Sie haben gedruckte Visitenkarten, aber wer eine bekommt, weiß eine Woche später oft nicht mehr, von wem sie stammt. Oder Sie haben ein Profil in einem sozialen Netzwerk, eine WhatsApp-Nummer und eine E-Mail-Adresse, und wenn ein Kunde fragt „Wo erreiche ich Sie?“, schicken Sie drei verschiedene Links. An diesem Punkt denken viele darüber nach, eine digitale Visitenkarte erstellen zu lassen. Das ist ein guter Gedanke, aber unter „digitaler Visitenkarte“ versteht nicht jeder dasselbe. Manche meinen einen QR-Code, andere eine kleine Seite mit einer einzigen Bildschirmlänge, wieder andere eine vollständige persönliche Website.
In diesem Artikel will ich Sie nicht zum Kauf drängen, sondern erklären, wie die Sache tatsächlich funktioniert. Ich bin Ümit Kırkoç, Webdesigner und SEO-Berater, ich arbeite allein von Istanbul aus. Ich beschreibe in einfacher Sprache, was eine solche Seite Ihnen bringt, was darauf gehört, wo Geld und Zeit verloren gehen und wann sich Hilfe von außen lohnt. Wenn Sie über eine größere Seite nachdenken, können Sie sich auch mein Angebot zum Website-Erstellen ansehen. Klären Sie aber zuerst, ob Ihr Bedarf überhaupt so groß ist.
Was ist eine digitale Visitenkarte als Website genau?
Eine digitale Visitenkarte ist eine Seite, die an einer einzigen Internetadresse zusammenfasst, wer Sie sind, was Sie tun und wie man Sie erreicht. Sie erfüllt die Aufgabe der Papierkarte und legt einiges obendrauf: eine antippbare Telefonnummer, einen Kartenstandort, Öffnungszeiten, ein paar Arbeitsproben und eine kurze Vorstellung, die Vertrauen schafft. Wenn Sie jemandem Ihre Karte geben und er den aufgedruckten QR-Code scannt, landet er direkt auf dieser Seite.
Unter demselben Namen wird auf dem Markt Verschiedenes verkauft, und die Unterschiede sind wichtig. Das Erste sind fertige Kartenseiten aus Baukasten-Apps, die meist unter der Domain (also der Internetadresse) des Anbieters liegen. Das Zweite ist eine kleine Seite auf Ihrer eigenen Domain, die aus einem einzigen Abschnitt besteht, ein sogenannter Onepager. Das Dritte ist eine persönliche Website mit mehreren Unterseiten, mit Leistungsbereich und Blog. In diesem Artikel geht es um die zweite Art: eine Seite auf einer Adresse, die auf Ihren Namen registriert ist, die nur aus einer Seite besteht und bei Bedarf wachsen kann.
Warum ist diese Unterscheidung wichtig? Liegt Ihre Seite unter der Adresse eines anderen, sammelt sie bei Google keine Kraft für Sie an, sondern für den Anbieter. Kündigen Sie eines Tages das Abo oder stellt der Dienst seinen Betrieb ein, funktioniert die Adresse auf Ihren gedruckten Karten nicht mehr. Eine Seite auf Ihrer eigenen Domain bleibt Ihnen dagegen erhalten, und je länger sie läuft, desto mehr Wert gewinnt sie.
Die Grafik zeigt ein erfundenes Suchergebnis. Wenn die Seite in der ersten Zeile Name, Beruf und Stadt nennt, findet jemand, der diesen Namen gehört hat und ihn googelt, sofort, was er sucht. Eine Kartenseite, deren Titel nichts aussagt, taucht in der Suche dagegen meist gar nicht auf.
Für wen reicht eine einzelne Seite, für wen nicht?
