unternehmen einen Kurs „Grundlagen der Buchhaltung“ anbieten. In sozialen Medien ist sie kaum aktiv, eine E-Mail-Liste gibt es nicht. Lässt sie sofort eine große Website bauen, hat sie eine Weile eine Seite, auf die niemand kommt.
Klüger wäre es für sie, den Kurs zunächst auf einer Plattform zu veröffentlichen, von den ersten Teilnehmern Rückmeldungen und Bewertungen zu sammeln und gleichzeitig mit einer eigenen Internetadresse eine einfache Seite zu eröffnen. Im Blog beantwortet sie dann die Fragen, die Inhaber kleiner Firmen stellen. Nach einigen Monaten können Besucher, die über diese Artikel kommen, den Kurs direkt auf ihrer Seite kaufen. Also zuerst das Schaufenster, dann Schritt für Schritt der eigene Laden.
Schritt für Schritt: von der Idee zum Verkauf
Haben Sie sich entschieden, Ihre eigene Kursseite aufzubauen, ist die Reihenfolge meist diese. Wer keinen Schritt überspringt, muss später weniger nachbessern.
Das Thema eingrenzen. „Marketingkurs“ ist viel zu breit. „Kunden über Instagram gewinnen, für lokale Geschäfte“ ist ein enges Thema, das sich leichter erklären und verkaufen lässt. Ein enges Thema hat zudem bessere Chancen, in der Suche aufzutauchen.
Den Lehrplan schreiben. Notieren Sie die Module und am Ende jedes Moduls, was der Teilnehmer dann kann. Zeigen Sie dieses Gerüst ein, zwei Bekannten, bevor Sie Videos aufnehmen. Wenn sie sagen: „Diesen Kurs würde ich buchen“, machen Sie weiter.
Die Verkaufsseite aufbauen. Setzen Sie das oben beschriebene Schema um. Für diese Seite müssen die Kursvideos noch nicht komplett fertig sein. Eine Probelektion genügt.
Zahlung und Zugang verbinden. Sobald jemand bezahlt, muss das System ihm automatisch Zugang geben. Zugänge von Hand freizuschalten ermüdet Sie schon nach wenigen Teilnehmern und ist fehleranfällig. Für die Zahlung kommen je nach Land und Geschäftsmodell Anbieter wie Stripe, PayPal oder spezialisierte Verkaufsplattformen für digitale Produkte infrage, die auch Rechnung und Umsatzsteuer abwickeln können. Welche Lösung zu Ihrem Unternehmen passt, hängt von Ihrer Rechtsform und Ihrer steuerlichen Situation ab.
Erst selbst kaufen. Probieren Sie die Seite vor der Veröffentlichung wie ein echter Kunde von Anfang bis Ende aus: die Seite finden, bezahlen, auf die E-Mail warten, sich anmelden, eine Lektion ansehen. Machen Sie das auch auf dem Handy.
Technische Möglichkeiten: Wie funktioniert ein Kurs auf der Seite?
Für Menschen ohne technischen Hintergrund ist dieser Teil oft verschwommen, deshalb einfach erklärt. Eine Kursseite besteht aus drei Teilen: den Seiten (Vorstellung und Verkauf), der Zahlung und dem Teilnehmerbereich (Anmeldung und Lektionen ansehen). Sie lassen sich in einem einzigen System oder in mehreren Teilen aufbauen.
Der verbreitetste Weg ist WordPress mit einem Kurs-Plugin, also einer Zusatzsoftware. Plugins wie LearnDash, LifterLMS oder Tutor LMS verwalten Lektionen, Module, den Teilnehmer-Login und den Lernfortschritt. Dieser Weg ist flexibel und gibt Ihnen den Besitz, verlangt aber Updates und Pflege.
Der zweite Weg sind fertige Dienste speziell für Kursverkauf, etwa Teachable oder Thinkific. Sie verringern den Einrichtungsaufwand, arbeiten gegen eine monatliche Gebühr und lassen sich mit Ihrer eigenen Website kombinieren. Die Kontrolle liegt hier nicht ganz bei Ihnen, aber Sie sind auch nicht so abhängig wie auf einer Plattform.
Der dritte Weg ist eine Individualentwicklung. Sie kann bei sehr hohem Besucheraufkommen, einem besonderen Teilnehmerbereich oder Firmenschulungen nötig werden, ist für den Anfang aber meist überdimensioniert. Meiner Meinung nach ist eine Individualentwicklung für den ersten Kurs für die meisten eine zu frühe Ausgabe.
Für Videos gilt ein eigenes Thema. Videos auf dem eigenen Server der Website zu speichern, macht die Seite langsam und führt beim Ansehen zu Rucklern. Stattdessen nutzt man Videohosting-Dienste wie Vimeo oder nicht gelistete YouTube-Videos, und die Seite bettet diese Videos ein. Was passt, hängt davon ab, wie stark Sie Ihre Videos schützen möchten.
Vertrauen und rechtliche Fragen
Einen Kurs zu verkaufen heißt, eine Dienstleistung aus der Ferne zu verkaufen. Deshalb brauchen Sie schriftliche Bedingungen zu Rückgabe, Widerruf und personenbezogenen Daten. Wie das Widerrufsrecht bei digitalen Inhalten angewendet wird, wie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen aufzusetzen sind, welche Pflichtangaben wie das Impressum und die Datenschutzerklärung auf die Seite gehören und wie Rechnung und Umsatzsteuer geregelt werden, dazu darf ich nichts Verbindliches sagen. Wenden Sie sich unbedingt an eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt und an Ihre Steuerberatung. Ich sorge dafür, dass diese Texte auf der Seite an der richtigen Stelle stehen und gut lesbar sind. Der rechtliche Inhalt der Texte ist Sache der Fachleute.
Hinzu kommen Zugänglichkeit und Geschwindigkeit. Ein Teil Ihrer Teilnehmer sieht die Videos auf dem Handy, mit begrenzter Internetverbindung. Eine schnell ladende Seite, gut lesbare Texte und Schaltflächen, die sich auf dem Handy bequem antippen lassen, beeinflussen den Verkauf unmittelbar.
Die Liste fasst die Fehler zusammen, die ich bei solchen Projekten am häufigsten sehe. Schauen wir sie uns etwas genauer an.
Häufige Fehler
Eine große Seite bauen, obwohl kein Publikum da ist. Ich sehe Seiten mit ausgefeiltem Teilnehmerbereich, Abzeichen, Forum und Zertifikatssystem, die am Tag keinen einzigen Besucher haben. Beweisen Sie zuerst, dass sich der Kurs verkauft, und bauen Sie die Seite danach aus.
Den Lehrplan nicht zeigen. Die Haltung „Den Inhalt sehen Sie nach dem Kauf“ beschädigt das Vertrauen. Menschen wollen sehen, wofür sie bezahlen. Die Modultitel offen zu nennen, führt nicht dazu, dass Ihr Inhalt gestohlen wird, es steigert den Verkauf.
Videos auf den eigenen Server laden. Wie oben beschrieben, macht das Probleme bei Geschwindigkeit und Kosten.
Zugang von Hand vergeben. Bei den ersten drei Verkäufen wirkt das vernünftig, beim zehnten werden Sie mitten in der Nacht von Nachrichten geweckt: „Ich habe bezahlt und komme nicht rein.“
Rückgabebedingungen nicht aufschreiben. Unklarheit verunsichert die Teilnehmer und setzt Sie selbst der Gefahr von Streit aus.
Nicht auf dem Handy testen. Ein erheblicher Teil Ihrer Teilnehmer wird vom Smartphone aus zugreifen. Eine Seite, die am Computer gut aussieht, kann auf dem Handy unbrauchbar sein.
Dazu kommt ein Fehler, über den kaum gesprochen wird: den Kurs zu veröffentlichen und zu vergessen. Der Lehrplan kann veralten, das Programm, das Sie unterrichten, kann sich ändern. Ein Hinweis „Zuletzt aktualisiert“ auf der Kursseite und von Zeit zu Zeit erneuerte Inhalte zeigen Teilnehmern wie Suchmaschinen, dass die Seite gepflegt wird.
Wie wird aus einem Besucher ein Teilnehmer?
Auf einer Kursseite kaufen die meisten Besucher beim ersten Besuch nicht. Das ist normal: Bei einer teuren oder zeitaufwendigen Weiterbildung entscheidet sich niemand sofort. Deshalb sollten Sie die Seite nicht nur auf den Knopf „Jetzt kaufen“ ausrichten, sondern einen Weg in Stufen aufbauen.