Nicht jedes Unternehmen braucht mehr als eine Seite, und für erstaunlich viele Menschen genügt eine einzige wirklich. Am meisten profitieren Menschen, die allein arbeiten und über ihren Namen Aufträge bekommen: eine selbstständige Fotografin, ein Psychologe in eigener Praxis, eine Steuerberaterin, ein Innenarchitekt, eine Immobilienmaklerin, ein Versicherungsvermittler, ein Trainer oder eine Anwältin. Bei diesen Berufen bekommt der Kunde meist zuerst eine Empfehlung und prüft danach, ob die Person wirklich existiert, was sie genau tut und ob sie seriös wirkt. Genau diese Prüfung deckt eine einzelne Seite ab.
Woran Sie merken, dass eine Seite nicht mehr genügt, ist ziemlich eindeutig. Haben Sie mehrere Leistungen, die jeweils andere Menschen suchen, vermischt eine Seite sie alle. Verkaufen Sie Produkte, brauchen Sie Warenkorb und Bezahlung. Bedienen Sie viele Städte oder wollen bei Suchen wie „Leistung plus Stadt“ gegen Mitbewerber antreten, braucht jede Kombination eine eigene Seite. In solchen Fällen können Sie mit einer Seite anfangen und später ausbauen, aber Sie sollten nicht von Anfang an erwarten, dass diese eine Seite für immer reicht.
Die Tabelle hilft Ihnen bei der Entscheidung. Erkennen Sie sich in den oberen Zeilen wieder, passt eine einzelne Seite. Finden Sie sich eher in den unteren Zeilen, ist die einzelne Seite besser als Startpunkt zu verstehen, wie ich weiter unten erkläre.
Wie suchen Kunden nach Ihnen, und was folgt daraus?
Am häufigsten wird bei der digitalen Visitenkarte missverstanden, wie Kunden zu Ihnen finden. Meist ist eine solche Seite kein Werkzeug, um neue Kunden zu gewinnen, sondern eines, mit dem jemand, der von Ihnen gehört hat, Sie überprüfen kann. Jemand hat Sie empfohlen bekommen, Ihren Namen notiert und tippt ihn ins Handy. Dann passiert eins von zwei Dingen: Er sucht Ihren Namen, oder er öffnet die Adresse von Ihrer Karte.
Was bei der Namenssuche erscheint, ist sehr wichtig. Wenn nur ein Profil in einem sozialen Netzwerk, ein alter Verzeichniseintrag oder eine andere Person mit demselben Namen auftaucht, bricht das Vertrauen. Eine Seite auf Ihrer eigenen Domain, die Namen und Beruf klar nennt, hat bessere Chancen, bei dieser Suche weit oben zu stehen. Eine Platzierung kann niemand garantieren, aber ohne Seite haben Sie gar keine Chance.
Eine andere Art der Suche ist die nach einer Leistung, etwa „Innenarchitektin Hamburg“ oder „Steuerberater Köln“. Bei solchen Suchen tut sich eine Seite mit nur einem Abschnitt schwer, weil ihr die inhaltliche Tiefe fehlt, die Google sehen möchte. Das sollten Sie von Anfang an wissen, damit Ihre Erwartung stimmt: Eine einzelne Seite ist stark bei Vertrauen und Erreichbarkeit. Um neue Kunden zu finden, braucht es zusätzliche Seiten und Inhalte.
In den letzten Jahren ist eine dritte Art dazugekommen. Menschen stellen KI-Assistenten wie ChatGPT Fragen wie „Welche Steuerberaterin in Köln ist empfehlenswert?“. Wenn diese Assistenten im Internet klare, widerspruchsfreie und nachprüfbare Angaben finden, können sie eine Person nennen. Stehen Ihr Name, Ihr Beruf, Ihre Stadt und Ihre Kontaktdaten deutlich auf der Seite, lassen sich diese Angaben leichter wiedergeben. Auch hier gibt es keine Garantie, aber eine klar geschriebene Seite hilft in beiden Fällen.
Die Antwort in der Grafik ist ausgedacht, die Logik dahinter aber echt: Der Assistent gibt wieder, was auf der Seite steht. Sind die Aussagen dort schwammig, wird auch die Antwort schwammig, oder Sie kommen gar nicht vor.
Was gehört auf die einzelne Seite?
Eine gute digitale Visitenkarte lässt sich in wenigen Minuten mit dem Daumen durchscrollen. Die meisten Besucher kommen nämlich über den QR-Code mit dem Handy, der erste Bildschirm ist also ein Handybildschirm. Planen Sie die Seite deshalb zuerst für das Handy; die Ansicht am Computer kommt danach.
Ganz oben sollten Ihr Name, Ihr Beruf, Ihre Stadt und ein einziger Satz mit Ihrem Nutzenversprechen stehen. „Wer sind Sie“ und „wofür sind Sie gut“ müssen auf dem ersten Bildschirm klar sein. Direkt darunter gehört eine einzige deutliche Handlungsaufforderung: anrufen, per WhatsApp schreiben oder einen Termin buchen. Sie können mehrere Möglichkeiten anbieten, aber eine muss überwiegen. Setzen Sie drei, vier gleichwertige Schaltflächen nebeneinander, weiß der Besucher nicht, welche er wählen soll, und tippt keine an.
Danach folgt ein kurzer Abschnitt „Was ich tue“. Beschreiben Sie dort drei oder vier Leistungen in je einem Satz. Verzichten Sie auf Fachjargon, denn Ihr Kunde kennt die Wörter Ihrer Branche nicht. Dann kommt der Teil, der Vertrauen schafft: Ihre Berufserfahrung, die Art der Auftraggeber, Zertifikate oder Referenzschreiben. Nennen Sie echte Kundennamen nur mit Erlaubnis; ansonsten genügt eine allgemeine Beschreibung wie „für eine kleine Hotelkette“.
Gegen Ende der Seite gehört Ihre Arbeitsweise: Wie beginnen Sie, ist das Erstgespräch kostenpflichtig, wie schnell antworten Sie. Zum Schluss folgen Kontaktdaten, Adresse, Link zur Karte und Öffnungszeiten. Telefonnummer, E-Mail und Adresse müssen überall exakt gleich geschrieben sein, denn Google und andere Systeme vergleichen diese Angaben, und Abweichungen schwächen das Vertrauen. Für Seiten in Deutschland kommt noch eines hinzu: Für geschäftlich genutzte Websites gilt in der Regel eine Impressumspflicht, und auch zum Datenschutz gibt es Vorgaben. Was genau bei Ihnen gilt, kann ich nicht verbindlich sagen. Fragen Sie dazu bitte eine Juristin oder einen Juristen.
Der gezeigte Seitenaufbau ist ein Vorschlag für die Reihenfolge. Sie können sie an Ihre Arbeit anpassen, aber der Kontaktbereich sollte mit einer einzigen Wischbewegung erreichbar sein.
Drei Dinge beim Schreiben der Texte
Erstens: Schreiben Sie „ich“, nicht „wir“. Wenn Sie allein arbeiten, ist es kein Mangel, das auch zu sagen, sondern ein Vertrauensbeweis, weil der Kunde weiß, mit wem er spricht. Zweitens: Meiden Sie Übertreibungen. Eine Seite, auf der „der Beste der Branche“ steht, sagt niemandem etwas. „Seit fünfzehn Jahren führe ich die Buchhaltung kleiner Betriebe“ ist dagegen ein konkreter, überprüfbarer Satz. Drittens: der Preis. Sie müssen keinen Preis nennen, aber zwei Sätze dazu, wovon der Preis abhängt, nehmen Anrufern die Scheu.
Zwei erfundene Beispielszenarien
Die beiden folgenden Beispiele sind komplett ausgedacht; sie beschreiben keine echte Person und kein echtes Unternehmen. Sie sollen nur zeigen, wie der Vorgang in der Praxis aussehen kann.
Szenario eins: Selbstständige Innenarchitektin
Nehmen wir an, eine Innenarchitektin arbeitet allein. Fast alle ihre Aufträge kommen über Empfehlungen. Bevor aber Interessenten sich melden, schauen sie auf ihr Profil in einem sozialen Netzwerk. Dort gibt es Fotos, doch es ist nicht erkennbar, welche Art von Projekten sie annimmt, in welchen Stadtteilen sie arbeitet und wie sie vorgeht. Es wird per Nachricht nachgefragt, und dieselben Fragen werden immer wieder beantwortet.