Auf der ersten Stufe kommt die Person über einen Artikel oder eine Suche auf Ihre Seite. Auf der zweiten sieht sie sich eine kostenlose Probelektion an. Auf der dritten hinterlässt sie ihre E-Mail-Adresse und erhält dafür etwas Kostenloses, etwa eine Checkliste oder einen kurzen Leitfaden. Auf der vierten kauft sie den Kurs, weil sie Ihnen inzwischen vertraut. Auf jeder Stufe springt ein Teil der Menschen ab. Die eigentliche Arbeit besteht darin, jeden Schritt leichter zu machen.
Wer seine E-Mail-Adresse hinterlassen hat, sollte vor einem Kaufangebot einige wirklich nützliche E-Mails bekommen. Das wirkt viel natürlicher als eine direkte Verkaufsmail. Diese E-Mails zu schreiben ist ebenso wichtig wie die Seite zu bauen, und die meisten Kursanbieter überspringen es.
Ein Hinweis zur Einwilligung: Wer Menschen per E-Mail anschreibt, braucht je nach Land oft eine nachweisbare Zustimmung. Wie das genau aussehen muss, klären Sie bitte mit einer Rechtsanwältin oder einem Rechtsanwalt.
Was können Sie selbst tun, wann brauchen Sie Fachleute?
Sie müssen nicht alles von außen erledigen lassen. Kursidee, Lehrplan, Unterricht, Videoaufnahme und das Sammeln von Teilnehmerstimmen sind Ihre Aufgaben, und niemand kann sie Ihnen abnehmen. Auch den ersten Text der Verkaufsseite können Sie selbst schreiben, denn am besten erklärt, wer das Thema kennt.
Wenn Sie die folgenden Vorbereitungen selbst treffen, verkürzt sich die Zusammenarbeit mit einer Fachperson, und die Kosten sinken.
Fachliche Unterstützung hilft an diesen Stellen: dass die Seite auf dem Handy schnell und sauber lädt, dass Zahlung und Teilnehmer-Login reibungslos verbunden sind, dass die Verkaufsseite vertrauenswürdig gestaltet ist, dass die Seite in Suchmaschinen gefunden werden kann und dass technische Störungen später behoben werden. Ein Zahlungsfehler oder ein Login-Problem kostet direkt Geld. Dieses Gebiet durch Ausprobieren zu lernen, kann deshalb teuer werden.
Was die Kosten bestimmt
In diesem Artikel nenne ich keine Zahlen, denn der Preis schwankt von Projekt zu Projekt stark. Ich kann Ihnen aber sagen, wovon er abhängt.
Der erste Faktor ist die Zahl der Kurse, die Sie verkaufen. Für einen einzelnen Kurs braucht es eine ganz andere Struktur als für einen Katalog. Der zweite Faktor ist, wie individuell der Teilnehmerbereich sein muss: Geht es nur ums Videoansehen, oder sollen auch Tests, Zertifikate, Lernfortschritt, Kommentare und Live-Unterricht dazukommen? Der dritte Faktor ist die Zahlungsstruktur: Einmalverkauf, Ratenzahlung, Abonnement oder Sammelkauf für Firmen verlangen unterschiedliche Einrichtungen.
Der vierte Faktor sind mehrere Sprachen und der Verkauf ins Ausland. Veröffentlichung in mehreren Sprachen und unterschiedliche Währungen vergrößern die Arbeit. Der fünfte Faktor ist die Vorbereitung von Inhalten und Gestaltung: Es macht einen Unterschied, ob Sie Texte und Bilder mitbringen oder ob ich sie vorbereite. Schließlich gehören auch Pflege, Updates und Backups nach dem Start zum Budget. Nutzen Sie einen fertigen Dienst, rechnen Sie die monatliche Mitgliedsgebühr ein, bei einer eigenen Einrichtung die Kosten für Hosting und die Verlängerung von Plugins.
Ein gutes Angebot nennt diese Posten einzeln. Wer eine Pauschalsumme „alles inklusive“ ohne Einzelposten sieht, sollte nachfragen, was nicht enthalten ist.