Für sie leistet eine einzelne Seite Folgendes: oben Name, Beruf und Einsatzgebiete; darunter vier, fünf Projektbilder mit je zwei Zeilen Erklärung; dann im Abschnitt „So arbeite ich“ die Schritte Bestandsaufnahme, Entwurf, Umsetzung und Übergabe; ganz unten eine einzige Schaltfläche zur Terminbuchung. Statt dieselben Fragen zu beantworten, schickt sie dem Interessenten einen einzigen Link. Die Seite gewinnt nicht in erster Linie neue Kunden, sondern beschleunigt das Vertrauen der ohnehin kommenden. Möchte sie später für Suchen wie „Innenarchitektin Hamburg Eppendorf“ eigene Seiten ergänzen, baut sie auf der einen Seite auf.
Szenario zwei: Inhaberin eines kleinen Steuerbüros
Im zweiten gedachten Fall hat eine Steuerberaterin ihr eigenes Büro eröffnet, mit zwei Mitarbeitenden. Sie verteilt ihre Karte auf Messen und bei Gewerbetreffen. Wer die Karte erhält und ein paar Tage später anrufen möchte, hat sie entweder verlegt oder weiß nicht genau, wofür das Büro zuständig ist.
Hier reicht eine Seite möglicherweise nicht. Denn Existenzgründung, Buchhaltung für Selbstständige, E-Rechnung und Steuerberatung werden von unterschiedlichen Menschen gesucht. Zu Beginn tut die einzelne Seite trotzdem ihren Dienst: wer sie ist, welche Leistungen sie anbietet, mit welchen Betrieben sie arbeitet und wie man sie erreicht. Ergänzt sie aber nach einigen Monaten für die zwei am häufigsten angefragten Leistungen eigene Seiten, entsteht die Chance auf klarere Ergebnisse in der Suche. Deshalb ist es wichtig, Domain und Aufbau von vornherein so zu wählen, dass sie wachsen können.
Wie wird eine digitale Visitenkarte gemacht? Der Ablauf in Schritten
Der Ablauf lässt sich einfach halten. Ob Sie mit einem Profi arbeiten oder selbst bauen, die Reihenfolge bleibt gleich.
Erster Schritt: das Ziel klären. Was soll die Seite leisten? Dass man Sie anruft, dass man einen Termin bucht oder dass sie Vertrauen schafft? Wählen Sie ein Ziel; alle drei zugleich zu wollen, macht die Seite unübersichtlich.
Zweiter Schritt: die Domain wählen. Nehmen Sie eine Adresse mit Ihrem Namen oder dem Namen Ihres Betriebs, die sich leicht schreiben und merken lässt. Sie sollte kurz sein, möglichst keine Umlaute enthalten und am Telefon nicht missverstanden werden. Die Domain muss auf Ihren Namen registriert sein, nicht auf den Namen dessen, der sie für Sie einrichtet.
Dritter Schritt: die Inhalte vorbereiten. Texte, Fotos, Referenzen und Kontaktdaten. Das dauert oft am längsten, weil es vielen schwerfällt, sich selbst zu beschreiben. Arbeiten Sie mit einem Profi, genügt es in dieser Phase oft, ein paar Fragen zu beantworten.
Vierter Schritt: Gestaltung und Aufbau. Die Seite muss am Handy schnell laden, die Schrift gut lesbar sein, und die Schaltflächen müssen sich mit dem Daumen bequem treffen lassen. Aufwendige Animationen, schwere Videos und riesige Bilder verlängern die Ladezeit.
Fünfter Schritt: veröffentlichen und testen. Öffnen Sie die Seite auf einem iPhone, einem Android-Handy und am Computer. Scannen Sie den QR-Code wirklich. Prüfen Sie, dass ein Tipp auf die Telefonnummer tatsächlich den Anruf startet.
Sechster Schritt: auf die Karte drucken und bei der Suchmaschine anmelden. Drucken Sie QR-Code und Adresse auf die Karte, und erledigen Sie die nötigen Einträge, damit Google die Seite finden kann.
Die Grafik fasst die Schritte zusammen. Einen Schritt zu überspringen bedeutet meist, später zurückzugehen; besonders häufig verschenkt man Zeit, indem man mit der Gestaltung beginnt, bevor die Inhalte feststehen.
Wie lange dauert das?
Die Dauer hängt davon ab, wie weit Ihre Inhalte schon sind. Liegen Fotos, Texte und Nachweise bereit, kann eine einzelne Seite recht schnell online gehen. Müssen Sie die Texte erst schreiben und Fotos machen lassen, dauert es länger. Oft ist nicht die Technik der Engpass, sondern das Warten auf Inhalte. Wenn Sie das von Anfang an wissen, können Sie Ihren Kalender realistisch planen.
Der Zeitplan in der Grafik ist ein Beispiel; bei Ihnen können die Zeiten abweichen. Wichtig ist, dass die Reihenfolge erhalten bleibt.
Häufige Fehler
Die meisten Fehler, die mir bei digitalen Visitenkarten im Lauf der Jahre begegnet sind, wiederholen sich. Wenn Sie sie vorher kennen, sparen Sie Geld und Zeit.
Der erste Fehler ist, die Seite unter der Domain eines anderen zu veröffentlichen. Das wirkt günstig, aber wenn Sie eines Tages das Abo beenden oder der Dienst schließt, ist die Adresse auf Ihrer Karte wertlos. Der zweite Fehler ist, zu viel unterzubringen. Man will jede Leistung, jedes Foto und jedes Zertifikat zeigen, und am Ende findet der Besucher nicht, wonach er sucht, und geht. Der dritte Fehler ist, die Kontaktdaten in ein Bild einzubetten. Eine Telefonnummer als Bild lässt sich weder antippen noch kopieren, und Suchmaschinen können sie nicht lesen.
Der vierte Fehler ist, den QR-Code nicht zu testen. Zu klein gedruckte oder kontrastarme Codes lassen sich auf manchen Handys nicht lesen. Der fünfte Fehler sind uneinheitliche Angaben: eine Nummer im sozialen Netzwerk, eine andere auf der Website und eine dritte im Google-Unternehmenseintrag. Der sechste Fehler ist, die Seite zu veröffentlichen und zu vergessen. Ihre Öffnungszeiten oder Ihre Nummer haben sich geändert, aber auf der Seite steht noch der alte Stand. Der siebte Fehler ist, ohne Rücksicht auf die Rechtslage Daten zu erheben. Hier kann ich nichts Verbindliches sagen: Wenn Sie ein Formular einbauen, das personenbezogene Daten sammelt, oder wenn Sie wissen wollen, was in Ihr Impressum gehört, fragen Sie bitte eine Juristin oder einen Juristen.
Die meisten dieser Fehler sind keine technischen, sondern Planungsfehler. Deshalb ist eine halbe Stunde Nachdenken vor dem Bau günstiger als Tage des Korrigierens danach.
Selbst machen oder Profi: Wann lohnt sich Hilfe?
Mit fertigen Werkzeugen lässt sich heute tatsächlich eine einzelne Seite selbst bauen. Ehrlich gesagt: Wenn Sie nur „meinen Namen, meine Nummer und ein Foto“ online haben möchten und das Budget knapp ist, können Sie selbst anfangen. Achten Sie auf zwei Dinge: Die Domain muss auf Ihren Namen laufen, und die Inhalte müssen Ihnen gehören, sodass Sie sie von einer Plattform auf eine andere mitnehmen können.
Hilfe von außen ist sinnvoll, wenn die Seite in Suchmaschinen mit Ihrem Namen oder Ihrem Beruf erscheinen soll, wenn Sie eine Gestaltung wollen, die Vertrauen schafft und zu Ihrer Marke passt, wenn Ihnen das Schreiben der Texte schwerfällt, wenn Sie die Seite später ausbauen möchten oder wenn Ihnen schlicht die Zeit für Technik und Domainfragen fehlt. Nichts davon ist Pflicht. Aber wo immer eines davon auf Sie zutrifft, spart Unterstützung Aufwand.