So arbeite ich mit Ihnen
Ich arbeite allein. Das heißt: Die Person, die mit Ihnen spricht, baut auch die Seite. Der Ablauf ist grob dieser: Zuerst höre ich mir Ihren Kurs, Ihre Zielgruppe und das Publikum an, das Sie schon haben. Ich sage Ihnen offen, ob eine Plattform, eine eigene Seite oder beides zusammen besser passt. Manchmal lautet die Antwort „vorerst die Plattform“, und das sage ich Ihnen ehrlich. Danach zeige ich Ihnen den Seitenaufbau als Entwurf, richte nach Ihrer Zustimmung die Seite, die Zahlung und den Teilnehmerbereich ein, und vor der Veröffentlichung machen wir gemeinsam einen Testkauf.
Wie lange das dauert, hängt von der Größe des Kurses ab und davon, wie weit Ihre Inhalte schon sind. Eine feste Zeitangabe mache ich deshalb erst, wenn ich das Vorhaben gesehen habe. Auch nach der Veröffentlichung beantworte ich weiter Ihre Fragen.
Häufige Fragen
Kann ich eine eigene Seite betreiben, während ich bei Udemy Kurse verkaufe?
Ja, viele nutzen beides zusammen. Allerdings können Plattformen Regeln dazu haben, ob Sie Teilnehmer auf Ihre eigene Seite lenken dürfen. Prüfen Sie die aktuellen Bedingungen auf der Seite der Plattform und verstoßen Sie nicht dagegen.
Ist eine eigene Seite umsonst, wenn ich keine Follower habe?
Umsonst ist sie nicht, aber allein reicht sie auch nicht. Eine Seite bietet ein Schaufenster, sie bringt kein Publikum. Haben Sie keine Follower, sollten Sie Blogartikel, kostenlose Lektionen und ein Schaufenster auf einer Plattform zusammen denken.
Wohin sollte ich meine Videos hochladen?
In der Regel nicht auf den eigenen Server, sondern zu einem Videodienst wie Vimeo oder als nicht gelistetes YouTube-Video, das die Seite einbettet. Wie wichtig der Schutz des Videos ist, entscheidet über die Wahl.
Wie nehme ich die Zahlung an, und wie läuft die Rechnung?
Für die Zahlung kommen Anbieter wie Stripe oder PayPal infrage, oder spezialisierte Plattformen für digitale Produkte. Rechnung und Steuer hängen von Ihrer Unternehmensform ab. Klären Sie das unbedingt mit Ihrer Steuerberatung.
Was muss ich zu Rückgabe und Widerruf beachten?
Wie das bei digitalen Inhalten geregelt ist, richtet sich nach der Gesetzeslage, und ich kann dazu nichts Verbindliches sagen. Lassen Sie die Texte von einer Rechtsanwältin oder einem Rechtsanwalt erstellen. Ich sorge dafür, dass sie auf der Seite an der richtigen Stelle stehen.
Wie wird eine Kursseite bei Google gefunden?
Wer den Kursnamen nicht kennt, sucht nach einem Problem. Artikel, die solche Fragen beantworten, eine klare Verkaufsseite und eine saubere Struktur erhöhen die Auffindbarkeit. Eine Platzierung kann ich nicht garantieren, aber richtige Arbeit bringt mit der Zeit Sichtbarkeit.
Kann ich Inhalte nach dem Aufbau selbst aktualisieren?
Ja. Ich baue die Seite so auf, dass Sie neue Lektionen hinzufügen, Preise ändern und Artikel veröffentlichen können. Bei der Übergabe zeige ich Ihnen, wie das geht.
Kann ich klein anfangen und später ausbauen?
Das empfehle ich sogar. Mit einer schlichten Seite für einen einzigen Kurs zu beginnen und nach den ersten Verkäufen neue Kurse, Pakete oder Funktionen im Teilnehmerbereich zu ergänzen, ist sicherer und günstiger.
Wenn Sie eine Kursidee haben und unsicher sind, ob fertige Plattform oder eigene Seite besser passt, schildern Sie mir Ihre Lage. Ich schaue auf Ihr Publikum und Ihr Ziel und gebe Ihnen eine ehrliche Empfehlung. Über die Seite Website erstellen lassen erreichen Sie mich.