Das Schema gibt Ihnen eine grobe Richtung. Wenn Sie unsicher bleiben, reicht oft ein kurzes Gespräch mit einem Profi, um Ihren Bedarf zu schildern und Klarheit zu bekommen. Das sollte Sie zu nichts verpflichten.
Wovon die Kosten abhängen
Eine Zahl nenne ich nicht, weil zwei Seiten, die gleich aussehen, sehr unterschiedlich viel kosten können. Ich kann Ihnen aber sagen, wovon es abhängt.
Der erste Faktor ist, wer die Inhalte liefert. Schreiben Sie Texte und besorgen Fotos selbst, sinken die Kosten; sollen Texte geschrieben, Fotos gemacht oder bearbeitet werden, steigen sie. Der zweite Faktor ist der Grad der Individualisierung. Eine Seite auf Basis einer fertigen Vorlage und eine Seite, die von Grund auf für Ihre Marke gestaltet wird, leisten nicht dasselbe. Der dritte Faktor sind Zusatzfunktionen: Terminbuchung, Mehrsprachigkeit, Kontaktformular, Kartenintegration, Galerie oder Blog. Jede bringt Aufwand beim Einrichten und bei der Pflege mit sich.
Der vierte Faktor ist die Arbeit an der Suchmaschinenoptimierung. Eine Seite, die nur gut aussieht, und eine Seite, die auch gefunden wird, sind zwei verschiedene Arbeiten. Für die Auffindbarkeit braucht es eine saubere Überschriftenstruktur, Geschwindigkeit, strukturierte Daten (also maschinenlesbare Angaben im Hintergrund) und einen Inhaltsplan. Der fünfte Faktor ist die Dauer: Domain und Hosting werden jedes Jahr verlängert, und damit die Seite aktuell bleibt, sind hin und wieder Änderungen nötig. Fragen Sie beim Einholen eines Angebots unbedingt, was davon im Preis enthalten ist. Das scheinbar günstigste Angebot kann durch nachträglich hinzukommende Posten das teuerste werden.
Was Sie vor dem Start bereithalten sollten
Damit es zügig vorangeht, sollten Sie einige Dinge vor dem Start zur Hand haben. Sind sie bereit, ist die halbe Arbeit getan, egal wer sie ausführt.
Am häufigsten wird in der Liste die Einheitlichkeit der Kontaktdaten vergessen. Schreiben Sie Telefonnummer, E-Mail und Adresse einmal an einer Stelle auf und verwenden Sie diese Schreibweise überall. Dann das Foto: Ein mit dem Handy aufgenommenes, scharfes und helles Porträt tut oft bessere Dienste als ein schlecht gemachtes „professionelles“ Foto. Entscheidend ist, dass man Sie wiedererkennt.
So arbeite ich mit Ihnen
Da ich allein arbeite, spricht mit Ihnen die Person, die die Arbeit auch macht. Im ersten Gespräch höre ich zu, was Sie tun, wie Ihre Kunden Sie finden und was Sie von der Seite erwarten. Danach sage ich Ihnen ehrlich, ob eine einzelne Seite für Sie genügt; manchmal reicht sie, manchmal sage ich: „Zuerst brauchen Sie noch diese zwei Seiten.“ Ihnen etwas Unnötiges zu verkaufen, nützt mir nichts.
Beim Aufbau achte ich darauf, dass die Domain auf Ihren Namen registriert ist, dass die Seite am Handy schnell lädt und dass die Texte in Ihrer echten Stimme geschrieben sind. Nach dem Start zeige ich Ihnen, wie Sie die Seite selbst aktualisieren, damit Sie bei einer neuen Telefonnummer nicht von mir abhängig sind. Für die Sichtbarkeit in Suchmaschinen gebe ich keine Ergebnisgarantie, lege aber das technische Fundament, das eine saubere Seite braucht.
Die Aufteilung habe ich auch als Grafik zusammengefasst. Wenn von Anfang an klar ist, wer was übernimmt, zieht sich der Ablauf nicht unnötig in die Länge.
Häufig gestellte Fragen
Ist eine digitale Visitenkarte dasselbe wie eine Visitenkarte mit QR-Code?
Nicht ganz. Der QR-Code ist die Tür, die digitale Visitenkarte ist die Seite dahinter. Drucken Sie nur einen QR-Code und es gibt dahinter keine ordentliche Seite, sieht die Person, die ihn scannt, einen nutzlosen Bildschirm. Beides gehört zusammen gedacht.
Wird eine einzelne Seite bei Google gefunden?
Sie kann gefunden werden, aber die Erwartung sollte stimmen. Wird nach Ihrem Namen oder Ihrem Firmennamen gesucht, stehen die Chancen gut. Um bei allgemeinen Leistungssuchen (zum Beispiel „Steuerberater Köln“) mitzuhalten, braucht es zusätzliche Seiten und Inhalte. Eine Platzierung kann niemand garantieren.
Auf wen sollte ich die Domain registrieren?
Immer auf Sie selbst. Eine Domain ist wie ein Grundbucheintrag: Steht sie auf den Namen dessen, der die Seite für Sie baut, können Sie Ihre Adresse verlieren, wenn Sie die Zusammenarbeit beenden. Achten Sie darauf, dass bei den Registrierungsdaten Ihr eigener Name und Ihre E-Mail-Adresse stehen.
Ich habe schon ein Profil in einem sozialen Netzwerk. Brauche ich trotzdem eine Seite?
Profile in sozialen Netzwerken unterliegen den Regeln der Plattform; Konten können gesperrt werden, die Darstellung ändert sich, und nicht jeder hat dort ein Konto. Die eigene Seite liegt dagegen in Ihrer Hand. Am besten nutzen Sie beides: Das soziale Netzwerk sorgt dafür, dass man Sie entdeckt, Ihre eigene Seite sorgt dafür, dass man Sie bestätigt findet.
Lässt sich die Seite später ausbauen?
Ja, wenn sie von Anfang an dafür angelegt wurde. Liegt sie auf Ihrer eigenen Domain und in einer flexiblen Struktur, lassen sich Leistungsseiten, ein Blog oder weitere Sprachen später ergänzen. Eine Kartenseite auf der Plattform eines anderen umzuziehen, bedeutet dagegen oft, ganz von vorn zu beginnen.
Sollte ich ein Kontaktformular einbauen?
Pflicht ist es nicht. Auf einer einzelnen Visitenkartenseite bringt ein Tipp zum Anrufen oder eine Nachricht per WhatsApp meist schneller ein Ergebnis. Bauen Sie ein Formular ein, müssen Sie überlegen, wer die eingehenden Nachrichten bearbeitet und wie die personenbezogenen Daten verarbeitet werden. Dazu sollten Sie eine Juristin oder einen Juristen fragen, gerade wegen der Datenschutzvorgaben.
Wohin drucke ich den QR-Code?
Auf die Rückseite der Karte, ausreichend groß und kontrastreich. Außerdem können Sie ihn in Ihre E-Mail-Signatur, auf Flyer, an die Bürotür und auf das Fahrzeug setzen. Scannen Sie den Code vor jedem neuen Druck mit mehreren verschiedenen Handys.
Wie oft sollte die Seite aktualisiert werden?
Immer dann, wenn sich Angaben ändern. Solange Telefonnummer, Adresse, Öffnungszeiten und Leistungsliste gleich bleiben, ist keine häufige Aktualisierung nötig. Es ist aber eine gute Gewohnheit, die Seite einige Male im Jahr durchzusehen und sicherzugehen, dass keine veralteten Angaben stehen.
Zum Schluss
Eine digitale Visitenkarte ist, richtig aufgebaut, ein kleines, aber starkes Werkzeug: Sie zeigt jemandem, der Sie kennt oder von Ihnen gehört hat, auf einen Blick, wer Sie sind, was Sie tun und wie er Sie erreicht. Wenn Sie gemeinsam mit mir klären möchten, welche Lösung zu Ihnen passt, schreiben Sie mir gern über die Seite zum Website-Erstellen.